Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 14 (15.2.1900)
- Date
- 1900-02-15
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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U'o r, daß ilir m\fi nianclie Jab re inner imy;il iveüeii ne spendet werden möge. Ihr Mann. Sahn eines Dichters, fungirt noch trotz seines hoben Alters, als Stenograph iin hiesigen Reichstage.' Gleichzeitig genatle ict, wir. Herrn „Emety" ans Poien zunäehst weinen Tank zu sagen, das; er mich ans ein vermeintliches Versehen aufmerksam mach:, dessen ich mich - durch die Eingangsworte meines letzten Artitels schuldig gemacht gaben soll. Freilich hätte ich das Wort „ersten" vermeiden können, unb habe nur dabei auch N i ch t s gedacht.' ich lveiß, daß Herr 2. Guttmann ca. zwei Jahre in Malmö als Religionslehrer und Seelsorger tbätig war und das; er von einer großen Autorität das Rabbinatsdiplom befaß und zu Aller Zufriedenheit dort ivirkte. Es war auch deßhalb, daß die Gemeinde ihn mit Bedauern ans ihrer Mitte scheiden sab. Daß ein solcher Mann, der als Rabbiner snngirt. aintlich angestellt und unter tgl. Schutze steht, keines Doetor-Titels bedars. und daß gerade innerhalb des Iudentbnms es s o hervorragende und außerordentliche Gelehrte gegeben und noch gibt, das beweisen, ivie Herr „Emeth" richtig bemerkt, viele, viele große Rainen. Ich brauche bloß z. B. ans den erhabenen, unvergleichlichen S. R. Hirsch hinzuweisen, ans den jetzigen Hamburger Rabbiner Hirsch und Hunderte anderen. Aber — ivie ich gebart suchte s. Pt. die Malmöer Gemeinde damals einen Lehrer, und daß Herr Guttmann noch außerdem so viele Kenntnisse aus verschiedenen Gebieten besaß, und RabbinatSfunetionen ausüben konnte, das machte ihn damals um so werthvoller! Als er dann vor? dort ivegging und die Ge meinde einen anderen suchte, regte sich der Wunsch, nicht nur einen „Lehrer und Seelsorger," sondern einen Rabbiner zu haben, der auch den akademischen Weg vollendet habe. Deßhalb haben wohl die Malmöer Herrn Wohlstein als den eigentlichen Rabbiner bezeichnet, und deß halb war es wohl verzeihlich, daß ich in meinem Berichte von der ersten Rabbinals-Installirung durch einen anderen Rabbiner sprach. A m e r i t a. 'Rewtwrk. , „Dberrabbiner der galizischen Israeliten.") Der Dberrabbiner Joseph, den die orthodoren russischen Israeliten vor zehn Jahren hierher beriefen, hat jetzt einen .Kollegen erhalten in der Person des Rev. Dr. L. Wolowskh in Rr. 57 Pitt Str., den die Delegaten von 30 orthodoren Gemeinden hiesiger galizischer Israeliten zum Dberrabbiner gewählt haben. Zum llnterschiede von Dberrabbiner Joseph ist Dr. Wolowsty ein Mann von moderner Bildung und wie jener ein gründlicher Talmudkenner. Die feierliche Installirung des Dberrabbiners findet am 23. dss. Mts. statt. Mtttheil«age« aus de« (iiö. Jlcmenoerelnen «vd sSr dieselbe«. (TämmUiche jüd. Wanderbetlelvereine und Aaffen für Durchreisende sind gebeten, uns MittHeitungen über Erfahrungen, die sie auf dem Gebiete ihrer Thütigteit machen, zukommen zu tasie»».) Jyiu-tt), 13. Febr. Bom hiesigen „Israelitischen Wander-Unterstützungs-Berein Fürth erhalten wir folgende Mittheitungen: Jakob Kohn, aus Henry de Ehapelle, 31 Jahre alt, schlank gewachsen, hat sich für raubstumm ausgegeben und in Folge dessen reiche Ernte in Nürnberg gehalten. Unsere Recherchen führten zu dessen Geständnis;, daß er simulirt habe. — Levi R a - gon , angeblich aus Malta, ersucht unter Vorlage eines gefälschten türkischen Passes und anderer gefälschten deutschen Zeugnisse, sich die Wohlthat der Unterstützung aus israelitischen Easien zu verschaffen. Auch Private werden von diesem Schwindler heimgesucht. Wir konnten mit Hülfe der Polizei eruiren, daß derselbe Christ ist. Seinen Betrug büßt er im hiesigen Gefängniß mit ihm zudiktirten drei Wochen Haft. -- Paul Josef K a - ravello. Eisenbahnarbeiter aus Venedig, führt unter diesem R'amen falsche Papiere. Sein wirklicher Name ist I. Hirsch aus Laibach. Er beschwindelt dadurch die Eassen. Letzte Nachrichten. Prag, 13. Febr. („Die Broschüre des Professors Masaryk.") Der Gerichtshof verurtheilte Professor Masaryk zu 60 Kronen Geldstrafe und im Falle der Uneinbringlichkeit derselben zu sechs Tagen Arrests, und Dr. Herben zu 40 Kronen Geldstrafe, respective vier Tagen Arrests. Der Vertheidiger der beiden Angeklagten, Dr. Körner, meldete die Nichtigkeitsbeschwerde an. Die Begründung des Schuldspruches gegen Prof. Dr. Masaryk ging dahin, daß durch die Veröffentlichung der Broschüre thatsächlich einer im Zuge befindlichen Verhandlung vorgegrisfen wurde und somit das Vergehen nach Paragraph 8 des Preßgesetzes begangen wurde. Bor demselben Senate hatten sich sodann der Redacieur des „Prager Tagblatt," Alois Melzer, und der veranttvortliche Redacteur desselben Blattes, Dr. Richard Schubert, wegen Veröffentlichung von Auszügen aus der Masaryk'schen Broschüre zu verantworleu. Melzer bekannte sich als Verfasser des incrimirten Artitels und verantlvortete sich dahin, daß ihm die Consiseation der Broschüre nicht bekannt gewesen sei. Der Senat verurtheilte Melzer zu 30 Kronen, im Nichteinbringungsfalle zu drei Tagen Arrests, Dr. Schubert zu 20 Kronen, eventuell zwei Tagen Arrests. Auch ihr Vertheidiger, Dr. Sternek, meldete die Nichtigkeits- Beschwerde an. Die Verhandlung gegen den verantwortlichen Redacteur der „Radicalni Listy," Karl Ladislaus Sokol, wegen Veröffentlichung der confiscirten Broschüre des Dr. Baxa wurde vertagt. Ausführlicher Bericht in nächster Nummer.