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Der Israelit · 1900-06-21 · Heft 50 (21.6.1900) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 50 (21.6.1900)
Date
1900-06-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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l03Ö Jahre uiii^litli, die Wohlthaten unserer Anstalt fast -1 *><) .mindern zu Ul)dl iverden zu lassen, bei deren Ailfnähme, >vie wir ausdrücklich bemerken, niemals der religiöse Standpunkt der keltern irgend welchen Einfluß ansiidt. Die Eltern von 999 unserer Zöglinge gebären der Israelitischen Gemeinde, die von 8 der Israelitischen Religionsgesellschaft an. Bericht des Rektors. 1. Lebrversassung. Die wesentliche Grundlage bei dem Unterrichte in den Religionsfächern bilden Pentateuch, Gebetbuch und biblische Geschichte. Der Erllärnng des Pentateuch schließt sich die systematische Religionslehre und die Unterweisung in den religionsgesetzlichen Bestimmungen des überlieferten Judenthums an. Dem Unterrichte in der biblischen Geschickte reihen sich die wichtigsten Ereignisse aus der nachbiblischen Geschichte an. Entsprechende grammatische Belehrungen fördern das Verständniß des hebräischen Textes. Anknüpfend an Wochenabschnitt und Festeskalender werden auch passende Stücke aus den Büchern der Propheten und der Hagiographen durchgenommen. Umfang und Behandlungsweise des Lehrstoffes ans den profanen Unterrichtsgegenständen sind durch den im September 1898 von der kgl. Regierung genelunigten Unterrichtsplan genau bestimmt. Derselbe deckt sich im Wesentlichen mit dem Unterrichtsplan für die Bürgerschulen zu Frankfurt a. M. Für die Schüler und Schülerinnen der oberen vier Jahrgänge sind im Lektionsplan Lehrstunden für das Französische vorgesehen. Die Theilnahme ist freiwillig: nichtsdestoweniger bilden die Nichttheilnehmenden eine verschwindende Minderheit. Wie bisher stellte die Schule auch dieses Jahr jedem Schüler, der es wünschte, die erforderlichen Scknlbiicher unentgeltlich zur Verfügung. Die —■ mitunter sehr erheblichen — Rosten hierfür bestreitet seit einer Reihe von Jahren ein nicht genannt sein wollender hoher Gönner der Schule, dem wir für dieses wich tige Liebeswert zu herzlichem Danke verpflichtet sind. 2. Statistisches. Bestand der Schule am 1. Februar 1900: 199 Knaben, 180 Mädchen, zusammen 979,. sJJiit Beginn des Schuljahres traten 02 Zöglinge in die Schule ein. Et>va 20 Anmeldungen mußten zurückgewiesen werden, iveil die entsprchenden Klassenräume keine Steigerung der Schülerzahl mehr erlaubten. Acht Knaben und drei Mädchen traten mit dem beginnenden Schuljahr in höhere Lehranstalten ein. Der größere Theil der.Knaben, tvelche beim Schluß des vorigen Schuljahres die Oberklasse unserer Schule verließen, erwählten die geschäftliche Laufbahn, die anderen ergriffen ein Handwerk. Die meisten schulentlassenen Mädchen lvidmeten sich, solveit sie nicht im elterlichen Haushalt Bertvendung fanden, dein Handelssache, sei es, daß sie in ein Geschäft eintraken, sei es, daß sie zum Besuch der Handelsschule übergingen. Einige gaben dagegen dem gelverblichen Beruf den Vorzug, sie erlernten das Kleidermachen, bildeten sich als Modistinnen aus etc. Es gereicht der Israelitischen Volksschule zur Genugthuung, daß diejenigen ihrer Schülerinnen, tvelche die Handelsschule besuchen, den Anforderungen derselben wohlbefriedigend, mitunter sogar in hervorragender Weise nachzukommen verntögen. Ein Gefühl der Befriedigung erweckt auch der Umstand, daß gegen Ende des Schuljahres von einer Anzahl Arbeitgeber Nachfragen um passende Lehrlinge an die Schulleitung gelangen, die sich gerne dazu bereit erklärt, geeignete Abgangsschüler vorzuschlagen. Die Verwaltungs-Eommission der Israelitischen Volksschule besteht aus den Herren: Hermann Cramer, Meier Selig Goldschmidt, Manfred S. Goldschmidt, Wilh. Hackenbroch, Gerson Jgersheimer, Michael Rapp. Tirschan, 18. Juni. Am 5. und 6. Juni hielt Hierselbst der „Verein jüdischer Neligionslehrer Westpreußens" seine vierte Jahresversammlung ab. Nachdem der Vorsitzende, Herr Geisenberg - Marienwerder die Versammlung eröffnet und die Theilnehmer mit herzlichen Worten begrüßt hatte, referirte derselbe sodann über die Abänderungsvorschläge des ostpreußischen Vereins betreffend die Pensions-, Wittwen- und Waisentasse des Verbandes. Redner gab einen Auszug aus der vom Kollegen Peritz-Königsberg verfaßten Broschüre und empfahl der Versammlung, sich mit den Vorschlägen einverstanden zu erklären. Herr s))l annhei m - Graudenz bewunderte die großartigen Ideen, die darin entwickelt sind und sprach sich ebenfalls für die Vorschläge aus. Nachdem Herr B i r n b a u m Königsberg noch einige Aufklärungen gab, wurde folgende Resolutoin angenommen: „Die Versammlung beschließt, sich mit den Abänderungsvorschlägen des „Vereins jüd. Religionslehrer Ostpreußens," betr. die Pensions-, Wittwen u. Waisenkasse des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche, anzuschließen und daS Kuratorium der Verbandskasse zu ersuchen, diesen Vorschlägen Folge geben zu wollen." Die Herren Schreiber- Danzig und Rap p - Pr. Friedland referirten über das Verbandsthema: „Soll die shstematiscke Religionslehre in der Volks¬ und Religionsschule als besonderer Unterrichtsgegenstand behandelt iverden?" Beide Referenten erklärten sich für den gesonderten Unterricht. Folgender Leitsatz wurde aufgestellt und angenommen: „Die Religionslehre ist, abgesehen von den Hinweisen des Lehrers, in den vorhergehenden Stufen, in der Oberstufe der Volks und Religionsschuke, als besonderer Unterrichtsgegenstand zu ertheilen und ist hierfür der vierte Theil der Gesammtstundenzahl zu berlvenden." Hieran reihte sich das Referat des Herrn Mannheim - Graudenz über den Anfangsunterricht km hebr. Lesen. Referent führte aus, die Gebetsprache sei

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