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Der Israelit · 1900-06-07 · Heft 46 (7.6.1900) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 46 (7.6.1900)
Date
1900-06-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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924 der Gemeinde den physisch geschwächten Mann neu belebten und mit jugendlichem Feuer erfüllten. Aber auch einem Schamai gleich bethätigte er stets im Leben: cixn dr rw rnrn nrn awi ra» ncx irr c':b "cds Ein Feind aller Oberflächlichkeit in jeglicher Arbeit, sah er nur auf den innern Gehalt und adelte stets seine hohe Gesinnung und Gottesfurcht durch die herrlichste T h a t. In seiner Liebe und Freundlichkeit gegen alle Menschen gab es keine Grenzen. Jedem Einzelnen in seiner Art entgegenzukommen und gefällig zu sein, war das Resultat seiner tiefen Seelenkenntniß und des Geheimnisses, die Menschen zu gewinnen. Eine weitere Frucht dieser Menschenliebe war seine großartige Wohlthätigkeit, beispielgebend in ihrer Ausdehnung und der Weise, wie er dieselbe übte. Alle Menschen ohne Rücksicht auf religiöse Richtung, alle segensreichen, der Verbreitung von Torah und dem Wohle der Menschheit geweihten Einrichtungen wurden jederzeit reichlich bedacht. Die strengste Rechtlichkeit leitete den edlen Verblichenen im Handel und Verkehr, und das Ansehen und die Blüthe des einen Weltruf genießenden Geschäftshauses, zu welchem er durch Arbeit und Ausdauer den Grund gelegt hatte, sind der sprechendste Beweis seiner biederen Grundsätze. Trotz aller Erfolge und Glücksgüter war der theure Hingeschiedene von rührender Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit. Persönlich allen rauschenden Genüssen abgeneigt, kannte er nur die Freude in zweifacher Art, als Ausfluß einer edlen .T'27, sowie als rrsc bv nnerr. War es ein glückliches Familienercigniß, ein schöner Gottesdienst, eine gedankenreiche Predigt, oder der treuherzige Blick wissensbegabter Kinder, bes. aber ein Erfolg der Gemeinde und der beiligen Sache, da leuchtete sein Blick, u. solche Freude erzeugte Theilnahme und Begeisterung. Auch in der Öffentlichkeit wies er stets alle Ehre und Anerkennung zurück, obgleich ihn das Vertrauen seiner Mitbürger zu Ehrenstellungen in Handelskammer, Vereinen und bei Wahlen berufen hatte, in welchen er voll und ganz seinen Mann stellte. So gestaltete sich sein Leben zu einem wahren cm mp mit leuchtenden Worten der Welt verkündend, daß Gesetzestreue und öffentliches Ansehen sich einander nicht ausschließen, und das Verhalten aller derjenigen auf's schlagendste widerlegend, welche gesellschaftliche Würdigung durch Abweichung von den religiösen Satzungen und in sog. Assimilationsbestrebungen zu erlangen suchen. So ist er dahingegangen, der herrliche Mann mit dem reichen innigen Gemüthe, dem lauteren Herzen und der heiligen Gottesfurcht. Was er der Welt gewesen, zeigten die Blicke banger Besorgniß und die allgemeinste Theilnahme, womit Alle den Verlauf der Krankheit verfolgten, bewies ferner die imposante Betheiligung an der Bestattung des theuren Hingeschiedenen am letzten Freitag pe ,mt wozu von Nah und Fern die Freunde und Verehrer des Verblichenen herbeigeeilt und außerdem die angesehensten Kreise der Behörden und Handelswelt erschienen waren. Der Schwiegersohn des Verstorbenen, Herr Rabbiner Dr. Max betonte in wehmutsvollen Worten, wie der theure Verblichene in seiner rührenden Bescheidenheit auch im Tode jedem Andern gleich behandelt sein wollte, und sein tief religiöser Sinn es von selbst verbiete, angesichts der nahen Festesfreude, unserer Klage in einem "BC* Ausdruck zu geben. In tiefer Erschütterung entrang sich dem Herzen aller Anwesenden der das Wesen und die Bedeutung des edlen Verstorbenen wahrhaft bewerthende Ruf: pnjr ibt! Möge der Allgütige der schwer betroffenen Familie reichlichen Trost gewähren und an Stelle des Verstorbenen Männer erstehen lassen, welche die klaffende Lücke in der Gemeinde auszufüllen befähigt sind, und nach den Grundsätzen des hochverdienten Mannes, sein heiliges Erbe, die thatkräftige Leitung der Gemeinde, fortsetzen. Dann wird uns inmitten der Schwere des Verlustes das erhebende Bewußtsein aufrichten, daß Herz Bodenheimer s. A. nicht gestorben ist, daß sein gesegnetes Andenken in der Geschichte der Gemeinde fortleben und sein Geist die kommenden Geschlechter erfüllen wird zum Heil und Gedeihen der Jsr. Religionsgesellschaft! L. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Köln, Ende Mai. (Außerordentliche General- Versammlung des „Vereins der jüdischen Lehrer in Rheinland u. Westfalen (Sitz Köln)" am Sonntag, den 6. Mai 1900 im Religions - Schulgebäude zu Köln.) sAuszug.j Einziger Punkt der Tagesordnung: Bestimmungen über die Verwaltung und Verwendung des Vereinsvermögens. Der Arbeitsausschuß hatte mit Zustimmung des Vorstandes einen Entwurf ausgearbeitet, der bei der Berathung als Richtschnur diente und nunmehr nach den Beschlüssen der General-Versammlung folgenden Wortlaut hat: „Bestimmungen über Verwaltung und Verwendung des Vermögens des bisherigen Vereins der jüd. Lehrer in Rheinland und Westfalen (Sitz Köln)." Die außerordentliche Generalversammlung des bisherigen Vereins jüd. Lehrer in Rheinland und Westfalen (Sitz Köln) am 6. Mai 1900 beschließt: Das Vereinsvermögen, heute bestehend aus: 5000 Mark 3 pCt. Hessische Staatsanleihe, 700 Mk. Sparkassenbuch Concordia-Köln, 139 Mk. Sparkassenbuch der Stadt Köln, 439 Mk. Bankguthaben Wulff-Köln, einem neu zu bildenden Kuratorium zur weiteren Verwaltung zu überweisen. Das Kuratorium besteht aus dem jeweiligen Vorsitzenden des Vereins israelitischer Lehrer in Rheinland und Westfalen (Sitz Essen) bezw.

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