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Der Israelit · 1900-07-19 · Heft 58 (19.7.1900) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 58 (19.7.1900)
Date
1900-07-19
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1187 Die Zahl der am 1. April d. I. in der Anstalt befindlichen Zöglinge beträgt 30 (gegen 25 im Vorjahre); seitdem ist noch ein Knabe ausgenommen worden. Für die kleineren Zöglinge, die des Hebräischlesens unkundig sind, mußte ein Hülfslehrer genommen tverden. Drei von den vorjährigen Zöglingen sind als Handwerker in die Lehre getreten. Unsere Thätigkeit auch auf die Erziehung von Waisenmädchen auszudehnen, ist uns bis jetzt zu unseren! Leidwesen noch nicht möglich geworden, da die dafür verfügbaren Mittel bei weitem nicht genügen. Wir geben jedoch die Hoffnung nicht auf, daß wohlthätige Glaubensgenoffen sich bald auch dieses Zweiges wahrhaft segensreichen Wirkens annehmen werden. Was die Schule betrifft, so berichtet Direktor E o h n unterm 8. April d. I.: „Das Schuljahr 1899 bis 1900 schloß am 1. April mit 106 Zöglingen, wovon 42 Externe das Mittagessen im Waisenhause gratis erhielten. (Das Sommersemester 1899 hatte am 16. August mit 92 Schülern geschlossen.) Die Zahl der zahlenden Schüler ist im Wintersemester auf 14 gestiegen. Dieser Umstand, ebenso wie die Thatsache, daß die Schule mit 106 Kindern schloß und im Lause des Wintersemesters kein einziger Austritt erfolgt ist, können angesichts der hiesigen Verhältnisse als erfreulicher Fortschritt bezeichnet werden. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Pisek, 17. Juli. (Zum Prozesse Hilsner.) Am 7. d. fand in Polna ein Lokalaugenschein des Pisckcr Gerichtes, unter Zuziehung zweier Gerichtsärzte, statt, welche der Ueberprüfung der Aussage des Zeugen Peschak galt. Mit dieser Besichtigung des Thatortes ist nunmehr auch die neue Untersuchung gegen Leopold Hilsner formell zu Ende, und das gesammte Material wurde an die Prager Oberstaatsanwaltschaft gesendet, wo in erster Linie entschieden werden wird, ob gegen Leopold Hilsner auch die Anklage wegen Ermordung der Maria Klima, deren Leiche bekanntlich im Juli 1898 in der Nähe von Polna aufgefunden wurde, erhoben werden wird. Die Eltern der Klima wurden veranlaßt, für diese Eventualität in der Person des Dr. Pcwnh aus Prag einen zweiten Privatvertreter neben Dr. Baxa zu bestellen. Hilsner wird in dem zweiten Prozesse, der Anfangs November für 14 Tage in Aussicht genommen ist, von Dr. Auredniczek u. dem Piseker Advokaten Dr. Vodicka vertreten sein. Frankreich. Paris, im Juli. Die Nachrichten aus Persien sind noch immer höchst unbefriedigend. Zwar ist in Teheran die Situation etwas bester geworden, aber auch hier ist bezeichnend für die bösartige Entwickelung daß der Schah, um während seiner Reise in's Ausland die Ruhe sicher zu stellen, den Polizeichef von Teheran, der den Priestern nicht genehm war, abgesetzt hat. Uns Juden war der gemaßregelte Beamte, Mohtar el Saltane, günstig gesinnt und diese Toleranz war vielleicht ein Hauptgrund, der die fanatischen Priester bewog, gegen ihn zu intriguiren. Auch die Kaufleute, deren Concurrenzneid in dem vorigen Jahre die Krise für die Juden heraufbeschwor, bereiten für die Zeit der 'Abwesenheit des Schah neue 'Angriffe gegen die Juden vor. Viel schliminer aber lauten die Nachrichten aus der Provinz. In Barfourouch hat der Gouverneur es übel genommen, daß Juden es gewagt haben, gegen ein ungerechtes Vorgehen von seiner Seite sich bei seiner Vorgesetzten Behörde zu beschweren und hat die Appellanten verhaftet, mehreren sogar die Bastouade ertheilen lassen. Auf Intervention des Direktors der Alliance ist ein Befehl aus Teheran ergangen, daß diese Ungerechtigkeiten sofort abgestellt tverden sollen. Allein Persien ist groß und der Schah ist weit'. In großen Theilen des Landes ist Hungersnoth, und die Wuth des Volkes richtet sich zum Theil gegen die Juden . So in Mazenderan, wo 10 Juden sich haben bereit finden lassen, den Islam anzunehmen, in Bouchir, Kirman schah und Hamadan. Um die Noth voll zu machen, ist in Hamadan und Kirmmanschah die Pest ausgebrochen und richtet fürchterliche Verheerungen an. Ein Hauptgrund der Noth der persischen Juden ist, daß sie in ihre Ghetto's zusammengepfercht sind, wodurch sie von der Landwirthschaft ganz abgeschlossen und auf wenige Erwerbszweige angewiesen sind. Da es heißt, daß die Errichtung einer Ackerbauschule vielleicht seitens der Regierung gestattet würde und die Alliance die Mittel hierfür zur Verfügung stellen könnte, so haben Cazes und sein Vertreter Rüben Levt) sich bereits ein passendes Terrain angesehen, das Privatbesitz des Schah ist und nur drei Stunden von Teheran liegt, also dem Sitze der wohlwollenden Eem tralregierung reckt nahe. Es hat 1.1,000 Hectar Umfang und könnte 110 Familien ernähren. Die jüdiscke Bevölkerung in Persien kann man auf 40,000 Seelen im Ganzen schätzen. Soolbad Harzburg Pension parlfhaus. Mit Genehmigung Sr. Ehrivürden Herrn Landrabb. Dr. Mf ulf, Braunschweig unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. Auerbach, Halberstadt, Neu erbautes, streng rituelles, vornehmes, ruhiges Hauö 1. Ranges. Bolle Pension inel. Wohnung von 6,50 Alk. an. — 16 elegante Salons mit Balkons. — Ertra gute Verpflegung. Jeden Samstag Gottesdienst. — Eigene neu erbaute Svnagoge im Parke des Hotels. {3516 Geöffnet vom 15. Mai bio 1 Ortober. Lesitrer: Max Hecht. Frankfurt a. M. Schillerstr. 41. ich neben C*f<5 Bauer Sensal: Für Immobilien-Hypotheken und Finanzirungen. (6857

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