Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 48 (13.6.1900)
- Date
- 1900-06-13
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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-,.^4 974 hat, weiß ich nicht, aber sie ist vor acht Tagen gestorben und Elsa hat daher nichts mehr zu fürchten." Frau Steinhart unterdrückte das Gott sei Dank! das sich ihr abermals aus die Lippen drängen wollte. „Man darf sich nicht freuen über den Tod eines Menschen — aber wir haben eine große Sorge weniger." „Das glaube ich Ihnen. Sie haben eine schwere Zeit durchgemacht —" „Eine sehr schwere —" „Aber der Kleinen sieht man Gottlob nichts mehr an, sie ist frisch und munter wie vordem." „Gott sei Dank! — Und trotzdem fürchte ich immer, daß sie es noch nicht vollständig überwunden hat, wenn ich sie nur auf eine Minute nicht vor mir sehe, fürchte ich beständig, es müffe ihr etwas geschehen sein." „Das liegt vermuthlich weniger in dem Gesundheitszustand des Kindes, als in Ihrem eigenen. Doch jetzt, nachdem sie die Baronin nicht mehr zu fürchten haben, wird sich das hoffentlich bald geben." „Das hoffe ich auch. — Aber da kommt ja mein Mann mit den Kindern, sie sind ihm entgegengerannt, und sehen Sie nur, alle diese glückstrahlenden Gesichter." In der That kam Steinhart vom Felde daher, an jeder Hand eines der kleinen Mädchen und Viktor hielt Elsa's andere Hand und schaute überglücklich auf sie nieder, während sie in ihrer lebhaften Weise zu seinem Bater hinausplauderte, der ihr lächelnd zuhörte. „Willkommen, Herr Werner!" rief er diesem entgegen, „das heißt überraschen!" „Sie nehmen es hoffentlich nicht übel," entgegnete Werner, die dargereichte Hand des anderen kräftig schiittelnd. „Meine Frau bestand darauf, daß ich Sie überrasche, ich wollte Ihnen schon vor acht Tagen schreiben, gleich nachdem wir die Nachricht von dem Ableben der Baronin erhalten hatten." „Was?" rief Steinhart, „Baronin Waldstein todt? — Als ich vor vierzehn Tagen den Grafen Edgersdorf sprach, wußte er nicht einmal, daß sie krank gewesen." „Sie ist auch nicht krank gewesen, war vielmehr frisch und gesund und ist mit einer anderen Dame im Walde spazieren gegangen; in die Unterhaltung vertieft, achteten sie nicht darauf, daß ihnen schon lange kein Mensch begegnet war, da wurden sie plötzlich von zwei Strolchen überfallen und ihres Geldes und aller ihrer Werthsachen beraubt. Die andere Dame gab, ohne zu zögern, Alles, die Baronin jedoch wollte den Strolchen ihre Brillantohrgehänge nicht lassen. Da versetzte ihr der Eine mit einer Hacke einen Schlag aus den Kopf, daß sie bewußtlos zusammenbrach. Nachdem die Strolche nun genommen hatten, was sie haben wollten, entflohen sie und die Begleiterin der Baronin bemühte sich vergebens, dieselbe wieder in's Bewußtsein zu bringen. Endlich kam ein Bauer des Weges, er hat die beiden hilflosen Damen gefunden und sofort Leute herbeigeholt. Die Aerzte nahmen alle möglichen Wiederbelebungsversuche mit der Baronin vor, doch vergebens. — Und das Merkwürdigste ist, daß die Aerzte behaupten, der Tod der Baronin wäre nicht durch den Schlag verursacht worden, sondern durch den Schrecken —" Steinhart und seine Frau sahen einander an. „Middoh keneged Middoh." „Was meinen Sie?" fragte Werner. „Maas; für Maaß," heißt es in der heiligen Schrift." (Fortsetzung folgt.) Der „Israelit" erscheint vSelt»v»1I1eI> zweimal, Montags und Donnerstag«, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Vuchhandrl vrrkrhrl dnrrlr D. jff. Sleinarker, Leipzig, Notzplah Jß. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclainetheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr.. für's Ausland 16 Reichs-Mark, au die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3863. Telephon 315. «ine Rücksendung der an die Redartion eingesandten Manuskripte findet nicht statt, man bittet deshalb, fich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehalten. Stellensnchende erhalten ans Wunsch die Inseraten Beilage vier Wochen lang gratis und franco zugesandt, «benso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des Jns-rtion-betragS an nutzer Stelle Befindliche bis «ach Erlangung einer solchen. Inhalt: (Hauptblatt). Leitender Artikel: Die Hochschulhäupter in Babylon. — Zeitungsnachrichten u. Corre fpondenzen: Deutschland: Berlin. Vom Niederrhein. Oesterr.-Ung. Monarchie: Aus Ungarn. Rußland: Petersburg. Amerika: Philadelphia. — Feuilleton: Elsa. (Fortsetzung^. Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Die Vorgänge in Konti; und die Regierung. — Zeitunqs Nachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt a. M. Hamburg. Oesterr.-Ung. Monarchie: Lipto-Szt.- Miklos Vermischtes. — Legte Nachrichten. Berlin. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Worte der Erinnerung an Jsaac Hirsch — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Posen. Orsterr.-Ungar. Monarchie: Budapest. Persien: Teheran. - Vermischtes. Cxtra Beilage: Sprüche der Väter. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der J o h. Wirth' schen^.Hofbuchdruckerei Actien-Gesettfchaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen.