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Der Israelit · 1900-06-07 · Heft 46 (7.6.1900) · page 34

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 46 (7.6.1900)
Date
1900-06-07
Page
– (sequence 34)
Language
German
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110 Vierter Bericht über die Israel. Erziehungsanstalt zn Ahlem b. Hannover für das Jahr 1899. Vertretung und Leitung der Anstalt Seit unserem letzten Berichte sind in das Kuratorium neu eingetreten: Herr Martin Lehrecht in Nürnberg und Herr Landrichter Hammer schlag in Hannover, Erster er an Stelle des zu unserem Bedauern aus Gesundheitsrücksichten ausgeschiedenen Hr. Eugen Rosenstiel in Berlin, Letzterer an Stelle des am 17. März 1899 verstorbenen Herrn Semmy H. Oppenheimer in Hannover, Mitglied des Vorstandes der hiesigen Synagogen - Gemeinde. Wir beklagen in dem Verstorbenen einen Freund, der sich insbesondere auch durch seine persönliche Fürsorge um unsere Zöglinge verdient gemacht hat; diese werden ebenso wie alle an der Verwaltung der Anstalt Betheiligten dem Entschlafenen ein treues Gedenken bewahren. Durch Gesundheitsrücksichten sah sich leider auch Herr Louis Lamm hier genöthigt, sein Vorstandsamt niederznlegen, nachdem er nur kurze Zeit in der Lage war, seine sehr werthvolle Kraft der Anstalt zu widmen. Eine weitere Veränderung in dem Personalbestände des Vorstandes erfolgte durch den Rücktritt des Herrn Rechtsanwalts und Notars Dr. Georg Benfey II., den Ueberhäufnng mit Berufsgeschäften veranlasste, seine Mitarbeit, die er der Anstalt seit ihrem Bestehen gewidmet, einzustellen; die Anstalt schuldet Herrn Dr. Benfey insbesondere Dank für seine Mitwirkung bei Feststellung des Statuts. Zur Ausfüllung der im Vorstande entstandenen Lücken wurden zugewählt: Herr Rechtsanwalt Dr. Wolfes in Hannover und Herr M. Zuckermann daselbst. Das Damen-Comite hat auch im abgelaufenen Jahre den Theil der Fürsorge für die Wirthschaftsftihrung übernommen, der naturgemäss nur von weiblichen Händen mit rechtem Erfolge ausgeübt werden kann. Die von unseren liebenswürdigen Helferinnen veranstaltete Ohanukah-Feier gab uns Gelegenheit, ihnen unter der jubelnden Zustimmung der Zöglinge unseren herzlichsten Dank persönlich auszudrücken. Das im vorigen Jahre mit Hilfe einiger Freunde errichtete Zweigbureau der Anstalt in Frankfurt a. M. (Langestrasse 21), hat, Dank der verstäudnissvollen und eifrigen Leitung durch Herrn Otto S. St raus s, schöne Erfolge in Erlangung von Sympathien und Geldmitteln erzielt, und der Anstalt eine stattliche Reihe neuer Freunde zugeführt. Innere Angelegenheiten. A. Zahl der Zöglinge. Seit der Abfassung des vorigen Berichtes haben 8 Zöglinge ihre Lehrzeit beendet; es sind somit im Ganzen bislang 37 Lehrlinge ansgebildet wo i den. Von ihnen haben Stellung gefunden: 18 in Deutschland. 5 in Oesterreich, 3 in Nordamerika, davon 1 Tischler, 1 in Belgien; 1 besucht die Ackerbauschule in Jaffa, 3 sind zur Zeit Soldaten, 4 haben ihren Beruf gewechselt, über 2 fehlen uns Berichte, davon 1 in Transvaal, zusammen 37. Die Zahl der Zöglinge betrug am 31. Dezember 1898: 50 Lehrlinge, 32 Schüler; am 31. Dezember 1899: 45 Lehrlinge, 28 Schüler. Der Rückgang in der Zahl der Zöglinge erklärt sich daraus, dass wir einstweilen, wegen Mangel an den dazu erforderlichen Mitteln, nicht nur den Plan einer Vergrößerung der Anstalt fallen Hessen, sondern auch der Empfehlung wohlmeinender Freunde folgten, die uns riethen, vorläufig nur solche Zöglinge aufzunehmen, deren Angehörige in der Lage wären, uns die Unterhaltungskosten möglichst vollständig zu ersetzen. Indem wir versuchsweise diesem Rathe folgten, vergrößerte sich natürlich die Zahl der Abweisungen, und die Gesammtzahl der Zöglinge nahm im gleichen Masse ab. Wir verkennen nicht, dass wir unter diesen Umständen unseren Bestrebungen nur theil weise gerecht wurden, und beabsichtigen daher, die früher bezüglich Aufnahme von Zöglingen befolgten Grundsätze wieder als Richtschnur zu nehmen, dabei hottend, dass sich Wohlthäter genug finden werden, um uns auch weiterhin die Aufnahme bedürftiger Knaben zu ermöglichen.

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