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Der Israelit · 1900-06-21 · Heft 50 (21.6.1900) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 50 (21.6.1900)
Date
1900-06-21
Page
– (sequence 26)
Language
German
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1046 an die Gemeinden Ober- und Mittelitaliens zeigt, als es 1589 galt, große Mittel aufzubringen, um eine neue Aechtung des Talmud zu Hintertreiben, empfand man den Verlust der heiligen Bücher schwerer, als selbst die Verbannung. Die betreffende Stelle des die damaligen italienischen Gemeinden hochehrenden Briefes lautet in der Uebersetzung: „Wenn Ihr so viel gethan, um die angedrohte Austreibung zu Hintertreiben, um wie viel mehr solltet Ihr thun für die Erhaltung der heiligen Bücher, welche das Leben der Seele sind “p” xn ■ps* Ohne die Buchdruckerkunst wäre es nicht möglich gewesen, die ungeheuren Verluste an den kostbarsten Schätzen schnell genug zu ergänzen, und dem Hereinbrechen einer geistigen Nacht hätte man fast wehrlos gegenübergestanden. In treffenden Worten schildert ein großer Gelehrter des 18. Jahrhunderts, der Verfasser des Pri Megadim, in der Einleitung zu seiner Bearbeitung des Orach Chajim, die Bedeutung des Buchdrucks nach dieser Seite hin trer . . . bv c~*D -iE”': s»tnn rcx^t? rxr; hjwei rvz nrsntpj rn wem 'b'b D'nyn p'xs rrvz '3 cc'Bicn arxi by iSirr• rvtsnsi -in» uS *vrrri n bxiL>'3 min .besonders in dieser Zeit, wo die Vuchdruckereien häufig sind. Heil den Druckern, denn ohne den Buchdruck wäre in der Noth der Zeiten, Gott behüte, die Thora Israel in Vergessenheit gerathen, wenn uns Gott nicht eine Zuflucht gelassen hätte. Segen komme aus ihr Haupt. Wenn in diesen Tagen unsere Vaterstadt, das alte Magenza, Jubel erfüllt, und man stolz die Jahrhunderte zurückblickt, die uns zu Gutenberg hinführen, da entringt sich unseren Lippen ein Dankgebet für den cm -trcS mccnc fn:& der damals einem schwachen Menschen einen Theil Seiner Weisheit geschenkt hat, und in Seiner Allgüte und Allwissenheit zur Zeit der größten Gefahr in Gutenberg sich ein Werkzeug erkor zur Erhaltung der Thora und zur Erleuchtung der Menschheit. Das evsttz Dezennium. Andere sind die Folgen der Erfindung des Buchdrucks bei den großen Völkern der anbrechenden Neuzeit gewesen, andere bei dem kleinen Kreise der Juden. Wir können nicht sagen, daß durch die leichtere Herstellung von Büchern die Kenntniß der jüdischen Litteratur in viel weitere Kreise unserer Glaubensgenossen getragen wurde, auch gibt es keinen Beleg dafür, daß seitdem die Gelehrsamkeit eine größere, die Litteratur eine vollendetere geworden sei. Wir sind gewohnt, ungefähr hundert Jahre nach unserer segensreichen Erfindung mit der Riesengestalt des Rabbi Josef Karo; ie Epoche der Rischonim abzuschließen und die Zeit der sog. Acheronim beginnen zu lassen. Bei all der Hochachtung vor der Bedeutung gar rieler hervorragender Geistesgrößen unter unseren Meistern der jüngsten Jahrhunderte, hat noch Niemand behauptet, daß die talmudische Sentenz von der überragenden Größe der Früheren den Späteren gegenüber, für die Zeit vor und nach dem Buchdruck, seine Bedeutung verloren hat. Wenn wir vorurtheilslos den hier -n Betracht kommenden Theil der jüdischen Litteraturgeschichte überblicken, so müssen wir gestehen, daß bei uns nur wenig hinweist aus die in anderen Kreisen so umwälzend wirkende Erfindung. Der Grund dafür liegt nicht fern. Während bei den Andern das zeitraubende und kostspielige Abschreiben der Bücher diese Bildungsmittel nur einem kleinen und geschlossenen Kreise zugänglich machte, und die Zunft der Gelehrten wohl auch froh darüber war, durch eine unüberbrückbare Kluft vom i>rof;umm vnlgns vom großen Haufen sich getrennt zu wissen, so war bei uns, bei den Juden, stets das Streben vorhanden, möglichst weite Kreise dem Studium der Gotteslehre zuzuführen. Jede Gemeinde sorgte dafür, ein öffentliches Lehrhaus, ein Bet Hamidrasch, zu besitzen, das mit Handschriften des Talmuds und seiner Erklärer möglichst reich ausgestattet war. Die vermögenden Gemeindemitglieder bemühten sich, mit ihrem Gelde min pme zu sein, zur Verallgemeinerung der Thorakenntniß beizutragen. Es war nicht nur Pflicht, Thorarollen abschreiben zu lassen, sondern auch Lehrbücher für die Jugend und Talmudtraktate für die unvermögenden Gelehrten. Von vielen MLcenen wird uns erzählt, daß sie jahrein jahraus Schreiber unterhielten, die Talmudtraktate

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