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Der Israelit · 1900-05-10 · Heft 38 (10.5.1900) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 38 (10.5.1900)
Date
1900-05-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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773 Schreibstuhl und der neuesten Ausgabe des npinn von v'2v"i; eine Deputation brachte die Verehrung und die Dankgefühle dem Jubilar zum Ausdruck. Das Lehrer-Collegium erfreute den Gefeierten mit einem kostbaren Schreibzeug, und so folgten noch viele Geschenke, mündliche und schriftliche Begrüßungen von Verwandten und Freunden, welche alle von der Liebe und Hochschätzung, deren sich der Jubilar zu erfreuen hat, zeugen. Möge es demselben 2'2' -tx*? vergönnt sein, in gleicher Rüstigkeit und Schaffenskraft im Weingarten des Herrn zu arbeiten, zu säen und zu ernten, noch zahllose Schüler zu tiichtigen, gesinnungs- und berufstreuen Lehrern vorzubereiten L'2'n r,x , rmcx.“ pinVi rron "-inb!r:;ü! ir rSn o*:n rrrr Wnrzbnrg, im Mai. Auf die Worte: sv rrrrri'. Lepren, ivelche bei ’eyj stehen, bemerken unsere Weisen: das Scheiden eines Frommen oder einer Frommen aus einem Orte läßt einen Eindruck zurück und eine Lücke erkennen. Auch hier macht das Scheiden einer Frommen, einer „Lieblichen" in ihren Handlungen, mit dem Tode der Frau Babette Bodenheim er, früher in Biblis wohnhaft, einen tiefen, wehmüthigen Eindruck, versetzte die lieben Ihrigen und einen weiten Kreis von Freunden unb Bekannten in tiefe Trauer. Und mit Recht; denn wer auch immer nur Gelegenheit hatte, diese Frau kennen zu lernen, der mußte sie in ihrer Sanftmuth und Freundlichkeit, in ihrer innigen Religiösität und in ihrem Edelsinn als eine patriarchalische Erscheinung bewundern und als den wahren Typus eines b'n nrx, eines Biederweibes, erkennen. Einer unserer besten, an echter Religiösität hervorragenden Familie angehörig, von frommen, für rwew irrn begeisterten Eltern erzogen und mit einer gediegenen, weiblichen Bildung ausgestattet, zeichnete sie sich schon von Jugend auf in Tugend und Frömmigkeit aus und blieb diesem Streben treu bis an's Ende ihres Lebens, so daß man auch von ihr sagen konnte 'ori22 '2 rsi '2 7122 ■: ns wie in ihrer Jugend, so im reiferen und höheren Alter 2^12 nzizb 2') L», zeichnete sie sich in Pflichterfüllung aus. Doch X3'b xrcby 'X7>2 rrr: “cty den Frommen ist in diesem Leben nicht immer ein ständiges Glück beschieden; auch Frau Bodenheimer sollte sich nicht lange eines ungetrübten Familienglückes erfreuen. Schon nach wenigen Jahren wurde ihr der theuere Gatte durch einen Unglücksfall entrissen, sterbend wurde er in's Haus getragen, den lieben Seinen nur noch einen Schmerzensblick zuwendend. Aber wie eine Tugendheldin ertrug sie den Schicksalsschlag, er konnte ihr häuslich Glück zerstören, doch ihre Willenskraft nicht brechen. Mit doppeltem Ernste übte sie die Mutterpflicht gegen ihre noch zarten Kinder in der Erziehung und Ausbildung derselben, und suchte Trost und Stärkung in der ferneren Pflichterfüllung gegen die geliebten Eltern und Angehörigen am Platze. Wie sie diese Pflicht in der langjährigen Pflege ihrer greisen Mutter geübt, bleibt unvergessen und beweist ihre hingebungsvolle Liebe und Pflichttreue. Und als sie diese Kindespflicht nicht mehr üben konnte, da verließ sie ihre Heimath, um dahier ihr edles Wirken im eigenen Familienkreise und überall da, wo es sich um Gutthaten handelte, fortzusetzen. Kein Wunder, daß ein solches Leben sich das Wohlgefallen und die Anerkennung Aller erwirbt, und so erfreute sich Frau Bodenheimer s. A. sowohl hier, als in ihrer früheren Heimath, allgemeiner Beliebtheit. Verstand sie es ja auch, Willenskraft mit Anspruchslosigkeit, Entschiedenheit im Verfolge des Guten und Edlen, mit Sanftmuth und ruhigem Gemüthe harmonisch zu verbinden, wie es von dem b'n ntyx heißt, nm ny. Ernst und Würde bilden ihr gemeinsames Gewand. Darum auch pnrr avb pnttw darum konnte die Hingeschiedene stets freudig dem Ende und der einstigen Zukunft entgegen sehen, konnte sie stets das frohe Bewußtsein der Pflichterfüllung haben. Süß wird daher auch ihr Schlaf sein, ob viel oder wenig sie von dem Leben genossen, ob sie auch nicht ein hohes Maß menschlichen Alters erreichte; sanft wird ihre Ruhe sein an der Seite ihres geliebten Heimgegangenen rtm "iC32 nnnuc.! rrratfw Daß die Theilnahme an dem Leichenbegängnisse sowohl hier vom Sterbehause aus bis zur Bahn, als auch am Friedhofe zu Alsbach a. d. V., dem Begräbnißplatze der Familie, eine sehr große war, läßt sich denken. Im Hause gab Herr Seminarlehrer W e i ß b a r t, als ehemaliger Lehrer in Biblis, unter Zugrundelegung der V-nv-Stelle r:yyo nvnpa ."pyc p'jai trrpo Tty nbe" -zv cto psiei 1 t» seinen und den allgemeinen Trauergesühlen innigen Ausdruck, und am Grabe zu Alsbach sprach Herr Provinzial-Rabbiner Dr. Marx- Darmstadt in dieser seiner Eigenschaft sowohl, als auch als naher Verwandter, tiefempfundene Worte, den Lebensgang und die Tugendfiille der edlen Verblichenen lebenstreu vorführend. Möge den tiefbetrübten Hinterbliebenen und Verwandten Trost werden in dem Gedanken, daß die Entschwundene im besseren Leben weilt, m-p neo >r,! O e st e r r. - U n g. Monarchie. Pr ag, 2. Mai. Jetzt hat auch der böhmische Landtag seine Judenhetze gehabt. Von mehreren Seiten waren bei einer Discussion über die Kohlenpreise und über die Möglichkeit, dieselben recht niedrig zu halten, belüge Vorwürfe gegen die Juden erhoben worden, am schlimmsten natürlich von dem fanatischen Antisemiten Dr. Baxa. aber kaum weniger schlimm von dem deutschnationalen Judenhasser Gebler. Man warf den Juden Kohlcnwucher vor, gab ihnen die Schuld an den wictb'chaftlichen Uebelständen in Böhmen etc., alles Phrasen, die man schon aus den Verhandlungen anderer Parlamente zur Genüge kennt. Die Vertheidigung der Juden führte von jüdischer Seite vor allem der Jungczeche Dr. Zalud, der meisterhaft die Angriffe der Gegner widerlegte, besonders auch den Talmud in Schutz nahm und Rohling's Fiasco gegen Bloch ansührte. Außer ihm sprachen gegen die antiscr-irischen Angriffe die Jungczechen Horica, der mit Dr. Vaxa abrechnete, und Scharf, der besonders die

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