Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 25 (26.3.1900)
- Date
- 1900-03-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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507 fünf hin,zuweilen, dos', unsere „af.tit>cu Mitglieder" me he darauf bedacht jein sollen, auf Vermehrung der Iaht der Ehrenmitglieder und Znlveisnng pietätvoller Spenden aller 'Art hinznwirten. Wir sehen iiikgezlvllngeo, lvie jedes- Jahr aneh diesmal »nieder die dringende 'Aufforderung an die „Verwaltungen der israelitischen Oiemeilldcn" in deren, eigenem Interesse z» richten: „der 'Achawa als Ehren Mitglied mit einein jährlichem Beitrage beizntreten, um dann! die Bestrehnngen des Berein.' zu untcrftiih.cn, der sie!» ,;ur 'Aufgabe gestellt hat, den targ desoidcten israe litisehcn Lchrerstand, fiir den anderweitig nid) 1 gesorgt ist, ’ü >,eden und Um in seinen! [ctnnicrio.cn Berufe zu 11ästigen, dann! er der driietenden Sorge um seine Zu >unsl und der seiner 'Angehörigen soviel als möglich enthoben iverde." Die Iatil der utlioeu B.'ilglieuer beläuft fiel» auf .".Hl. Die Iahl der Ehrenmitglieder ist erfreulicher weife "ou 1<"'0 im vorigen Ialire jehl aus 110() ge Hierum. Au Iabresuiuerstütmugeii >vurl-en Btt. 1 7.702.7<i in "heilen za je Btt. lr.n an sc Nulerstühte, ge gen Bll. ' .“>,244 in 1o:: T heilen zu je B'k. I IS an >A linlerflUhte im vorigen Ialire oertheiU. Breslau, 22. 'März. Der „Bcrdand zur Erzieh una hilfsdedürftiger israelitischer Binder" hat sich in erfreulicher Weise entwickelt. l^inc Anzahl Bonner des geii'einnüizigen Vereins haben demselben Spenden im Besam in: betrage von 412>l.77 Btt. überwiesen. 'Außer dem erbi-l! er Anschüsse zu den Pflegegcldern von Behörden um' '4>rinaten in Höbe mm 2042.03 Btt. Die Binnabn'en pro lbetragen insgesaunni 18,427.00 Biarl, die Ausgaben lX,!1 w>.4‘> Btt. Bs verbleibt demnach ein Baarbestand von 027.20 Btt. Au her die sein Ko sse übest au de besihi der 'Verband Hppotbeken und O'sseOen im Wertbe van Ochi IAO, Ö)caenro'drtiq unter ftehrn 42 Kinder 28 K.naben und 14 Mädchen der Q'-lrnt des Verbandes, lvelche in zivölf Quartieren zu je l vis 7, Kinder untergebracht sind. Bon den Knaben besuchen 24 die Schule, und zrvar theils Volts-, tHeils '.'Mittelschulen, von den Btädchen 11 die Volks-, Mittel und höhere Schulen. Den 'Religionsunterricht erhalte!- die Binder in den Bemeindereligionsschulen. Drei Kuadeu sind in Geschäften nntergebracht, einer er ten't das Schneiderbandlverk. Bon den Mädchen bilden sieb 'vuei zu Schneiderinnen und eine zur Köchin aus. Seit de?,, Qetober v. I. ist bis auf Weiteres Herr 'Prediger Piontoloski mit der 'Aufgabe betrarrt lvorden, die Berbandszöaliuge täglich bei den Aufgaben zu beauffichiiaen. Die aemcinsamen Arbeisstunden lverden im Verein-lokale, Gartenst raste 10, abgehalten. Der Uiesnndbeitsznstand der Pfleglinge, die der Pflege des Herrn Dr. med. Mar Ireudentbal anvertrant sind, war im sssslaeuieiuen znkriedenstellend. Während der Verband am Schlüsse des ersten Jahres kaum 300 Mit- 0lieber zählte, ist die Mitgliederzahl nach