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Der Israelit · 1900-05-31 · Heft 44-45 (31.5.1900) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 44-45 (31.5.1900)
Date
1900-05-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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899 g t; ty-y^yy^-vy \y^y» bei der Krakauer Polizeidirektion die Anzeige von dem Verschwinden des Kindes. Am 31. Dezember erfuhr er, daß Michaelina sich auf Zureden einer im Hause beschäftigten Frauensperson in das Kloster der Felicianerinnen begeben habe. Herr Araten verfügte sich sofort in Begleitung eines Polizei- Commisiärs in das Kloster und verlangte seine Tochter zu sprechen. Die Oberin, Schwester Marie Rosalia, versprach, seinen Wunsch zu erfüllen. Michalina wurde in das Nebenzimmer gebracht und der Vater hörte das Schluchzen seines Kindes hinter der geschlossenen Thüre. Gleich darauf erschien die Oberin allein und bedeutete Herrn Araten, er möge nach fünfTagen wiederkommen, das Kind müsse sich erst an die Umgebung gewöhnen. Zwei Tage später richteteAraten eine Eingabe an die Polizeibehörde, in welcher er unter Berufung auf § 145 des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches um die erforderliche Assistenz aufsuchte, damit er sein Kind sehen und sprechen könne. Trotz der klaren Bestimmung der erwähnten Gesetzesstelle, wonach die Eltern berechtigt sind, vermißteKinder aufzusuchen, entwichene zurückzufordern und flüchtige mit obrigkeitlichem Beistände zurückzubringen, lehnte der Die Mafeking-Jeier7beiIder7Judcnschaft*deü<^LondonerIOft-Ende. Polizeidirector K o r y t k i e w i c z die angesuchte Intervention mit den Worten ab: „Was, ich werde ein Mädchen aus einem Kloster berausnehmen?" Erst nach neuerlichem Einschreiten Araten's wurde ihm der Polizeicommiffär To wasch ik mitgegeben. Die Oberin verweigerte auch diesmal die Vorführung Michalina's unter dem Vorwände, daß dieselbe krank sei. Als der Polizei- Commissär bemerkte, die Mutter des Kindes sei tchwer krank und wünsche dasselbe vor ihrem Tode noch einmal zu sehen, erwiderte die Oberin: „Sie wird sie im Himmel Wiedersehen." Auf Verlangen des Vaters begaben sich der Gerichtsarzt Dr. Fi lim ow Ski und UniversitätSprosissor ZulawS ki in das Kloster und beide Aerzte konstatirten, daß Michalina vollkommen gesund sei. Erst nach neuerlichen dringenden Vorstellungen Araten's wurde Polizeikommissär Tom sch ik am 22. Januar angewiesen, in aller Form die Vorführung des Mädchen zu verlangen. Die Oberin antwortete : „In sieben Tagen wird sie ihr Vater sehen können." Als der Beamte die Schwester Marie Rosalia auf die Gesetzwidrigkeit dieses Vorgehens aufmerksam machte, entgegne Le die Oberin. „Wir werden uns beim Gerichte bemühen, daß die Herausgabe verzögert werde, bis das Kind das Alter von 14 Jahren erreicht haben und der Taufe kein gesetzliches Hinderniß im Wege stehen wird. Inzwischen wird sie von hier weqgeführt werden." Der Beamte begnügte sich damit, diese Antwort stillschweigend entgegenzunehmen und protokollarisch festzustellen. Als Araten am festgesetzten Tage des 2-K Januar sich bei der Polizeibehörde einfand, lag eine Meldung der Schwester Marie Rosalia vor, wonach Michalina zwei Tage vorher, am 27. Januar, angeblich aus .dem Kloster entflohen sei. Die Unwahrheit dieser Behauptung ist durch Zeugen festgestellt. Vielmehr war das Mädchen von zwei Fel'cianerinnen, deren eine den Namen Isidora führt, aus dem Krakauer Kloster entführt und in das mit diesem affiliirte Kloster Lagiewniki bei Podgorze gebracht worden. Die Anwesenheit Michalina's in Lagiewniki ist durch die dortige Gendarmerie konstatirt worden, die jedoch ohne direkten Auftrag, sich der Entführten zu bemächtigen, nicht einfchreiten wollte. Araten wendete sich an den Bezirkshauptmann von Podgorze um obrigkeitlichen Beistand, allein dieser reiste erst nach Lemberg, um sich beim Statthalter

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