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Der Israelit · 1900-05-17 · Heft 40 (17.5.1900) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 40 (17.5.1900)
Date
1900-05-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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620 gelüste gegen die Lehrer hegen, sondern mit dem größten, Interesse an den Bestrebungen der Lehrerschaft Theil' nehmen. Wenn irgendwo Differenzen zwischen Lehrern und Rabbinern vorkämen, seien sie keine Standessache, sondern rein persönlicher Natur. 3) Anträge um Beihilfe zum Eintritt in die Pensions- und Unterstützungskaffe. Vogel- Ehrenfeld weist darauf hin, daß viel mehr Kollegen, als es vorerst scheinen mag, noch eine Beihilfe von unserem Verein erwarten, daher möge man den Schlußterinin betreffs Beihilfen Zum Eintritt in die Unterstützungskaffe möglichst hinausschieben. Michael- Werl und F r i e d m a n n - Sinzig schließen sich im wesentlichen den Ausführungen Vogel's an. Dagegen wünschen B r i s ch - Mülheim a. Rhein, S e e l i g - Siegburg, S u l ma n n - Köln und der Unterzeichnete, daß man den Termin nicht zu sehr verschiebe, sondern hauptsächlich für die älteren Kollegen, denen keine Kaffe ihre Pforten öffne, Sorge trage. Ransenberg - Neuwied stimmt dem bei, hält es aber für angebracht, auch den jüngeren Kollegen helfend zur Seite zu stehen. Hierauf wird ein Antrag Gut und Genossen: „Anträge um Beihilfe zum Eintritt in die Essener Kaffe oder in die der Achawah-Frankfurt a. M., die bis spätestens 30. Juni d. I. bei uns einlaufen, sollen Berücksichtigung finden," einstimmig angenommen. Betreffs Höhe der Beihilfen wird mit großer Majorität beschlossen, die Hälfte der Einkaufssumme als Beihilfe zu gewähren. Dagegen sollen die Betreffenden, sowie Diejenigen, die bereits Beihilfen erhalten haben, zu Gunsten der Nicht-Einkaufsfähigen auf ihre Anrechte auf das Vereinsvermögen verzichten. Ein formeller Beschluß wurde über diesen letzten Punkt sonach nicht herbeigeführt. Die laufenden Geschäfte erledigen wie bisher der Vereinsvorstand bezw. der Arbeitsausschuß. 4) Bestimmungen über Verwaltung und Verwendung des Vereinsvermögens. Da zur Beschlußfassung über diesen Punkt an den statugemäß erforderlichen Stimmen zwei fehlen, kann derselbe erst in der nächsten Versammlung, die am 6. Mai stattfindet und unabhängig von der Anzahl der Erschienenen beschließt, zur Erledigung kommen. 5) In den freien Besprechungen wurde zunächst darüber verhandelt, ob der Essener Vorstand oder ein neu zu bildendes Kuratorium den .Kölner Fonds verwalten solle. Hierauf gedachte der Vorsitzende unseres erhabenen Herrschers, der uns in allen Friedenswerken ein leuchtendes Vorbild ist und unter dessen Regierung die Lage der jüd. Lehrer in etwas erträglicher und hoffnungsvoller geworden ist, wie z. B. die letzte Umfrage des Herrn Kultusministers betreffs der Verhältnisse der jüdischen Lehrer beweist. Begeistert stimmte die Versammlung in das Kaiserhoch ein. Damit schloß um 6 Uhr die Versammlung. Der Schriftführer: Elias G u t. Zettirngsirachrichteu und Correspondeuzen. Deutschland. Breslau, im Mai. Wieder steht die hiesige Gemeinde vor einer Wahl. Der Leiter der Religionsschule I (Dirigent Herr Rabbiner Dr. Rosenthal), Herr Rabbiner Dr. D o e t o r , wurde in Bruchsal als Rabbiner gewählt. An dieselbe Schule wurde Herr A. B e r l i n g e r , Sohn des Braunsbacher Rabbiner, an Stelle des abgegangenen Dr. Elbogen gewählt. Herr Berlinger war bisher an der Religionsschule der Königsberger Adaß Jsroel thätig. Hier ertheilt er Unterricht nicht nur an der Religionsschule, sondern auch an den höheren Schulen. Der eonservative Theil der Gemeinde ist über die Wahl sehr erfreut, da er Herr B. streng-orthodoxer Gesinnung ist. Bad Loden. (K u r a n st a l t für a r m e Israeliten in Bad S o d e n a. T.) Beim Rückblick auf das verflossene Vereinsjahr können wir wiederum über eine segensreiche Thätigkeit berichten. — Wenn auch die Zahl unserer Pfleglinge sich um 23 vermindert hat, so haben doch die Verpflegungstage eine verhältnißmäßige Zunahme erfahren, in Folge dessen wir bedeutend erfreulichere Resultate als in früheren Jahren erzielen konnten. Die sorgfältigere Auswahl der Aufzunehmenden, der längere Aufenthalt in der Anstalt, eine regelmäßigere Vertheilung der Patienten aus die einzelnen Monate ermöglichen es, dem Einzelnen mehr Aufmerksanikeit zuzuwenden, was für den Gesammterfolg von ganz bedeutendem Vortheil war. Wenn uns auch im verflossenen Jahre mehrere Geschenke und Legate in größeren Beträgen zugegangen sind, gestatten uns dieselben immerhin noch nicht die Verwirklichung unserer sehnsüchtigst erhofften Pläne, unseren so sehr beengten Räumen eine unseren Bedürfnissen entsprechende Ausdehnung zu geben. Einer von uns bereits früher gegebenen Anregung, das Andenken theurer Verblichener durch Stiftung von Freibetten zu ehren, veranlaßte Frau Sara Kulp Wwe, in hochherziger Weife eine Freibettstiftung zum ehrenden Andenken an ihren seligen Gatten, Herrn Menko Marx Kulp, zu errichten. Der im Juni verstorbene Herr Susmann Una vermachte unserer Anstalt letztwillig die Summe von Mk. 24,000 zu Freibettstiftungen, in kindlicher Dankbarkeit zum ehrenden Andenken an seine ihm im Tode längst vorausgegangenen Eltern. Zum ewigen Gedächtniß an die Stifter haben wir Marmortafeln mit entsprechender Inschrift an geeigneter Stelle in unserem Anstaltsgebäude errichtet. Die unermüdliche Gönnerin unserer Anstalt, Freifrau Wilhelm Earl von Rothschild, hat unserm Capitalfonds eine größere Summe zugewandt und damit, wie schon so häufig, ihrem hochherzigen Wohlthätigkeitsfinn in großartigster Weise Ausdruck verliehen. Ebenso hat unser Ehrenmitglied. Herr M. A. Wolfs,

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