Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 60 (26.7.1900)
- Date
- 1900-07-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1221 aff? u>ci( bei im^ seist of(? Gtaafyämtei' für ben \*1 bcl refcrvärt sind. «AnderSivo ist es ebenso.) Die in der jüngsten Peil in Persien stattgehabien Judenverfolgungen stellte Mirza Biamalek als Peinlich mnvesenttich hin. Tie »nährten nicht lange und hatten leinen bösartigen Charakter. Die Ursache lvar »nie ja andersivn auch purer Brodneib von seiten einiger Kanslente. Die Inden begannen mit einer Anzahl von Artikeln zu handeln, welche bisher nur von persischen Händlern gelührt tnnrden. Die Kanslente hetzten ben Pöbel ans, nie Geistlichteit jetnnbirte ihnen, bis schlief'.-- lieh eie Regierung eingegrissen und bas Feuer im Ent stehen gelöscht hat. plus die I-ragc, loeszhalb die Inden in Persien bc sondere Abzeichen tragen miisjen, ertviedert der Mi niher, dasz die ^Beiordnung religiösen (Gründen ihren Ursvrnng verdanke, yiahrnngswittel und Geschirr dürfen von keinem Richtinohamedaner berührt iverden. Ni» das öftere Trcifeiverden von Nahrungsmitteln ete. zu verhüten, muh daher der Muselmann in der Lage sein, jeden Nichtmohainedaner ans den ersten Blict zu erkenne». Der europäische Fremde ist durch Gesicht n. Kleidung als solcher kenntlich, nicht so der persische nbc, der sieh durch nichts vom strenggläubigen Schiiten ntcrseiieidct. Als daher einige Inden ans dem Bazar v> n Teheran Eßgeschirr durch Berührung treife gemacht hatten, entstand ein Aufruhr, der die Re gicrnng zum Erlaß einer Borschrist nöthigte, lvouaeh die Inden an sichtbarer Stelle ihres .Uufnliit leine dtrt DalbroZ» einen lielllcuchteuden Knopf mit den Initialen „B. I." iBeue Israel) tragen müssen. Dasz aber 'eine-antisemitische Absicht dabei gelvaltet hat, be lneisl der i! instand. das; auch die orlhodozen Parsen, welche als Jener,inbeter el'enfalls das Geschirr des M'chainedaners durch Berührung verunreinigen wnr dcn. ein geUcs Abzeielicn tragen. D. England. London, j>„ Juli, lieber die rumänisthcn Ans ».'anderer in London berichtete Mit 1. Herrmann Landau in einer am ld. dss. abgehaltenen Bersannnlnng des ipeneral tBanitee" > e? dtslil^ für jüdische Dddachlosc. ' eit seetrs Blnel,en, führte Bir. Landau ans. nimmt die 0 iiiwaiivcrnng rikknätkischer Inden nach London immer größere Diun'nsioncn an und feit drei Wochen ist sie so rapid gediegen, dasz die Mittel des Asyls überaus stark in Anspruch genominen lvnrden. Sind doch eines Soges :'<)'» Emigranten ans einmal in London angekom men. Anher 1-Ri Personen, toelchc ans dem Wege nach C'iin'ibo London mir berührt haben, wurden bis dato Personen Obdach und Berpslegnng gewährt. Davon lnurden Rvl nach Eanada resp. Amerika geschickt «und zwar durch die persönliche Bemühung des edlen Me. Landau selbst, Red.», Dl lonrden von Verwandten in England und einige von Angehörigen in Paris aus. genommen. wurden vom Board of Guardians als „abschreelcudes Beispiel" nach Rumänien zurüctgeschiät. Redner fürchtet sehr, daß durch die shstematisch organisirte Ausioanderung von mittellosen Juden nach London einer fremdenseindlichen Gesetzgebung in England Thür und Thor geöffnet werde. Er sage nicht, daß die Emigranten von den rumänischen Comitees systematisch nach London geschickt werden. Es geschieht dies aber indirekt durch Schiffsagenten, tvelche, um im Trübcir fischen z» können, in Rumänien die Nachricht verbreiten, Eanada sei das Land, Ivo Milch und Honig fließt, ein Land, in welchem der rumänische Jude frei und glücklich, in Wohlstand und Ruhe leben könnte. Mm, kann sich denken, lvelche Aufregung solche Lügen berichtc unter den rumänischen Inden Hervorrufen mußten. Eine Emigration nach Eanada wäre aber — selbst wenn sie auf eigene Kosten der Auswanderer erfolgen lvürde so lange ein schwerer Fehler, als über die Lebensbedingnngen daselbst nicht an Ort und Stelle Nachrichten gesammelt sind. Eine Ausioanderung aus Rumänien muß nnbc dingt staltfinden, aber diese müsse erst planvoll organisirt loerden. Redner nimmt das Board of Guardian gegen die viefachen Angriffe irr Schutz und führte ans: Die englischen Juden haben zweifellos gegen die rumänischen Ansivanderer große Verpflichtungen, allein die EomitecS des EontinentS hätten das Werk, das vor ihren Thuren liegt, ganz vollbringen sollen. Die Sendung der Emigranten nach London sei überflüssig und selbst Dr. Gaster hat versprochen, seinen Einfluß in Rumänien anfznbietcn, um die Emigranten von Lon d, n sernznhalten. T. llr Urlaub. Risyni Noivgord. «A it s »o e i | » n g c n.) In dem großen Meßplatz an der Wolga ioohnen feit Jahren sehr viele Inden, welche, ohne sich im Innern Rußlands anshalten zu dürfen, ans Handelsinteressen in Rislmi Noiogorv zeitlveilig geduldet wurden. Bor einiger steil fragte nun der Gouverneur beim Minister des Innern mi, was mit diesen Inden, deren Aufent baltssrist vielfach längst abgelanfen ist, nun geschehen toll. Die Resolution des Ministers ist nun von Petersburg eingetroffen. Sie lautet auf Ausweisung nach abgelanfener Jahresfrist and Abschieben oer Ausgendelenen noch dem Ansiedelungsrayon. Hunderte von jüdischen A-amilien werden von diesem harten Säitag get'affen. T. Rumänien. Ptttnrefi, im Juli. «Das neue M i n i st e - r i >> in.) Bi an schreibt: „Der llmstand, daß Herr Earp an die Spitze des neugebikdeten rumänischen Mi nifterinms getreten ist. wird von der offiziösen „Agence Ronmanie" dazu benutzt, um zu erklären, daß sich nun die Lage der Inden etwas bessern tverde. Kenner der Bcrbältnisse aber wissen, das; etwas Derartiges unter der gegenwärtigen Verfassung nicht eintreten kann. Denn trotzdem Earp ein freisinniger Mann ist, war er