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Der Israelit · 1900-07-19 · Heft 58 (19.7.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 58 (19.7.1900)
Date
1900-07-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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41* Jahrgang. M *8 Kentrat-Hrgan für das orthodoxe IudentHum. Begründet von Dr. fe^mantt in Btain|. Donnerstag, den 19. Juli 5669(199«). Kr rrrrrei Mavk abonnlrt man bei allen Postanstalten für den Monat Aug-ust & September auf den ,,I«raellt". Tiefer Preis tritt aber nur ein bet Abonnements, welche rechtzeilig am Post-Zeitungsschalter des Wohnsitzes deS Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Ausland entsprechend Häher. Dir Erprdition -es „Asraelit". Leitender Artikel. TlKsa ,Dn2QQ 'n*«0 ZU den drei Machen. Von Rabbiner Dr. Seikel Bamberger—Schrim m. Wiederum hat die alljährliche Trauerzeit um den Verlust der heiligen Besitzthiimer, des heiligen Landes, des Tempels und des Heiligthums begonnen. Wiederum klagen wir um den Verlust der inneren Lebenskraft, der Glaubenstreue vieler unserer Angehörigen. Und wiederum fordert diese Zeit zu unserer eigenen Besserung auf durch die Betrachtung jener Verschuldungen, toelche den Verfall Israels herbeigeführt haben. Der M Ab mit seinen Klageliedern lenkt unfern Sinn auf Vergleichung der Zustände zur Zeit des Auszuges '.s Egypten a’iiDö ’ nxxz und zur Zeit des Auszuges aus dem Lande Kanaan nach der Zerstörung des heil. Tempels D^tPfi’D wen. I. In mannigfacher Art zeichneten schon die Jnsaffen des alten Egypterlandes Ereignisse auf, welche irgendwie von Bedeutung waren. Obelisken in mächtiger Höhe und die mit emsigem Fleiße von unzähligen Händen errichteten Pyramiden haben durch Inschriften jeder Art ausbewahrt die Geschichte des längst von der Erdfläche entschwundenen Geschlechtes. Aus den Abdrücken dieser Inschriften, aus den unzähligen Papyrusrollen, lernen wir den hohen Grad von Kultur kennen, tvelchen die alten Egypter erklommen hatten. Sie zeugen von dem hohen Kunstsinn und den hervorragenden Fähigkeiten und Anlagen der Pharaonischen Zeit. Und an diesen hervorragenden Künsten und an der sich immer mehr hebenden Kultur der Egypter hatten die Israeliten kräftigen Antheil genommen. Sie halfen mit an dem Aufbau der Wissenschaft, an der Pflege der Entwickelung des Landes. Joseph, der als Rathgeber des Königs den Namen “ i a s führte, der nach den Worten des Midrasch cars "|T nosnz sk trotz seines jugendlichen Alters seine Zeitgenossen an Weisheit, Klugheit und verständiger Verwaltung des Landes weit übertraf, hatte für das königliche Haus das ganze Land als Eigenthum erworben und so dort materiell wie geistig eine Blüthezeit hervorgerufen. Der von unserem Stammvater Jakob dem Könige ertheilte Segen cvr: nSjrp pan vr, „möge der Nil stets zu Deinen Gunsten sich gestalten," bewirkte wiederum die regelmäßigen Nilüberschwemmungen, denen Egypten seine alte Kultur, die Fruchtbarkeit seines Bodens verdankt. Und bis zu dieser Zeit, ja bis zum Tode sämmtlicher Familienmitglieder Jakobs, die mit ihm nach Egypten gekommen waren, standen die Israeliten in größter Achtung in Egypten, genossen Vorrechte jeder Art und zählten zu den hervorragendsten Einwohnern des Nillandes. Trotz dieser schönen Stellung aber hielten sie fest an den von ihren Vorfahren ihnen überlieferten Prinzipien, wichen sie nicht von der von Gott unserm Stammvater Abraham gestellten Aufgabe, „ich habe ihn deßhalb ersehen, daß er befehlen werde seinen Söhnen und seinem Hause nach ihm, zu beobachten den Weg des Ewigen, zu üben Recht und Billigkeit." Ja, in ihren glücklichen Zeiten und Verhältnissen wuß-

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