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Der Israelit · 1900-07-19 · Heft 58 (19.7.1900) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 58 (19.7.1900)
Date
1900-07-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1178 ten sie demnach ihre Nationalität zu wahren. Sie bewahrten ihre heilige Treue inmitten der Söhne des Landes und beobachteten die Familiengesetze ihres Geschlechtes. cjitri’ nxi aem nx mm xbv sie wechselten und änderten nicht ihre Namen und ihre Sprache. Trotzdem sie die Landessprache verstanden, trotzdem sie mit den Einwohnern des Nillandcs in der freundschaftlichsten Weise verbunden waren, pflegten sie dennoch ihre heilige Muttersprache, legten sie dennoch ihren Söhnen und ihren Töchtern jüdische Namen bei, die sie an die Geschichte ihres Volkes erinnern sollten ’mm xb l'pbc pyemi p'jo pnrrj pyemi pixn csm ns* Als Rüben und Simeon zogen sie hinab nach Egypten und unter Führung derselben Namen verließen sie es wieder. Jüdische Namen führten sie im häuslichen Leben, mit jüdischen Namen wurden sie auch von den Egyptern angesprochen. Jakobs Familie hielt aber die übernommenen Stammgüter nicht nur in glücklichen Verhältniffen und Lagen in Ehren, orm^ nx mm nb'i auch in der mißlichen, bedrängten Lage blieben die Israeliten ihrer edlen Denkungsweise getreu, vnrnb na mm xSi ihre Sprache, ihre Redeweise, der geistige Verkehr war ein edler, blieb ein ihrer Denkungs- und Handlungsweise entsprechender. Dieser Gedanke soll auch durch die dreimalige Namensaufzählung der Söhne Jakobs angedeutet werden, wie der Midrasch dies mit den Worten bemerkte, bn-rn-; oniam im^cnjim cmem imnsnjm *2f?v;n-Sspm ibnrninx e^jt« enem lm^erm B'isiö1? Die Namen der Söhne Jakobs werden erwähnt noch ihrer Geburt, sie werden wiederholt aufgezählt, als Jakob und seine Famile nach Egypten zogen, ja, sie werden zum dritte Male ausgezeichnet, nachdem Jakob aus dem irdischen Leben geschieden und Israel nun gleichsam ohne Führer, ohne leitendes Oberhaupt dastand. Und dieser edlen Denkungs- und Handlungsweise wegen c-nrnb nxi csm nx mm x^m wurde Israel der Erlösung würdig befunden. Das Verdienst dieser edlen Bestrebungen machte es fähig, ein mnp oy ein heiliges Volk zu werden, ’nxarb. Gerade in entgegengesetzter Weise handelte jenes (Geschlecht, in dessen Zeiten die Zerstörung des heiligen Tempels erfolgte oPmm: tikxb. Jenes Zeitalter hatte an griechischer Sprache, an griechischen Sitten und Bräuchen Gefallen gefunden und wollte denselben Eingang in seiner Mitte verschaffen. Wohl tvurde auch damals die Muttersprache gepflegt, wohl wurde auch damals das Thorastudium betrieben, aber mm x^m n^rn m*rc sie, die Söhne jener Zeit, sprachen aber nicht den Segensspruch vor dem Thorastudium. Sie studierten nämlich die Thora als Wissenschaft, ohne jedoch auf deren heilige Sprache und deren heiligen Charakter zu achten. Der Segensspruch, welchen wir vor jedem körperlichen und geistigen Genüsse sprechen, ist der Ausdruck unserer Dankbarkeit gegen den himmlischen Allvater, dessen unendliche Gnade uns umgibt, der das Mittel zum Genüsse, die Befähigung zum Genießen uns verleiht, der mit seinen heiligen Geboten uns betraut und zu seinem heiligen Dienste uns erkoren; es ist der Ausdruck unserer Dankespflicht. Was aber müßte mehr zur Dankbarkeit gegen den Allvater und zu unserer eigenen Veredelung uns anspornen, als die wahre und richtige Erkenntniß der Thora, als die Erkenutniß des unendlichen Glückes, das durch deren Besitz uns zugetheilt; die Erkenntniß der hohen und er. habenen Stufe Israels, zu ivelcher es durch dieselben erhoben wurde. Dies ist der Inhalt der m*nn nrrc. Dem Danke min picyS "L22 i:mnp nmx schließt sich die Bitte an nm "jcy nrnr msm “jnrn ’mn nx xj z"vr' bxirn*. Gott möge mit Einsicht uns beglücken, das Liebliche seiner heiligen Lehre stets zu fühlen, zu empfinden und zu begreifen, i:n;x "tiji „damit wir und unsere Svrößlinge und die Sprößlinge Deines ganzen Volkes Israel, wir alle kennen Deinen Namen und erlernen Deine Thora in reiner, erhabener Weise." Sodann folgt der Dank-Segensspruch m in: imx. Die erhabenen Ideen dieser herrlichen Scgcnssprüche, die heilige Gesinnung und richtige Erkenntniß, welche sie voraussetzen, waren unseren Ahnen abhanden gekommen, rrSnn nun: mm xbrn „sie hatten den Segensspruch über die Thora nicht gesprochen." Wenn auch das Studium der Thora nicht aufgehört hatte, wenn sie auch Wissenschaft darin gesucht und Weisheit daraus geschöpft, sie hatten sie aber nicht als göttliche Wissenschaft nicht zur Erfüllung heiliger Verpflichtung ausgesucht. Das Himmlische. Heilige und Heiligende derselben ward verkannt. Es war nicht die Thora und die darin enthaltene heilige Sprache, die Israels Söhne verbanden: es war nur die Wissenschaft, die beachtet tvurde, während das Baud ihrer Zusammengehörigkeit Bnrnb nxi cmm nx mm xSm von ihnen gewichen war. Darum mußten sie aus dem heiligen Laude vertrieben, darum mußte der heilige Tempel ein Raub der Flammen werden. mbrnnrn yixsb. Das edle Beispiel unserer Vorfahren in Egypten und die entgegengesetzte Handlungsweise des Geschlechtes der Tempelzerstörung müssen darum uns mahnen, in jeder Lage, in glücklichen, wie in mißlichen Verhältnissen, stets eine edle Denkungsweise uns zu bewahren, um hierdurch auch im gegenseitigen Verkehr eine edle Sprache zu führen, unserer edlen Denkungsweise durch entsprechende Worte Ausdruck zu verleihen. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten nnd Correspontzenzen. Deutschland. Berlin, 16. Juli. (Z u r K o n i tz e r A s f a i r e.) Gegen die klerikale „Germania", welche sich an der antisemitischen Hetze aus Anlaß des Konitzer Mordes eifrig betheiligt und namevtlich immer wieder be-

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