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Der Israelit · 1900-07-30 · Heft 61 (30.7.1900) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 61 (30.7.1900)
Date
1900-07-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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WMMWGWWVMDW^ 1245 die Spende des Herrn Leopold Salvendi ans Neutra, der den „Rabbi Josef Weiße-Verein" Zur Bekleidung armer Schüler mit 500 Kronen und den „Israelit. Mittelschul-Verein" mit 800 Kronen unterstützte. Die Schülerlade dersab 28 Schüler mit Schulbüchern und Peichenreguisiten. Herr Ignatz Weiß stis. tete Zu Ehren seiner verstorbenen Mutter ei» Legat von 800 Kronen, dessen Piusen ein braver Schüler erhält. Die Realschule steht unter staatlicher Aussicht und dem Zufolge wnrde an unserer Mittelschule, gleich allen anderen Mittelschulen in unserem Vaterlande, der neue Lehrplan Zu Beginn des lausenden Schuljahres ernge führt. In Würdigung der Opserwilligteit der israelit. Enltusgemeinde in Waag-Neustadtl und der Verdienste dieser Anstatt auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichten hat das hohe Ministerium für Enltns und Unterricht die Realschule in den Verband des Landes Pensionssonds ausgenommen. Demzufolge erhalten die Professoren der Anstalt nach vollendetem .">0. Dienst fahre ihren vollen Gehalt als Pension. Die J-ortschritte der Schüler in ihren Studien ivaren sehr befriedigend. Vorzügliche bloten erhielten 0,0 pEt., durchaus gute Elasten erhielten 24 pEt., genügenden Fortschritt de kündeten 00 vEt. In einem Lehrgegenstaud io allsten 8 pEt. ungenügende Jortschritte rmd 0,0 pl<t. worden Zur Wiederholung der Elasse angclviesen. Der Jahresberillit der blustalt enttialt einen populär N.üssenschastlichen Vortrag über epideinische Krankheiten, das im laufenden Schuljahre erreichte Lehrziel, die Elassisication der Schüler n. Reehnungs legnng über angeschaffte Lehrmittel und der eingeflosse nen Vereirrsbeiträae. R n m ä n i e n. Bukarest, im Juli. Lttele der Unglückliechen, welche aus Rumänien durch systematische Unterdrüä ungen vertrieben ivurden, get>en nach Kanada. Ungleich ionrde es beZiveifelt, ob die kanadische Regierung sich gern init fremden Einwanderern, in Anbetracht der großen Zahl, vaelche schon ihren Weg nach der gastfreien Küste genommen, auch noch fernerhin belasten würde. Unter diesen Umständen ist eine Unterredung über dicsen (Gegenstand von besonderem Interesse, welche ein Redakteur des „Jelvish Ehronikle" mit Lord Stratheona, dem kanadischen Ober-Kommissar hatte. Lord St. -dies sofort die Unterstellung Zurück, als ob die Regierung irgend lvelche Abneigung hätte, die Flüchtlinge aufzunehmen. Gerade das Gegentheil sagte er. Ich brauche mich nicht Zu beeilen, Ihnen Zn sagen, daß Kanada mit offenen Armen jeden auslän dischen Einwanderer, der für die Beschaffenheit des Landes vassend ist, ausnehmen wird. Jedoch leugne ich nicht, daß wir Leute aus unserem Vaterlande vorziehen würden. Aber das schließt nicht aus, daß tvir Einwanderer aus anderen Ländern gern sehen, welche fleißig und fähig sind, gute Bürger Kanadas und des Reiches Zu werden. Was wir in erster Reihe gebrauchen können, sind Leute, lvelche in landwirthschaftlichen Arbeiten bewandert sind. Aber, wohl gemerkt, nicht armes Volk. Jüdische Farmer sollten unter keinen Umständen nach Kanada gehen, wenn sie nicht wenigstens im Besitze von 00 bis .100 Pfund Sterling sind. Wenn sie jedoch diese Summe vesitzen, io wird die Regierung ihnen freudig 100 Acres gänzlich steuerfreies Land beivilligen, was, >vie Sie Zugestchen werden, kein geringer Antrieb ist. Aber 00 Pfund Sterling find eine Ziemlich große Summe für. einen Flüchtling, entgegnete der Vertreter des jüdischen Blattes. Eine geringere Summe möge genügen, antwortete der Lord, wenn drei oder vier Familien sich vereinigen. Diese Vorkehrung soll wesentlich die Geld-Schwierigleiten vermindern. Eine große Anzahl der Flüchtlinge sind Handwerker, versetzte der Vertreter des Ehronikle, u. manche haben sogar einen gelehrten Berus. Welche Aussichten würden sie in Kanada haben? 'Ihre Aussichten würden Zu meinem Bedauern nicht so gut sein. Es würde für Kanada schwer sein, eine große Anzahl von Handtverkern Zu gebrauchen, und lvas die gelehrten Berufe anbetrifst, so hat Kanada ein 0' ante-- (SZiehungsshstem, wie irgend ein Land 0-uropas. Es hat keinen Mangel an Vertretern der ge leinten Berufe. Jedoch haben rumänische Juden, welche gesllstlll in ihren Bernsen uub im Besitze einer kleinen Suinu^c sind, um sich eine Peit lang aufrecht ,;u erhalten, dieselben. Aussichten wüe die Eingeborenen oder irgend ein anderer Einwohner. Aber ich muß wiederholen, daß mir am meisten. Leute wünschen, die sich ans dem Lande niederlassen und daß lvir diese her.Zlichst belvillkon'mnen würden. Es ist ungeheuer großer fleberflnß an Land da. Es ist Raum für Millionen und Rtillionen von Menschen, lvelche unter den besten Bedingungen leben können, und all dieses Land wartet darauf, in Besitz genommen und bearbeitet Zu werden durch passende Leute. Jedoch ist es nöthig Zu sagen, daß iede Bewegung rumänischer Inden nach Kanada sorgsam vorbereitet inerden muß. Sie werden einen Plan oder Entivnrs nach Berathung und in Verbindung mit der kanadischen Regierung ausZuarbciten baben. Es iväre durchaus ungünstig, ioenn ein nnge leitetcr Ansturm auf Kanada stattfindet. Ich füge hin- Zu, daß jede Auskunft in der Office des Oberkom inistars gegeben ivird unb alle nöthigen Mittheilungen in gehöriger Weise der kanadischen Regierung gemacht inerden wüsten. Nun, bier ist für die „Jewish Eolonisation Association" eine sebr passende Gelegenheit, mit ihren großen Mitteln Großes Zn leisten.

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