Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 14 (15.2.1900)
- Date
- 1900-02-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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279 lassen, durch Dein Verbleiben bei uns wirft Du diesem hartnäckigen, unbeugsamen Sinn mit Erfolg entgegen treten, deshalb ::rp2 x x; x 7:2-- \r, -71x22 x: ex .x-n r-y ntrp zv '2 „Wenn ich doch Gunst in Deinen Augen gefunden habe, mein Herr, so möge doch ,mein Herr, in unserer Mitte wandeln, denn es ist ein hartnäckiges Volk." (2. B. M., Gap. 34, V. 9). Lehrt diese Auffassung das Motiv für die Verirrung der Väter, welche in dem goldenen Kalbe verkörpert war, milder beurtheilen, so erscheinen auch die daran sich knüpfenden folgen ganz anders, wenn wir der Weisung folgen, zu welcher die Auffassung unserer großen Weisen führt. Sielehren: 7r,x*i bx^L" rrr» xb . L-2-d 7!--L»71 rrrS xSx- 712-72 Tirrxb „Israel wäre nie einer solchen Handlungsweise fähig gewesen. Es mußte die That begehen, um der ganzen Menschheit Zeuge, Bürge und Denkmal der Kraft der Teschuba, der reuigen Rückkehr zu Gott zu werden." Wie groß, wie unbegreiflich groß müssen unsere Ahnen selbst in ihrer Verirrung sich bewährt haben, wenn wir ihr das Höchste, Beseligendste verdanken, dessen die Menschbeit sich erfreut: das Bewußtsein, daß Gottes Liebe stärker ist, als menschliches Fehlen und Irren! Dem höchsten Abfall verdanken wir das höchste Gnadengeschenk Gottes; die über allen Zweifel erhabene Versicherung, daß es eine Vergebung, Verzeihung, Versöhnung für allen menschlichen Trotz und Fehl, daß es einen Jom Kippur, einen Tag der Sühne für alle Verirrungen und Vergehungen gibt! Zeitttttg-rrachrrchterr und Correfpondenzerr Deutschland. Berlin, 13. Febr. Wie wir nachträglich hören, ist die in der Repräsentantenversammlung vorgetragene Beschwerde gegen Herrn Rabbiner Dr. Weiße von einem Mitgliede der Reformgemeinde ausgegangen, weil Herr Dr. Weiße Aeußerungen über diese Gemeinde gethan haben soll. E. R. Biblis, 12. Febr. Die durch Herrn Sal. Bodenheimer I. s. A. mit vielen Mühen und großer Anstrengung ins Leben gerufene, seit ca. 40 Jahren bestehende isr. Bürgerschule wurde bereits vor 14 Tagen durch hohe Verfügung Großherzogl. Ministeriums in Darmstadt aufgelöst. In allen jüdischen Blättern ergeht der Aufruf „errichtet jüdische Schulen," und hier wurde eine solche Schule, die zum Segen der Jugend arbeitete, durch einige Herren, die glaubten, mit der Mode der Zeit gehen zu müssen, zerstört. Die Herren des in Ihrem Blatte s. Z. aufgenommenen Eingesandt, mögen sich freuen, den Sieg 2^172 71771 davon getragen zu haben, aber xnn 2*272 werden sie es zu verantworten haben, und jene, die für den Fortbestand gekämpft, um die Jugend auch fernerhin 71-7-27A 7iimb aufzuziehen, werden Trost finden kn dem Belvußtsein, das Gute gewollt zu haben. Besonders bedauerlich bleibt es, daß bei der Auflösung der Schule Herren mitgewirkt haben, die ganz besondere Ursache hätten, im Sinne des seligen Herrn Bodenheimer zu wandeln und die auch geschäftlich Anspruch darauf erheben, daß man ihnen in religiöser Beziehung traue. Aürth, im Febr. Seit einigen Wochen hat die i'üdische Gemeindeverwaltung eine Einrichtung ins Leben gerufen, für welche sie des Dankes der Gemeindemitglieder gewiß sein kann. Im Restaurant Kurländer ist aut Gemeindekosten ein Zimmer gemiethet worden, in welchem fast sämmtliche jüdische Zeitungen Deutschlands sowie einige österreichische am Freitag, Samstag und Sonntag aufgelegt sind. Der fleißige Besuch, dessen sich das Lesezimmer erfreut, zeigt, daß mit der Einrichtung einem Bedürfnis abgeholfen ist. das gewiß auch in vielen anderen Gemeinden besteht. England. London. In den englischen Regimentern, die jetzt in Südafrika kämpfen, befindet sich auch eine größere Anzahl von Soldaten jüdischen Glaubens. Es sind etwa dreihundert Juden, und zwar zum bedeutendsten Theile orthodoxe Juden, die, obwohl im Felde, dennoch nicht versäumen, den Vorschriften ihrer Religion nach Möglichkeit nachzukommen. Sir Samuel Montagu, der bekannte englische Philantrop, hat es übernommen, seine Glaubensgenossen vor dem Feinde mit dem ungesäuerten Brode zu versorgen, dessen sie zu Ostern bedürfen werden, und der Herr Oberrabbiner von England, Dr. Adler, wird die Verkeilung der „Mazzis" an die einzelnen Soldaten ins Werk setzen. Uebrigens war der bei Spionkop gefallene Lieutenant Raphael vom Süd-Lancashire Regiment auch mosaischen Glaubens. Dänemark. Kopenhagen, 4. Februar. In vorvoriger Woche feierte hier eine hochangesehene Dame, Frau S i e s - b y e, ihren 80jährigen Geburtstag. Ursprünglich aus einer Provinz hergekommen, hat sie durch eigene Kraft und durch ihren großen Wissensdurst es verstanden, sich hier ein Dasein zu verschaffen, das ihr selbst und vielen Hunderten zum Segen geworden! Als Lehrerin sungirte sie schon einige Jahre, nachdem sie — eine Waise —- hierher kam, und erwarb sich im Laufe kurzer Zeit die Achtung und innige Liebe aller Schülerinnen, und Aller, die sie kennen lernte. Zwei Generationen hat sie Unterricht ertheilt, und Allen hat sie die beste Lehre mit in's Leben gegeben: wahres Gottesvertrauen und Gottesfurcht, wie sie auch selbst in ihrem ganzen Leben von denselben beseelt gewesen. Noch ist sie so jugendlich und geiitesfrisch, wie es selten zu schauen, und an ihrem Geburtstage wurde von Jung und Alk, von Nah und Fern, herzliche Gratulationen und sinn reiche Geschenke überreicht, deren Kernwunsch derjenige