Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 58 (19.7.1900)
- Date
- 1900-07-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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' V, 1186 i-lef tenmefen, so [ehr es auch früher üppig wucherte. luicit her vSerftonuuj oc-:- ZTcatpcfv eine abgethane Sache war. Nenau eiligegeugesetzi tagen die Dinge zur Zeit «Wmaliels I.. Zu [einen Jüngern zählte Paulus, der e-ies in der Apostelgeschichte 22,3 ausdriiekliel) erwähnt. ,. ,\ih lün ein jiibifihet 'JJuimt, gehören zu Tarsus in 'Alieia unb erzogen in dieser Stadt, zn den Fußen Ganmliel" gelernt mit allem Fleiß im väterlichen Gesetz." h,;: ist hetannt. daß dieser Apostel außer einer umsassenden missionarischen Wirksamkeit unter den Seiden durch die Abschaffung des inosaischen Religionsgesetzes auf eine tiefgreifende Spaltung innerhalb der JudenHeit seihst es abgesehen hatte. Es ist dies in der Apostelgeschichte Gap. lö ausführlich bar> gelegt. Es kann daher nur natürlich erscheinen, wenn Üi'ahb. Gamaliel in her nrtz Stellung gegenüber den sektirerischen Lehren seines Schülers Paulus nahm. Diese Thatsache erscheint um so einlenehkender, als lvir auch bei anderer Gelegenheit Rabb. Ganialiel mit scharfer Polemik gegenüber den Lehren des gedachten Jüngers aufrreten sehen. Paulus war es. der sein auf die Abschaffung des mosaischen Gesetzes gerichtetes Streben dadurch einleuchtend zu -'lachen suchte, daß er dieses als ein lveit ausgesponnenes Snnem von sinnlosen Leistungen hinstellte, welche dem mähren. Zwerke der Religion geradenlvegs zulviderlanfen. Unter solchen Gesichtspunkten betrachtet, kann es daher nur als natürlich erscheinen, lvenn er von einem „Fluch des Gesetzes" redet. Was daher Abraham Geiger und seine Nachbeter als eine funkelnagelneue Entdeckung ausgegeben haben, in meber neu, noch war es ihr geistiges Eigentfuim. Es leitet seinen Ursprung von Paulus, dem Jünger Ganialiels her. So redet derselbe (Galaterbrief 4. 24 ff.) von der mos. Lehre als einer, die „zur Knechtschaft gebiert" und die den Menschen in das Verhältnis'. der „Gegner" Gott gegenüber bringt. Aber ivas spricht die Schrift? „Stoß die Magd hinaus mH ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit oem Sohn der Freien. So sind wir nun — lieber Ar »der — nicht der Rtagd Kinder, sondern der Freien .und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Fach fangen." iDas. 30 und 34 und ö, 4.) Dem gegenüber vertritt Rabbon Gamaliel in bewußter 'Anspielung auf die Lehren seines Jüngers in hem Ausspruche, der auch in unsere Peßach-Hagada ausgenommen lvorden, 'hx rrri NL'bs» *«x xhtr hr 'rzn xm xh r.zzz „Wer diese drei Vorschriften an Peßach in ihren Grundgedanken nicht erörtert, hat mit der gedankenlosen Leistung allein seiner Pflicht keineswegs genügt. Weit davon entfernt, darin ein Snstein von Leistungen, die den Menschen in den Zustand der Knechtschaft herabdrücken, zu erkennen, will er das Gesetz vielmehr an seinem Geiste erfaßt sehen, damit es seine segensreiche Kraft zur rechten Entfaltung bringen könne. Nachdem Rabbon Gamaliel das „Gesetz" auf diese Weise in diesem seinem wahren Sinne bethätigen gelehrt, schließt er mit dem Dankgebete Gott gegenüber nx hx^i i:hx; ntrx der nicht bloß unsere Väter erlöst, indein er das egyptische Joch von ihrem Racken gewälzt, sondern in gleicher Weise auch uns erlöset, indem er uns das Joch seiner Gebote anserlegt hat. Denn für denjenigen, der es in seinem wahren Sinne bethätigt und seinen Segen erfahren, ist es ein süßes Joch, das nicht zur Knechtschaft erniedrigt, vielmehr zur Stufe der lvahren Freiheit erhebt. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 18. Juli. Heute Nacht sind wieder 440 rumänische Auswanderer hier durchgekommen, die von Frankfurt kamen und dort des Hafenstrikes wegen, der in Rotterdam ausgebrochen war, seit Freitag zurückgehalten wurden. Die Leute lvaren alle gerührt und von großem Danke erfüllt über die wahrhaft großartige Ausnahme, die sie in unserer Nachbarstadt gefunden, ilnsere Ellaribensgenosten aller Richtungen und Schattirungen haben sich, tote bei den früheren Durchzügen, so auch jetzt wieder, als großartige Gaumle Chafsodim erwiesen. Jeder wetteiferte, die Unglücklichen zu bedenken. Wahrhaft Wunderbares hat die Frankfurter israelit. Suppenanstalt geleistet. Berlin, 46. Juli. Am 22. August d. I. ist der 400. Geburtstag Samuel David Luzzattos, dessen unsterbliche Verdienste um die Wissenschaft des Judenthums es allen Freunden dieser Wissenschaft zur Pflicht machen, diesen Tag in dankbarer Erinnerung an das Schaffen und Wirken des großen Meisters ans vielen Gebieten unseres Schriftthums feierlich zu begehen. Der geschäftsführende Ausschuß des Verbandes der jüdischen Litteratur-Vereine glaubt aber das Andenken dieses Mannes nicht bester würdigen zu können, als durch die Herausgabe eines Luzzatto-Gedenkbuches, das verschiedene Beiträge namhafter Gelehrter, wie Bacher, Berliner, Bloch, Braun, Bernfeld, Kayserling u. A. enthalten und sämmtlichen Vereinen in einer Anzahl von Exemplaren zum 22. August gratis über wiefen werden soll. Die nöthigen Mittel, um die durch die Herausgabe eines solchen Gedenkbuches entstehenden Ausgaben bestreiten zu können, werden die größeren Vereine für jüdische Geschichtte und Litteratur in Deutschland aufbringen. Frankfurt a. M., im Juli. Dem Bericht des „Vereins zur Erziehung jüd. Waisen in Palästina" für das Jahr .4899 entnehmen wir: