Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 50 (21.6.1900)
- Date
- 1900-06-21
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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41# Jahrgang. Dritte Anlage M 50 des „Iscaetit". tun Qakt)bcF|feieF 1900 Vom 2Z. bis 26. Jaoi. (Gefetzt auf der Mergeuthaler'schen Selz-, Gieß- und Ablegemaschine „Linotype".) Die Vinfeinge des jüdifitzen Diichdeucks Von Rabbiner Dv. Bonbi. IiNilkltllng. Die jüdische Geschichte zeigt uns wiederholt merkrvürdige, wunderbar zu nennende Fügungen, durch welche die Kenntniß unseres heiligen Gesetzes der Zeit und Nachwelt erhalten blieb. Die Freundschast Rabbi Juda des Heiligen mit dem römischen Kaiser (Marcus Aurelius) Antoninus wenige Jahrzehnte nach den Hadrianischen Verfolgungen, welche für Israel Ruhe und Frieden bedeutete, u. dadurch die Abfassung der Mischnah ermöglichte; Rab Aschi's Reichthum, Ansehen und hohes Alter, was die Vollendung der Gemara in einem ruhigen längeren Zeitabschnitte möglich machte, der von Jahren blutiger Verfolgung umgeben war; die Gefangennahme der vier Gelehrten, die kurz vor dem Aufhören der babylonischen Hochschulen die Thora nach Nordafrika und Spanien herüberretteten, das sind die bekanntesten und wichtigsten Thatsachen in der wunderbaren Geschichte der Erhaltung des Gottesgesetzes. Zu diesen segenbringenden göttlichen Fügungen dürfen wir auch die Erfindung und Ver- ] breitung des Buchdrucks rechnen, kurz vor der Vertreibung der Juden aus Spanien und kurz vor der Reformaiionszeit, welche die römische Kirche mit der Verschärfung der Inquisition auch zu blindwüthiger, , erbarmungsloser Verfolgung unseres heiligen Schrift, j thums anreizte. Dankerfüllt müssen wir auch hier anj erkennen, daß der Allgütige rrs’s*! c-ipn die Heilung schon vorbereitet, bevor der Schlag noch gefallen war. Vereinzelte Talmudverbrennungen finden wir wohl schon in früherer Zeit, aber nie wird uns von einer solch umfassenden und schonungslosen Vernichtung hebräischer Werke und selbst vereinzelter Blätter erzählt, wie es nach der Austreibung der Juden in Spanien und Portugal geschah. Und in den anderen Ländern folgten die Talmudverbrennungen und Konfiskationen hebräischer Bücher nie so schnell und unvermittelt aufeinander, wie in der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts. Hunderttausende jüdischer Bücher wurden in dieser barbarischen Zeit ihren Besitzern und Lesern entrissen. Wie ein Brief der römischen Gemeinde