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Der Israelit · 1900-05-17 · Heft 40 (17.5.1900) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 40 (17.5.1900)
Date
1900-05-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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815 i.utd) tu bereu 'Jiamcii beglückwünsche. Möge Ew. Hochw. es gegönnt sein, als Bischof von Paderborn, den Hirtenstab der großen Diöeese allezeit zu führen zum Segen, Heil und Frieden Aller, Sichtlich ergriffen reichte der Bischof dein Sprecher dankend die Hand itnb sprach sich in hochachtbarer und ' erhebender Weise über die Lehren unserer heil. Religion, über die göttliche Offenbarung am Sinai, über Israel, das Voll der Erhaltung des Monotheismus und, dabei replieirend auf die traurige Erscheinung des modernen Herdenthums, insbesondere auf das Erscheinen eines Werkes eines sonst sehr geschätzten und hochzuachtenden jüdischen Gelehrten, der aber in diesem Buche „die Göttlichkeit" der Offenbarung negieret. Als Professor der Maraltheologie am hiesigen Priesterseminar habe er in feinem neuen Werke gegen diese Auslegung und Auffassung des betr. Herrn Verfassers scharfe Stellung genommen. Hochderselbe schloß mit den Worten: „Halten wir die Zehn Gebote, suchen wir die vielen gemeinschaftlichen Berührungspunkte unserer Religionen hochzuhalten, dann können lvir wohl in Frieden und friedlich nebeneinander bestehen." Hierauf lud der hochw. Herr in leutseligster Weise die Deputation ein. Platz zu nehmen. Hocherfreut verabschiedete sich die Deputation nach kurzer Zeit mit dem Bewußtsein der gemachten Wahrnehmung, daß die Diöeese Paderborn in Wirklichkeit zu dem neuerwählten Oberhirten sich beglückwünschen kann. Bnrtschin, 10. Mai. (D i e n st j u b i l ä u tn.) Herr Eantor und Rabbiner Bauer, ein allseitig geachteter und beliebter Mitbürger, feierte am 1. Mai sein 25jähriges Dienstjubiläum. Dem Jubilar wurden anläßlich dieser Feier von weitesten Kreisen Glückwünsche dargebracht, welche von der großen Verehrung und Liebe zeugen, welche Herr Bauer in allen Kreisen unserer Stadt in wohlverdientem Maße genießt. Von 9 Uhr Vormittags bis in den späten Nachmittagsstunden erschienen Deputationen und Gratulanten, ferner gingen Glückwunschschreiben, Telegramme und Geschenke in großer Zahl ein. Als erster Gratulant erschien der Synagogenvorstand. Im Namen der Synagogengemeinde hielt der Vorsitzende, Herr N. Lachmann, eine Ansprache, in welcher er die großen Verdienste des Jubilars schilderte, die er sich um die hiesige Synagogengemeinde durch seine Pflichttreue und vorzüglichen Leistungen erworben hat und überreichte dem Gefeierten als Geschenk eine Summe Geld. Im Namen der städtischen Körperschaften beglückwünschte Herr Bürgermeister Spude den Jubilar. Alsdann erschienen die Mitglieder der Synagogengemeinde, Bürger der Stadt, Herr Hauptlehrer Lüdtka, um ihre Glückwünsche, dem Jubilar persönlich zu übermitteln. Unter den vielen eingelaufenen Glückwünschen und Telegrammen, die ein beredtes Zeugniß für die allgemeine Achtung und Liebe zeugen, war auch ein Glückwunschschreiben des Herrn Pastor Renovanz-Bartschin in hebräischer Sprache eingegangen. 1 München, JO. Mai. Mit dem gestrigen Tage ist ein Mann Hierselbst von der Erde geschieden, den man mit Recht zu den Besten der hiesigen israelitischen Geineinde zählen konnte. Herr Ernst A r n st e i n s. A., der nach längerem schlveren Leiden gestern das Zeitliche segnete, war ein Jehudi im wahren Sinne des Wortes. Wenngleich er nahezu 25 Jahre mit an der Spitze der hiesigen Ebewra kadisebah stand, obwohl er während der vielen Jahre, in denen er als Mohel thätig war, viel Ersprießliches leistete, war er doch stets bescheiden und anspruchslos. In gesunden Tagen war ihm nichts zu schwer, keine Zeit ungelegen, wenn es galt, einer Mizwah nachzugehen. In größter Selbstlosigkeit waltete er stets seiner Ehrenämter; nie hörte man von ihm, daß ihm etwas zu viel sei. Mochte ihm in Ausübung dieser Mizwoth auch manchmal eine Unbill widerfahren, er nahm auch dies in Ruhe hin und suchte auch weiter sein Bestes zu thun. Im Verein mit seiner wohlthätigen Gattin wußte er in aller Stille manche Noth zu lindern, manch' gebeugtes Gemüth, das sich an ihn wandte, zu erheben. Ein Freund des Friedens suchte er Jedem gerecht zu werden, ohne seine Prinzipien als orthodorer Jude zu verlassen. Wie er gelebt, so ist er geschieden. In Frieden, umgeben von einer großen Anzahl Freunde, hauchte er seine Seele aus. Möge der Allvater seiner theuren Gattin, der hochbetagten Mutter. Trost spenden. Ttnttgart, 13. Mai. Von der hiesigen israelitischen Religionsgesellschast erhalten wir folgende Zuschrift: Um Mißdeutungen entgegen zu treten, erklären wir hiermit, daß wir dem in Nr. 32 und 33 dss. Bl. gegen Herrn. Kirchenrath Dr. Kroner gerichteten Artikel nicht nur vollständig fern stehen, sondern auch den Angriff aus die Person dieses Herrn entschieden mißbilligen, wenn wir aueb weit davon entfernt sind, die Betheiligung desselben bei Bestattung von Aschenresten entschuldigen zu wollen. O e st e r r. - U n g a r. M o n a r ch i e. Wien, 14. Mai. Im „Slowo Polsti" veröffentlicht Israel Araten einen Brief, in dem er Nachstehendes mittheilt: Nachdem er erfahren, daß seine Tochter sich im Kloster in Wielowicz bei Tarnobrzeg befindet, sendete er dorthin einen Kundschafter, um sieh zu überzeugen. ob das wahr sei. Als der Kundschafter ihm die Nachricht überbrachte, daß er seine Tochter zweimal gesehen habe, fuhr Araten in Begleitung eines Bekannten nach Wielowiez. Unterwegs wurden Beide von der Gemeindepolizei in Tarnobrzeg verhaftet und unter dem Vorwände, daß sie sich nicht legitimiren können, vierundzwanzig Stunden in Haft behalten. Nach der Enthaftung begab sich Israel Araten zum Bezirkshauptmann, um sich zu beschweren und ihn gleichzeitig zu ersuchen, ihm den Zutritt in's Kloster und die Zurücknahme der Tochter zu ermöglichen. Der Bezirkshauptmann schickte ibn zum Bezirksrichter. Da der Bezirksrichter dem Araten antwortete, ohne Auftrag

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