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Der Israelit · 1900-06-07 · Heft 46 (7.6.1900) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 46 (7.6.1900)
Date
1900-06-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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927 tm Laufe des vorigen Jahres waren Gutachten von Lehrern und Rabbinern über oie Abänderuiigsbedürsligteit des feil 1370 bis dato bestehenden Lehrplanes eingeiordert worden. J-ür den Religionsunlerricht bestimmt der Württembergische Normallchrplan für Volksschulen LI1 - Stunden, Es handelte sich also daruni, diese 11 1 - Stunden in angemessener Weise auf die einzelnen Lehrgcgenstände neu zu verthcilen und den Anthcil der verschiedenen Altersklassen an densel bcn zu regeln. Nach langen anstrengenden Arbeiten lvurdc am zweiten Sage diese Ausgabe vollendet und es vuirdc einstimmig der ganze Plan angenommen, der geeignet sein dürfte, zur «SrsgHeßlichteit des jh'eligions Unterrichtes in der Volksschule ganz erheblich beizut ragen. Daraus ging inan an die Junge des Religious Unterrichtes iir den höheren Schulen, indem man siel) an der Hand eines eingehender! Referates des Hollegen S tr o ß b n r g e r über die historische Entwickelung und den gegenivartigen Stand dieses Unierrichts zweiges an den rvürttembergischen höheren Schulen arsentirte. Die Lösung oieser Irage», die anszerst tchrvieriger Natur sind, ivurdcli der nächstjährigen Versa nun lung vorbeha lten. Nach diesen groszen Aufgaben wurden dann noch verschiedene amtliche Angelegenheiten besprochen und in manchen derselben ein einheitliches Vorgehen verabredet. Die Versammlung nahm auch Gelegenheit, dem Herrn Kirchenrotl, d„r<!) einen der Herren in der Sitz uirg des ziveitcn Sagcs ihr lebhaftes Bedauern auszu jprechen über die nnaualifieirbaren iiiid griindlosen Angriffe, die gegen derrsclben in der Nrrmrner 42 4 : des „Israelit" gerichtet ivurden, und denselben ihres vollen uneingeschränlten Vertrauens zu versichern und zu constatiren, daß jene Vorivürse jedweder thatsäch. lichen Grundlage entbehren.*) Die Pausen während der Verhandlungen, in welchen Iran Kirchenratb die Liebensioürdigkeit hatte, den Herren, die an der Versammlung theilnahmen, eine ramose Irühstücks und Abendbrottafel zu ordnen, waren erfüllt von heiteren, anregenden und gemüth lichen Gesprächen, in lvelchen man sich von den voran gegangenen Anstrengungen für neue Mühen erholte. Erst Montag Abend 3 Uhr )var die interessante Tagung zu Ende. Aus dem Unters lsasi. Mehrere Wochen sind tlunmehr seit den Wahlen für die Verwaltungslom Missionen der einzelnen Gemeinden verflossen und im Großen und Ganzen läßt sich jetzt das Wahlfeld überblicken. Groß war in manchen Gemeinden die Aufregung vor und auch noch nach den Wahlen, besonders in denen, wo sich Oppositionsparteien gegen die alten Verivaltungen gebildet hatten. In Tagesblättern wur- *) D. h in s Deutsche übersetzt: Die Herren Rabbiner billigen das Vorgehen deS Herrn Dr. Kroner und werben, wenn sie sich vielleicht auch nicht selbst verbrennen lassen, doch die „Einsegnung" verbrannter Leichen, wenn gewünscht, vornehmen. Red. len irn Sprechfaul Stimmen laut, welche die Wahlen tl)eils gut hießen, zum Theil aber auch tadelten. Und dies nicht mit Unrecht, tonnen wir behaupten. Denn v'vbl ist jetzt in der einen Gemeinde, um deretwillen oie ganzen Wahlen vorgenommen worden sein sollten, wieder Friede eingekehrt, doch dafür sind in manchen anderen Gemeinden Zwist und tlneinigleiten ausgebrochen. Die elsässischen Juden kümmern sich zwar leider nicht viel um spnagogale Angelegenheiten, doch diesmal, rvo ihnen das langersehnte Recht, ihre Verwaltnngslommissionen selber wählen zu dürfen, gewährt wurde, hatte sich eine solche Aufregung der Geuiüther bemächtigt, daß in vielen Gemeinden über zwei Drittel der eingeschriebenen Wähler zur Urne schritten. In manchen Kehiloth. in denen weder Opposition noch Interesse für die Sache herrschte, gingen die alten Verwaltungen siegreich wieder hervor. Doch in anderen (Gemeinden, loie Hochfelden, Zabern und vielen anderen, trugen nach heftigen Wahlkämpfen die Oppositionsparteien den Sieg davon. Die allgemeine Aufregung hat sich inzwischen gelegt und rnan ist allenthalben auf die Bestätigung der Wahlen durch das Konsistorium gespannt, die übrigens lauge aus sich warten läßt: besonders da doch einige Gemeinde,, jetzt ganz ohne Verwaltung sind. - In B i schb e i m b. Straßburg ist an Stelle de''' in den Ruhestand versetzten Rabbiners Blum Rabbiner Dr. Wolfs, früherer Seminardirektor in Eolmar, ernannt worden. H o l l a n d. Amsterdam, 31. Mai. iDie Konferenz über v a l ä st i n e n s i s ch e A n g e l e g e n h e i - t c it z II Ir a n! f II r t a. Nt. unddiePekidim u n o A m ar k a l i m.» Von dem Mitgliede der Petidiui und Amarkalim, Herrn D. Abrahams, erhalten wir folgende Zuschrift: Vor einigen Wochen war die Redaktion dss. Bl. jo freundlich, mir mitzutheilen, daß sie von verschiedenen Seiten Briefe empfangen hätte, die voll von «Vitrüftnng gelvesen seien über die Thatsache, daß „Pelidinr n. Amarkalim" sich an der obengenannten Konferenz betheiligt hatten. Diese Entrüstung steigerte sich noch, als es bekannt wurde, daß unser Kollegium in den zwei durch die Konferenz ernannten Kommissionen vertreten sein würde. Man fragte, ob denn die „alt ehrivürdige Institution" den bis heute innegehaltenen Weg verlaßen wolle, ob sie sich leiten laffe von einer Strömung, die nicht immer gebilligt werden könnte von Vielen, die stets warmes Interesse zeigten für die Bewohner des heiligen Landes. Vor. allem möchte ich erklären, daß ich die erlvähnte Entrüstung vollständig begreife und daß sie den Pekidim und Amarkalim nur angenehm sein kann. Ich begreife sie; wenn doch eine Institution, die seit Menschengedenken unentwegt einen scharf abgegrenzten Weg gefolgt hat, sich durch nichts stören lastend, unbekümmert um dasjenige, was um sie her

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