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Der Israelit · 1900-03-26 · Heft 25 (26.3.1900) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 25 (26.3.1900)
Date
1900-03-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Satzung der Religion auf Ihn hinweist, nP 02n ns pcsi dessen Allweisheit den Urgrund alles Seins und dessen Allmacht den Urgrund alles Werdens bildet. Und nun, ihr Gebildeten und Fortgeschrittenen, wie ganz anders malt sich in d i e s e in Lichte die Welt der religiösen Ideen ab! Die Allmacht Gottes, die ihr als starre Erkenntniß aus der Natur erschlossen habt, uns, die Gottesjünger, macht sie zu besseren Menschen, uns erhebt sie und begeistert sie, wenn wir sehen, wie sie das steinerne Herz des eghptischen Tyran nen zerbricht. Die menschliche Ohnmacht, deren Bewußtsein e u ch darniederdrücken mußte, u n s wird sic zur Demuth, wenn wir sehen, wie die Ströme des Ver derbenS an Juda's Kinder in Egypten voriiberziehen. Das Gefühl der Hoffnung, zu dem euch der Sieg des Lichtes in der Natur hat hingeführt, u n s wird eS zur Gewi si heit, wenn wir in der eghptischen Erlösung das Bild unserer hehren Mission erblicken, die Israel, dem Wahrheitsboten, deni Menschenerlöser auf Erden zugefallen ist. Die Natur läßt euch nach zahllosen Labungen schmachten, die euer lechzend Gemiith herbei sehnt, Gottes Wort aber ruft euch zu: xci; bs "H „Kommt her alle, die ihr durstig seid,," kommt her zu deni uralten Quell, der einst auf Sinai ent sprang! s?,'x bn:s npnsn tsepe L'vs Rv Hier quillt euch da- Recht entgegen und die Gerechtigkeit, hier strömt euch die L i e b e hervor, die selbst dem Fremden sich zu wendet, die Barmherzigkeit, die sich auf Alles Lebende intt gleicher Innigkeit erstreckt, hier endlich schöpfet ihr eure Menschenwürde, denn hier wird euch die beglückende Botschaft: nnsevn c^;sbfn: '2.x nxi n^pi „Siehe ich lege euch heute vor Segen und Fluch," ihr könnt wählen, denn ihr seid frei! So steht enm nens am Beginn der Frühlingszeit, als ein deutlicher Hinweis auf die Natur, deren Wun der wir als goitgefchaffene Shinbole zu unserem eige. nen Heile betrachten sollen, zugleich aber auch als ein warnendes Zeichen vor jener frevelhaften Naturvergötterung, die auch in unseren Tagen so gern als ein Merkmal der Bildung ausgegeben wird. Israel begreift ein solches Abirren nicht. Ihm hat Gott durch den Mund seiner Propheten eine Zeit gelveisagt, tvct ab 7b tx' xb mrt n:Bi coi’ L>2L>n ny „wo ihm fürder nicht die Sonne am Tage strahlen, und der Mond nicht glänzend schimmern wird," wo vielmehr wxb n -ch 'ri -jn-ixcnS -pp^ oSiy „der Herr sein ewiges Licht, Gott ihm seine ganze Herrlichkeit sein wird!" Das wunderbare Wort Jesaia's können wir selbst in gewissem Sinne heute schon für uns Wahrheit werden lassen. 4» if m. .1j;nm 1 f. i, i'Mf, pj Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deuts ch l a n d. Berlin, 22. Rkärz. lE 0 nservaliv n 11 t i semitische Z c i t u n g s s 0 r g e 11.) Wir lesen im „Vorwärts": Der ronservative „Reichsbotc" mach! seinen Lesern zur Quartalswende die erfreuliche Mil theilung, daß er genöthigt sei, den Preis des Blattes zu erhöhen. Der Preis desselben soll von Mt. 0.00 aus 4 Mk. für das Vierteljahr steigen. Die Nothwendig teil der Preiserhöhung lveist nicht gerade darauf hi», daß die Zahl der Leser, welche die salbungsvolle Leetüre des „Reichsboten" zu ertragen vermögen, im Wach fen ist. N'och schlimmer steht es um hie antisemitische „Staatsbürger Zeitung." Dies Blatt verfiel vor einigen Monaten in himmelstürmerische Raserei, es kündete an, daß es aus der Dunkelheit, in der es so lange ge schmachtet, herauStretcn und bald eines der am meisten gelesenen Blätter Berlins sein werde. Eine große Straßenagitation wurde unternommen, der „Dresch Graf" trat in passende Erscheinung und eine Preis Herabsetzung sollte dem antisemitischen Blatte in jedem Hause Eingang verschaffen. Aber ach, die Leser wollten ganz und gar nichts toissen von der antisemitischen Bolksbeglückung. Fetzt muß die Staatsbürgerin, tvenn sie nicht elendiglich zu Grunde gehen tvill, ihren Abonnementspreis wieder von l Btt. pro Monat auf 1.40 Ml. beraufsetzeu. Pfui über das „verjudete Berlirr!" Berlin, 22. März. Das Büre au des „Deutsch Israelitischen Gemeindebundes" ersuckt uns, unseren Lesern mitzutheilen, daß die Fortbildungskurse für jüdische Eantoren am 0. April, morgens 0 Uhr, im Ehorprobezimmer der neuen Synagoge. Qranienbur gerstraße 00, beginnen iverden. Frankfurt a. M. Dein 00. Rechenschaftsberichte für daS Jahr 1890 der „Achatva," Verein ',ur Unt^r stützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und Waisen in Deutschland, entnehmen wir: Wenngleich uns im verflossenen Jahre größere Spenden nicht zugeflossen find, so haben uns die im Berichte einzeln aufgesührten Geschenke, fiir die wir allen edlen Gebern den herzlichsten Dank aussvrechen, doch in den Stand gesetzt, unsere Unterstützungsquote wieder etwas zu erhöhen und zwar von dem bisherigen Betrage von 148 Mart auf den abgerundeten Betrag von 150 Mark als Einzeltheil. Wir sehen uns jedoch immer wieder veranlaßt, da-

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