Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 60 (26.7.1900)
- Date
- 1900-07-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2449049-2449105--51203-2501703- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
dann geht die Traurigkeit zu Grabe, die Fasttage werden Freudentage. Ueberall ist's dann heilig, und der herrlichste Tempel, den lein Mensch antastet und tein Feind zerstört, wird dann erbaut, denn so spricht der Petr. Das Fasten des 4. und 5., des T. und 10. wird dem Hause Juda sein zur Freude und zur Wonne. Ein herrliches Verhältnis; waltete hingegen unter uiOercn Vorfahren ob, als der Ruf an ste erging, Egypten zu verlassen ms^a Den hohen Werth des Friedens erkennend, suchten sie Verleumdung u. Delatoren aus ihrer Mitte zu Hannen, deren Einfluß zu meiden und ferne zu halten. Hierdurch hielten sie fest an aufrichtiger Nächstenliebe; hierdurch vermochten sie den? egyvtischen Drucke gegenüber standzuhalten und in treuer gegenseitiger Bruderliebe sich erleichtert zu fühlen. Sie fühlten sich einig, verlebten und ertrugen in driiderlicher Liebe und Gemeinschaft das schwer auf ihnen lastende egnptische Sklavenjoch. Einer spendete Trost dein andern. Das gemeinsame Geschick vermochte sie nicht abzustumvscn, vielmehr nur sanft und milde zu stimmen, Lieblosigkeit und unedler Sinnesart den Zutritt zu versagen. Fa, selbst unserm großen Lehrer Moses wurde es vom Allgütigen als Versehen angerechnet. daß er den Gedanken über Israel äußerte nb pi Ä pa 'vcir* rH' *s -res', sie werden mir nicht glauben und nicht hören auf meine Stimme, denn sic werden sprechen: nicht ist Dir der Ewige erschienen. Sofort bezeickmete es ihm Gott als Versehen, zeihte ihn der üblen Nachrede. v:va c;- vr:b nr Der zur Erde geworfene Stab verwandelte sich in eine Schlange, deren Erscheinung ihm die Vcrlverflichkeit der üblen Nachrede andeuten sollte. Die Schlange war nämlich das erste Geschöpf, welches durch üble Nachrede schädigte, durch x-?! prrb zur Sünde verleitete. Und Mose erkannte sein Vergehen, v;ca er: er floh hinweg, er suchte nunmehr seden unbegründeten Verdacht, jedes möglicherweise unwahre Wort zu meiden. Gleich unserem Lebrer Mosche, gleich jenem sittenreinen Geschlecht muß aber auch das gegenwärtige Israel diese hervorragende Tugend rrt pvÄ '-es sP in seiner Mitte aufrecht ballen, hierdurch den wahren Frieden stiften, den wahren Frieden erhalten und zu fördern, suchen. .-isr -r.rr: prS' -sn.Par L ys lehrte Hierarif bezüglich der Talmud, lvcnn arich Nieren, Herz und Zunge zur Uebertrctuug dieser Süude den dösen Trieb im Menschen zu bereden suchen, so wird durch das gesprochene Wort erst das U.ebel vollbracht, Unfrieden gestiftet. Die Sprache ist es aber auch, welche in dem edlen Herzen quillt, vom Herzen zum Herzen dringt: sie ist es, welche Frieden stiftet, ivohlthälig ivirkt und Segen spendet. Darum rufen wir uns stets in's Gedächtnis; jenen Ausspruch des Rabbi Jose, der da erzählte, mnsb mmn: sa-i was sb 'v'v, nie kam ein Wort über meine Lippen, bei dessen Verkündigung ich die Anwesenheit irgend eines Menschen gescheut hätte; nie hatte ich nöthig, nachzuforschen, wer in meiner Umgebung sei, denn nie kam ein Wort über meine Lippen, das als unwahr oder als üble Nachrede hätte bezeichnet werden tonnen. Suchen wir hierdurch das Herannahen jener Zeit zu beschleunigen, von welcher wir in de,, Klageliedern ausrufen LÄL"-S 'a-pa. ni. Doch nicht nur im Allgemeinen wird durch die Unterdrückung wißtiebiger Gesinnung der Frieden erhalten und gestärkt: einen ebenso heilbringenden Ein slus; hat dies aus das friedliche Verhältniß ln den einzelnen Familien selbst, my pre pa ms #ya: r«Ä Die Sittenreinheit und HeiligrlNg des FamileNlebens fanden die vorzüglichste Pflege unter den Nachkommen Jakob's itt Egypten. Ein Jeder zog sich auf seine Familie zurück, hielt aufrecht den häuslichen Frieden und sorgte für den Bestand der Familie, ohne jedoch der Wohlthätigkeitspflicht gegen das Allgemeine sich zu entziehen, auch für das Wohl der Gesammtheit seiner Mitmenschen in jeder möglichen Weise thätig zu sein. Da war ein Familicn-Oberhaupt, das iiber die Sittenreinbcit wachte, Ausschreitungen und Ansartrtngen verhinderte. Da war die sorgende Mutter, welche ihre Kinder für alles Edle erzog, sie zur Eingezogenheit und Bescheidenheit anhielt und so die Grundlage zu allen Tugenden legte, den Worten unserer Weisen entsprechend-'syaaÄs:: rv;p-tx am: rraoaS Verdienst frommer Frauen war cs, loodnrch die Erlösung aus Egypten beschleuuigt wurde. Ein jedes Familienglied fühlte sich zur Familie hiugczogcn: es beugte sich gerne den Belebruugeu des Vaters und beobachtete getreulich die Worte der Mutter, die stets in der vorzüglichsten Weise ihrem Hause, ihren Kinder» und ihren Mitinenschen als nachahmendes Beispiel voranleuchtcte. Ja, die Frauen sind es thatsächlich, deren Hcldenmuth und Festigkeit im Glauben in jeglicher Epoche der jüdischen Geschichte uns begegnen. Sie sind cs, denen vom Allgütigen zur Belohnung für ihre Standhaftigkeit die spezielle Feier der Nemnondstage <amrn 'trsu aufgetragen wurde, weil sie die Anfertigung des für Israel so verhängnißvoll gclvordenen Kalbes verhindern wollten. Während sie nämlich bei Errichtung des heiligen Stistszeltes ans eigenem Antriebe bereitwillig auch das edelste Geschmeide dein Werke Gottes weihten, so hatten sic der Aufforderung ihrer Männer, ihre Ringe zur Herstellung eines goldenen Kalbes zu widmen, entgegnet: xaw: sd >y,-Ä na '2 psr narrn ppp mvvb so sehr wir auch Euren berechtigten Wünschen enisprechen und Euch zu erfreuen bestrebt sind, so können lvir dcnoch Euren Worten nicht gehorchen, wenn es gilt, ein unvermögendes, machtloses Götzenbild zu errichten. L'^:sn ja *inv m nrepo pp pap rrapn hnb p: Und ans diesem Grunde wurde ihnen die göttliche Anerkennung , durch die den Frauen übertragene spezielle Feier der emm psi zu Theil. Ganz anders lagen die Zustände aÄpima 'nsaa Die Klagelieder des polnischen Ritus geben uns hier-