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Der Israelit · 1900-05-10 · Heft 38 (10.5.1900) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 38 (10.5.1900)
Date
1900-05-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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772 und Wandel auf Erden war ihm der, „der als Eljoun im Verborgenen thront." (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Hamburg, 7. Mai. Wieder ist einer jener großen Männer, die in unserem Zeitalter immer seltener werden, dahingegangen. Rabbi Rüben Fink, vormals in Lautenburg Rabbiner und seit etwa zwanzig Jahren Vorsteher des Beth ha-midrasch, ist am Donnerstag, 4. Isar, nach längerer Krankheit, zu seinen Vätern versammelt, und am Freitag, Nachmittags 5 Uhr, von einem überaus zahlreichen Gefolge begleitet, bestattet worden. Im Sterbehause sprach der Oberrabbiner als Freund und Namens der Klausverwaltung in Behandlung des Textes nnnan -iedo ~[b tit ‘jsx über alle die edlen und bekannten Vorzüge des Dahingeschiedenen, dessen Hinscheiden wir Alle tief betrauern. Sein ganzes diesseitiges Leben sei ein Vorabend zum Sabbat gewesen, an welchem er sich für jenen großen Tag, der ausschließlich Sabbat, vorbereitet habe. Wer sich am Freitage mit der Vorbereitung zum Sabbat die nöthige Mühe gegeben, der mag am Sabbat ungestört genießen, wer sich bemüht am Vorabend des Sabbat, dem wird genußreich der Sabbat werden. Von dem Dahingegangenen könne man wie bei Beginn des Sabbat ausrufen: nnans 'n jvss e^rtp pjsfe t-xd mc’ icro p’ix wenn sie schon längst eingepflanzt im Gotteshause boolom habo, dann noch werden ihre Sprößlinge blühen in den Vorhäfen Gottes boolom hasee, so habe der uns Entrisiene, indem er seine Kinder belehrt und in der Thora herangebildet, seine Lebensaufgabe erfaßt und sie rühmlichst erfüllt. Der Schwiegersohn, Herr Jeidel aus Pfungstadt, sprach einen in voller Wehmuth empfundenen Hesped, und rief weinend au^: prrrnirap-rzxn bvbsr,. In Berücksichtigung der knapp gemeffenen Zeit sprach nur noch der Sohn, Herr Dr. Elias Fink aus Frankfurt a. M.; wie sein Vater von Jugend auf die von der Mischna empfohlenen Eigenschaften eines Talmid chochom, seine Entbehrungen auf sich genommen, xin ub'vb nai nn -ptrx ^b r.tsi ■prx, „In Deinem Sinne geloben wir, weiter zu wirken," schloß der Sohn seinen Abschiedsgruß an den verklärten Vater. Der in Antwerpen als Kaufmann ansäffige älteste Sohn war noch so zeitig eingetrosfen, daß er die Beerdigung noch antraf. Der Verstorbene ist seinem vor etwa llA Jahren in die Ewigkeit vorangegangenen Collegen, Rabbi Jesaja Wohlgemuth, für den noch kein paffender Ersatz gefunden, leider zu schnell in die Ewigkeit gefolgt. Möge es der Verwaltung der altehrwürdigen Altenwall-Klaus — nach ausdrücklicher Testamentsbestimmung des Begründers, Rabbi Löb S ch m u l, soll die Klaus für alle Zeiten am Altenwall bleiben — recht bald gelingen, zwei ihren Vorgängern würdig anzureihende Klausrabbiner anstellen zu können, welche, wie die beiden nunmehr wieder vereinten, das Thorastudium allein als ihren Beruf ansehen, rrwb'i tci?1? -ivbbi -mbb Männer reinen Charakters, voller Gottesfurcht, solche hat der Testator verlangt und das Verdienst gehabt, daß man sie in seinem Sinne wirkend, gefunden' hervorragend aber unter ihnen waren Vxr prc p's“ ritrcyiSnxv nw i“nno. rrsjun H. B. Kassel, 8. Mai. Die israelitische Lehrerkonferenz Hessens wird ihre 32. Jahresversammlung am 6. Juni zu Marburg abhalten. Zu den wichtigsten Gegenständen der Tagesordnung gehört wohl die Vorbereitung einer neuen Auflage des in den hessischen Schulen allgemein eingeführten Dr. Stein'schen Lesebuches. Zu diesem Zwecke hatte die 31. Jahresversammlung eine Kommiffion eingesetzt, welche vor Kurzem ihre Arbeit begonnen hat. Mit eine der schwierigsten Aufgaben wird wohl die Vermehrung des religiösen und jüdischnationalen Stoffes sein. Gerade die klastischen Darstellungen aus diesen Gebieten sind spärlich vorhanden, und die vorhandenen sind zudem meist unbekannt. Die Kommission erbittet daher hiermit die Unterstützung jüdischer Gelehrter, Schulmänner und Schriftsteller, sei es durch Zusendung oder auch nur Angabe solcher Stoffe und ihrer Quellen, sei es durch eigene Darstellung solcher Stoffe. Etwaige gefl. Zusendungen erbittet die Kommission zu Händen des Lehrers A m - r a m in Borken (Reg.-Vez. Kassel). Wiirzburg, im Mai. „Dem Verdienste seine Krone." In dem nahen Höchberg vollzog sich an den vergangenen^"!'^ jpk* Tagen eine erhebende Feier. Herr Natban E s ch w e g e, Hauptlehrer an der Präparandenschule dortselbst, wirkt mit Anfang des Monats nvx ein Vierteljahrhundert an dieser Anstalt, und zwar durch seinen seltenen Berufseifer, durch seine Schaffensfreude und strenge Gewissenhaftigkeit, durch seine vädagogische und allgemeine wissenschaftliche Bildung, sowie rastlose Thätigkeit zum Besten der Schule und der Anstalt mit bestem Erfolge. Obwohl die Bescheidenheit u. Selbstlosigkeit des Herrn Eschwege es sorgfältig vermied, die Zeit seines Dienstjubiläums bekannt zu geben und er sich bei denen, die sie wissen konnten, jede öffentliche Feier und jede Aufmerksamkeit verbot, so wollten sich doch viele und die zunächstbetheiligten Kreise die willkommene Gelegenheit nicht entgehen lassen, ihre Verehrung und Liebe, ihren Dank und ihre Anerkennung dem verdienstvollen Manne zum Ausdruck zu bringen. So widmete vor allem das Anstalts-Curatorium dem verehrten Jubilar ein herrliches Gedenkblatt, auf welchem das verdienstvolle Wirken desselben anerkennend verzeichnet ist, nebst einer entsprechenden Ehrengabe. Die ehemaligen Schüler ehrten ihren geliebten Lehrer durch einen prachtvollen Schreibtisch mit

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