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Der Israelit · 1900-05-17 · Heft 40 (17.5.1900) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 40 (17.5.1900)
Date
1900-05-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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814 Des Dahingeschiedenen hervorragende Bedeutung gipfelte jedoch nicht darin, daß er von jenen Idealen erfüllt ivar. die es ihm ermöglichten, so Großes in pädagogischer Hinsicht zu leisten, was ihn vielmehr zu einem für hochbedeutenden Manne machte, war sein ihn zur Thattraft anspornendes Herz, das für die Noth der Armen so warm schlug. Auf dem Felde der jüdischen Wohlthätigleit hat er, der nicht mit Glücksgütern gesegnete, anspruchslose Lehrer, Unerreichtes geleistet. Herr Oberrabbiner Hirsch n gab an der Bahre des Verschiedenen in oft von Thronen erstickter Stimme den Gefühlen Ausdruck, die die jüdische Gesammtheit ob des harten Verlustes, der sie betroffen, bewegen. Er erinnerte an die selbstloseste, aufreibende Thätigteit, die der Verstorbene zu Gunsten der aus Rußland. Rumänien und Galizien vertriebenen Glaubensgenossen entfaltete; er gedachte der Energie, die derselbe im Kampfe gegen die Seelenfänger entwickelte, wie er es verstand, religiös verirrte Kinder an das Elternherz zurückzufllhren und aus den Schlingen der Missionsgesellschaften zu retten. Auf dem Friedhofe schilderte der Direktor der Talmud Thora-Realschule. Herr Dr. I. Golds ch m i d t, in tiefempfundenen und ergreifenden Worten des Entschlafenen vielseitige Thätigteit als Lehrer und Menschenfreund. Darauf sprach Herr Rechtsanwalt Dr. Alexander, m Namen des Vorstandes des von Herrn D. Wormser s. A. in's Leben gerufenen Vereins für Obdachlose und erwähnte, daß der Verein trotz vielfacher Anfeindungen, durch des Verstorbenen ungeahnte Thätigteit zu einer ungemein segensreich wirkenden Institution geworden sei. Auch von nichtjüdischer, hochstehender Seite wurde die Bedeutung dieses wahren Menschenfreundes gewürdigt. Möge Gott, der Linderer aller Schmerzen, der tiefgebeugten Wittwe und den trauernden Söhnen Trost spenden. Möge bald der Tag kommen, von dem es heißt: s-n m::1? nrn Königsberg, 14. Mai. Der „Hilfsverein für kranke russische Israeliten" versendet soeben den Bericht über seine Thätigteit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1839, dem wir Folgendes entnehmen: Im letzten Jahre hat sich die Zahl der Mitglieder auf 211, die regelmäßigen Beiträge um 430 Mk. vermehrt. Die an den Verein gestellten Anforderungen waren in Folge des strengen Winters recht bedeutend; die Aufwendungen betrugen insgesammt 11,098.13 Mark, wovon die Kranken selbst 3059.15 Mk. erstatteten. Wie besonders hervorgehoben wird, kommen die Wohltbaten des Vereins russischen Kranken aller Confessionen zu Gute. Nach dem Kassenberichte balancirten Ausgaben und Einnahmen incl. eines Bestandes von 4987.37 Mk. mit 16,085.50 Mk. Der eiserne Fonds war im Besitz von 9419.15 Mk. Der Vorstand setzte sich zusammen aus den Herren George Marx, Albert Eohn, Mar Arendt, Simon Eger. Heymann Ginsburg. > M. Grodsensty, 0 h. Hur nutz, N. Landsberger, A. I. Lewin und L. Smoira. Köln, 14. Mai. Das Festessen der Pfingsten hier tagenden Deutschen Lehrerversammlung findet Diens tag, den 5. Juni, im großen Saale der„Lese" statt. Bei genügender Bethciligung beabsichtigen die Unterzeichneten, zur selben Zeit in demselben Gesellschafts- Hause ein besonderes Festessen zu veranstalten. Wir ersuchen alle jüdischen Kollegen, welche sich an dem Festessen (per Couvert Mk. 3) betheiligen wollen, ihre Anmeldungen nebst dem Betrage bis spätestens 26. Mai c. an den mitunterzeichneten Lehrer Gut, Moltkejtraße 58 l I einzuseuden. Am Mittwoch, den 0. Juni, wird für die aus den jüdischen Seminarien hervorgegangcnen Lehrer außerdem eine Versammlung stattfinden, deren Ort und Zeit in der offiziellen Festzeitung bekannt gemacht werden. G o l d s ch m i d t. Gut. S u l m a n n. Köln, 14. Mai. Die Gesammtkosten des jüdischen Religionsunterrichtes an den höheren Lehranstalten übernimmt jetzt laut Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung die Stadt. Bisher trug die Stadt nur die Hälfte derselben, welche sich ungefähr auf Mk. 709 belief. Ob dann verschiedene Väter sich nicht mehr „gezwungen fühlen" werden, ihre Kinder am katholischen Religionsunterrichte theilnehmen zu lassen? Es ist uns nicht bekannt, daß christliche Familienhäupter ihre Kinder in jüdischen Religionsunterricht schickten. Paderborn, 15. Mai. Heute morgen begab sich der Vorstand hiesiger Svnagogengemeinde, die Herren H. Kaß. S. Stein, A. Hesse und bereu Prediger, Herr Weiler, in die Wohnung des neuerwählten Bischofs von Paderborn, Herrn Dompropst Professor Dr. W. Schneider, um dem hochw. Herrn die Glückwünsche der Gemeinde zu überbringen. In leutseligster Weise empfing der hochw. Herr die Deputation. Nachdem der Vorsitzende des Snnagogenvorstandes, Herr Henry Kaß, in kurzen Worten dem hochw. Bischof den Glückwunsch der Gemeinde ausgesprochen, erwiederte hochderselbe in wohlwollenden, warmen Dankesworten, indem er sprach: „Meine Herren! Es freut mich außerordentlich, Sie, meine Herren, bei mir zu sehen und danke Ihnen herzlichst für Ihre große Aufmerksamkeit, die Sie mir durch Ihren Besuch erwiesen und inich hierdurch hocherfreuten. Ich werde Ihrer Gemeinde stets wohlgesinnt bleiben." Hierauf ergriff Herr Prediger Weiler das Wort folgender Erwiederung: „Hochwürdigster Herr Bischof! Nachdem Ew. Bisch. Gnaden die Glückwünsche unserer Svnagogen-Gemeinde durch deren Vorstand so wohlwollend entgegengenommen und so huldvoll erwiedert, aestatten Ew. Hochw. auch mir nochmals, als dem gcistl. Vertreter unserer Svnagogen-Gemeinde, meine herzinnigsten Glück- und Segenswünsche zu deren Erwählung als Bischof von Paderborn entgegen zu bringen. Ich glaube auch sicher im Sinne aller meiner Glaubensgenossen der großen, weitverzweigten Diärese Paderborn zu sprechen, wenn ich Ew. Hochw. BB

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