Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 50 (21.6.1900)
- Date
- 1900-06-21
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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1048 . r.'ror*? *'■&* .: •*?*. Federn zugleich vier verschiedene Buchstaben zu schreiben. Aus dieser Druckerei sind außerdem noch fünf Werke vorhanden. Die Erklärung des Ralbag zur Thora druckte Conat im Jahre 6237 (1478) mit einem Cölner, Abraham Jedidja. Es soll dieses eine herrliche Ausgabe sein. Es folgen dann noch Tabellen über Tageslänge, Nophet Zusim des Mester Leon, Jostipon und Eldad Haddani. Dann folgt die Offizin des Abraham ben Chajim in Ferrara, worin im Jahre 5237 (1477) sowohl der Ralbag zu Hiob, als auch der Rest des von Conat in Mantua begonnenen Tur Jore Dea erscheint. Abraham den Chajim finden wir dann in Bologna, wo von ihm im Jahre 6242 die Thora zum ersten Mal gedruckt wird und zwar mit Targum und Raschi, also zum Sabbatgebrauch. Außerdem druckte er noch die fünf Megillot mit Raschi (zu Esther auch Jbn Esra) 6242—5243. Bei den neun weiteren Werken, die im ersten Dezennium jüdischen Buchdrucks erschienen sind, finden wir keinen Druckort, und mit Ausnahme der 6237 erschienen Psalmen mit Commentar des R. David Kimchi, auch kein Druckjahr. Die acht anderen Werke, die nach de Rossi spätestens 1480 gedruckt waren, sind der More Rebuchim des Maimonides, Sefer Mizwot des R. Moser von Couch, Nachmanides zur Thora, der Aruch, Raschi zur Thora, Ralbag z. Daniel, Schoraschin des R. David Kimchi, Teschubot des R. Salomo b. Aderet, Jad Chasaka des Maimonides und zwei Psalmenausgaben in Duodez. Bei einer derselben ist das Tischgebet beigedruckt. In den 26 Drucken des ersten Dezenniums jüdischen Druckes finden wir also weder eine Ausgabe der ganzen Bibel, noch ein Mischnajot, noch einen Traktat des Talmud. |)b jgoimnaUn. Im Jahre s -soa, am 20. Tebet des Jahres 6244, wird der Talmudtraktat Berachot in der Stadt Soncino in der Lombardei durch R. Josua Salomo ben R. Israel Rathan Soncino gedruckt. Es folgt dann noch im selben Jahre der Traktat Beza. Sehr bald folgen auch die Traktate Sabbat Baba Kama, Baba Mezia, -Ketubot, Chulin, Nidda. Mit dem Auftreten der berühmten Druckerfamilie Soncino beginnt eine neue und glänzende Epoche des jüdischen Buchdrucks. Man hatte jetzt genügend die Vorzüge der Druckschriften vor den Handschriften kennen gelernt. Das Studium in den gleichmäßigen und schöngedruckten Büchern war leichter und angenehmer, als in den unregelmäßigen, vielfach korrigierten Handschriften. Man druckte schon nicht mehr, weil Handschriften mangelten, sondern um die Handschriften selbst entbehren zu können. Man suchte das Studium des Talmuds dadurch zu fördern, daß man den Gelehrten das mühsame Lesen in den Handschriften ersparte, damit sie ihre ganze Kraft dem Inhalt widmen können, ohne durch die äußere Form des Textes gestört und belästigt -zu werden. Die Familie Soncino ist es, die den Buchdruck zuerst in die Bote Hamidrasch, in die Lehrhäuser und Talmudhochschulen einführte. Und während bis jetzt im jüdischen Geistesleben der Buchdruck nur eine nebensächliche Rolle spielt, und immer noch die Handschriften ihre alte Bedeutung bewahren, die eigentlichen Hülfsmittel des Studiums zu sein, beginnt mit dem ersten Druck der Talmudtraktate ,,rn2'L"2 die an den Hochschulen in Gebrauch sind, die Verdrängung der Handschriften. Wer aus einer gedruckten Gemara studieren kann, läßt bald seine alte Handschrift gern im Bücherschrein. Die erste gedruckte Gemara hat auch noch andere, sehr große Vorzüge. Es ist anzunehmen, daß bei den früheren Talmudhandschriften in den meisten Fällen der Text unv die Commentare besonders geschrieben waren. Außer dem Raschikommentar wird wohl nirgends ein Kommentar mit der Texthandschrift verbunden gewesen sein. Da erscheinen die Traktate Berachot und Beza bei Soncino und vereinigen eine kleine Bibliothek in sich. Wir können die Umsicht der Drucker aus der Familie Soncino nicht genug bewundern, wenn wir sofort in ihren ersten Talmudausgaben die Beigaben finden, die heute noch alle Editionen des Talmud Babli haben müffen. Raschi, Tosfot, Piste Tosfot, Mischnakommentar des Maimonides umgeben und begleiten gerade, wie in den Ausgaben unserer Tage, den Text der erstgebruckten Traktate des Talmud. Statt des R'osch (R. Ascher b. Jechiel), den man später meist dem Talmud folgen