zehnjährigem Bestehen auf nahezu 1700 gestiegen, und im gleichen Moste haben sich die Einkünfte vermehrt. Der Vorstand bauft all' den Wohlthätern, die durch Zuwendungen das menschenfreundliche Werk gestärkt und gefördert haben und bittet, demselben auch fernerhin ein wohllvollendcs Interesse entgegen zu bringen. Mtfefcl, 22. März. Bin in seiner Art seltsames Vorkommnis; verursacht in unserer Gemeinde allgemeines 'Aussehen. Hier ist in dieser Woche die Schlviegermnttcr eines Herrn IaqneS Daniel gestorben. Da kommt nun der Sonagogendiener und ladet die Gemeindeinitglieder laut '.'luftrag jenes Herrn zur „Todtenfeier" (!) und daran anschliestenden Uebersiihrnng der Reiche znm Bahnhöfe ein. < Dieselbe wurde nämlich in Hannover beigeseht.) Der dem Iehndi fremde Ausdruck „Tod tenfeier" biell schon an und für sich Manchen vom Be iub'.e bcv Tranerhanses av. Wie erstaunten die tvenigen Geselzcstrenen aber, die es betraten! In deni Ge. fchäftsiaden, der schwarz drapirt lvar, und in dem die siebter brannten, stand der ,"nx z>vischeu herbeige schassten Banmgrnppen regelrecht „allsgebahrt." Anfangs batten sogar diejenigen, lvelche zur „Tranerfeier" aelommen ivaren ivahrscheinlich hatten sic durch das I-reiudarlige des Eindruckes vergessen, das; sie an der Bahre einer jüdischen Leiche standen ihr Haupt ent olöjzl. ('An gesetzesirener Iehndi erst »lachte die 'An lotsenden darauf ansmertsam, das; solches gegen den Brauch oerstösti. 'Wenn ncotoge (üemeindcic Reformen im Knltns eiusübren, ist dies allerdings bedcilierlich, aber die Bctrefseuden mögen es oerantioorten. Wenn man aber in einer orthodoren Gemeinde lebt uitb dem Todten gegenüber gegen die allehrioiirdigen Satzlingen o.rstöstt. so isl dies doch ein trauriges Zeichen der Zeit. 'A'och dazu soll die Verstorbene eine treue Anhängerin des alten Indenthnins gelvesen sein, die die Satzungen unserer heiligen Religion geachtet und geehrt hat. 2Lil1rejn»c4,avcn. Für Mittwoch, den 7. d. Bi., -batte die deutsch-soziale Resormpartei eine öffentliche Versaminlnng einbernsen, lvelche trotz der großen Annonce nur schlvach besucht lvar. Durch zwei antiseniitische Redner sollte Wilhelmshaven im Sturm genoin meu lverden. Zuerst sprach Herr Reichstagsabgeordneter Maler Bindewald—-Berlin über das Thema: Wie helfen loir unserm Biittelstande in Stadt und Land? Redner stellte zunächst sich und seine Partei -- was vollkommen überflüssig lvar — als Gegner der Juden voor. Benes wurde wenig geboten. Herr Bindewald betonte, dast seine Partei eine deutsche sei, die fest zu Kaiser und 'Reich stehe und treu zur Regierung halte, soloeit sie das Veste des Volkes im Auge habe. Aber er und seine Partei wollten sich als freie Männer auch das Recht wahren, der Regierung, wenn es nöthig sei, die Meinung zu sagen. Der Redner spricht sich sodann noch gegen die Waarenhäuser, Ramschbazare, Konsumvereine u. s. lv. ans. Auch die Frauenbewegung findet keine Gnade; er bedauert, daß die Reichspost weibliche Arbeitskräfte angestellt. Herr W. Bruhn, Herausgeber der Staatsbnrgerzeitnng, besprach das Thema: „Eine