Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1900-07-09 · Heft 55 (9.7.1900) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 55 (9.7.1900)
Date
1900-07-09
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2446951-2449049-2449100--51092-2501587
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

43 1614 wohnten dort 42 jüdische Familien. Als Rabbiner von Th annliauseu wird am Ende des 16. Jahrhunderts R. Mosche Lohen, der Grossvater des berühmten R. Sabbatai Lohen (“ B>) genannt. Er hatte vorher als Rabbinatsassessor in Frankfurt a. M. gewirkt18). Sein Nachfolger als Landesrabbiner von Schwaben war R, Eliakim Getschlik Rothenburg, Sohn des oben S. 26 genannten R. Gedalja19), dem das Memorbuch von Pfersee folgenden Nachruf widmet: pp'jxn tpnpn lMTfo tpm xrevio Shi-i px:n pnnp ißjr jmjüHo bw p^trüw D'p’^x *nno noncm .cnnn nea isw ^xs^’a rrrn R. Getschlik war ein Schüler des R. Liwa b. Bezalel in Prag. In RGA x-nrr n'a “jot werden seine rituellen Entscheidungen öfter angeführt (vgl. Nr. 7, 8, 32, 38, 68, 81, 118, 134). Er bezeichnet sich in Nr. 68 als Abkömmling des R. Meier Rothenburg im 10. Grad. Er ist Verfasser des i:rr rtox: ’d eines Kommentars, zu den Tagumim der 5 Megillot (Prag 1618), sowie eines Kommentars zu dem Thoratargum (vgl. Michael cyti nx Nr. 470). Eine von ihm getroffene Anordnung d. a. 1609 wird von R. Jizchak Ethausen in bSju pix mr Nr. 42 erwähnt. In den Rathausakten von Thannhausen wird er 1624 als „Land-Rabbin“ aufgeführt; in diesem Jahre zahlt er für sich und seinen Faktor „der kein eigenen Rauch führt“ 12 ff Sitzgeld. R. Getschlik starb um die Mitte des 17. Jahrhunderts und wurde in Burgau begraben. Seine Tochter Breindel starb 1686 in Prag (Hock S. 336). In Thannhausen lebte auch R. Meir (als Rabbinerr*), der neun Söhne hatte, worunter besonders bekannt sind: Eliakim Göt.z, Talmudgelehrter in Posen (Grossvater des gleich- 18) Vgl.Vorrede zn*pPNn D; Friedberg, rUlHD PHD S. 5. 19) Rafael, Sohn des Eliakim, war also nicht der Vater unseres Eliakim, wie Michael nach Cod. 673 der Bodleiana, der früher in Michael’s Besitz war, im D”nn PIN Nr. 470 annimmt, sondern sein Onkel; vgl. auch Revue des gtudes juives Bd. 12, 8. 91, wo Rafael von seinem altern Bruder O'P'PN P"PH N"N p N’PPJ p"PniD spricht. Hiernach ergibt sich folgende Stammtafel: Eliakim Getschlik (8. Glied von Maharani Rothenburg) Gedalja 1600 Rafael 1 90 Mordechai Eliakim Getschlik Moses 1021 Todro**) 161!) ~~\ I ' David 1654 Getschlik : r Abraham Raftali in Bass- >716 weiler 1681 *) Besitzer des Pferseer Talmudexemplars; cf. Dikduke Sotrim J, 35. namigen Rabbiners in H il d e s h e i m. Verf. von arrr ’jbx nur); Löb Chaneles, Verf. eines Kommentars zu den Turim (Lublin 1599); Akiba von Hotzenplotz, der in’s heilige Land,auswanderte und in Sidon starb; Jakob Temerles. Eine Tochter Edel wohnte in Posen, wo der berühmte R. Samuel Edels ((xtin'nö)) ihr Schwiegersohn wurde20). 1626 kommt in den Rathausakten ein „Schmu! Rabin“ vor. — 1677 erbauten die Juden von Thannhausen eine neue Synagoge. Im August 1717, als noch 2o jüdische Familien dort wohnten, wurden dieselben auf Betreiben der Gräfin von Stadion ausgewiesen; die Synagoge wurde in eine Kapelle umgewandelt, Am Eingänge derselben ist ein Opferstock, wahrscheinlich noch von der Synagoge herrührend; ein daran befindliches Bild zeigt Moses mit den Bundestafeln, worunter ein Kreuz und die Worte : Antiquum documentum novo cedat ritui. Die ausgewiesenen jüdischen Familien sollen, wie die Sage geht, auf der Strasse, die von J c h en hausen nach Ox e n b ru nn führt, hölzerne Bai aken errichtet und längere Zeit dort gelagert haben, bis eine derselben in Ich etili aus en aufgenommen wurde, während die übrigen an verschiedenen anderen Plätzen Unterkunft fanden. (Fortsetzung folgt.) R. Abigedor Cohen Zedek. Eine litte rar-historische Skizze von Jacob Bamberger, Aschaffenbürg. (Schluss.) In seinen Entscheidungen zieht R. Abigedor folgende Werke zu Rate:J) Midrasch jelamdenu* 1 2), Sifre3), Sefer hamizwoth von R. Mose4), Pirke d’rabi Elieser5), Midi*. Schochar 20) Vgl auch Dembitzer, Kelilat Jofi, II 8. 124b; Braun, Gescb. des Rabbinats in Sckneidemühl, 8. 106. 1) 96a citiert R. Abigedor Pr D’pyDP n"P Pr myj/ ’j’or; 48 b, 73 c!2"S: 54 b Tl’DN *PP GPG1N ]DTS; 65d, 71c, 114a Ipr HDD PPDP '’S HDPr 'P. L 2) 70 c. £ 3» 66b. 4) 106 a. Zfi) 110a.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.