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Der Israelit · 1900-06-07 · Heft 46 (7.6.1900) · page 35

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 46 (7.6.1900)
Date
1900-06-07
Page
– (sequence 35)
Language
German
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B. Schulwesen. Der V o 1 k s s c h u 1 - Un terri ch t der Knaben wurde in der bisherigen Weise gehandhabt. Es sind, wie dies nach der stattgebabten Jahresprüfung durch Herrn Landrabbiner Dr. Gronemann festgestellt worden, recht erfreuliche Resultate erzielt. Wie schon im 2. Berichte erwähnt, stellen sich uns grosse Schwierigkeiten dadurch in den Weg, dass wir manche in der Schule zurückgebliebene Knaben erhalten; die gleichmässige Förderung ist nur durch Nachhilfe ermöglicht, die den Kindern täglich in den Arbeitsstunden ertheilt wird. Für den Fortbild ungs-Unter rieht der Lehrlinge hatten wir vor zwei Jahren den Plan derart festgesetzt, dass im Sommerhalbjahre wöchentlich 5 Stunden, im Winterhalbjahre wöchentlich 11—12 Stunden ertheilt werden sollten. Wir konnten indessen den Winterplan nicht wie vorgesehen durchführen, weil wir uns verpflichtet halten, keine einzige Stunde für den theoretischen Unterricht zu verwenden, wenn Witterung und sonstige Verhältnisse es ermöglichen oder gar dazu zwingen, die Lehrlinge in ihrer praktischen Berufsarbeit zu beschäftigen. Gerade unsere jüdischen Lehrlinge müssen so viel als möglich mit körperlicher Arbeit beschäftigt werden, weil sie aus ihren ehemaligen häuslichen Verhältnissen an körperlicher Tüchtigkeit und Geschicklichkeit weniger mitbekommen haben, als andere Lehrlinge: Söhne von Landwirthen, Handwerkern u. dgl., die sich der Gärtnerei und Landwirtschaft widmen. Andererseits verkennen wir aber auch den Werth des theoretischen Unterrichts keineswegs. Wir haben uns bemüht, einen Ausweg aus den sich gegenüberstehenden Schwierigkeiten zu finden, und haben nunmehr den Fortbildungsunterricht des Winters derart geordnet, dass das ganze Winterhalbjahr hindurch in 81/2 Stunden, und ausserdem während der Zeit vom 15. November bis 1. März in weiteren 6 Stunden unterrichtet wird, so dass in diesem letzteren Zeiträume wöchentlich 14V2 Stunden ertheilt werden. Unser 3 Lehrer, Herr Kamm, schied Anfang 1899 aus den Diensten der Anstalt; an seiner Stelle engagirten wir ab Ostern 1899 Herrn Georg Feige aus La witsch. Nachdem unser erster Lehrer, Herr Inspektor Silberberg, sich im Herbste 1898 verheirathet hatte, übernahm seine Gattin in fürsorglicher Weise einen Theil der Leitung des Haus- und Erziehungswesens. C. Verschiedenes. Der Gesundheitszustand der Zöglinge war in der Berichtszeit G. s. D. ein recht guter. Wie in früheren Jahren, haben, neben unserem gegen Jahresgehalt angestellten Arzte, Herrn Dr. Baldewein in Limmer, die Herren Dr. W. Block, Dr. Bergmann, Dr. 8. Hirsch, Dr. Mündheim und Dr. Sklarek in Hannover die Behandlung der Zöglinge in Spezialfällen ohne Entgelt übernommen, und Herr A. Jacobsberg in Hannover besorgte kostenfrei die Zahnpflege unserer Zöglinge. — Herr Dr. Caro in Hannover hatte die Güte, unseren Beamten und den älteren Lehrlingen einen Samariter-Kursus zu ertheilen, wozu uns die nöthigen Geräthe durch das Königl. Traindepot des X. Armeekorps zur Verfügung gestellt wurden. Um uns bei einem etwa ausbrechenden Brande besser schützen zu können, ist eine Feuerspritze angeschafft, zu deren Kosten der Landtag der Calenberg-Grubenhage n- ’schen Landschaft uns (im Jahre 1900) einen Beitrag von 200 Mark gewährte. (Fortsetzung folgt) Mesopotamien, Bagdad und die geplante (HI. Fortsetzung und Schluss.*) Bagdad ist von Alm ans or im Jahre 763 an der Stelle einer weit älteren Stadt gegründet worden, und zwar ursprünglich auf dem rechten, westlichen Ufer des Tigris. Hier wurde es den Bewohnern bald zu eng, und sie dehnten die Stadt auf das östliche Ufer aus. Zwei Schiffbrücken von etwa 250 Meter Länge verbinden die beiden Hälften. Die neue Stadt (*~S; Ni\ 736. am östlichen Ufer ist die grössere, auch sie aber nimmt kaum die Hälfte des alten ummauerten Raumes ein. Wie ein Rechteck ist sie an den Fluss gelagert; ihr Osten und Süden ist von Ruinen bedeckt und fast unbewohnt. In der Stadt selbst giebt es Viertel, die nur aus elenden Hütten bestehen, aber der Mittelpunkt zeigt eine Blüthe, wie nur wenige Städte des türkischen Reiches. Grosse Bazare und sieben 1440

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