Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 36 (3.5.1900)
- Date
- 1900-05-03
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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WSWWWWW 730 Ich nllentbnlbcn lebhaftes Interesse und gebührende Be mytuug. Da unser Land seinen Bedarf an fertiger Waare theilS von Schlesien, Ungarn und sogar zum Tbeile auch vom Auslande importiert, somit stabiler Abu. dmer ist, ferner mit Rücksicht darauf, daß das Rohprodukt und nicht zum geringen Theile auch das Halb fabruat sich vorwiegend in der Landeshauptstadt concentriert, von hier aus erst den Weg nach auswärts nimmt, erscheint nach eingeholter fachmännischer Begutachtung unter Zugrundelegung von Daten die Annahme als sicher: die Errichtung einer größeren Bürsten- und Pinselsabrit mit Dampf-, beziehungsweise elektriscbem Betriebe bei rationeller Bearbeitung und Ausnützung des Produktes nach der neuesten maschinellen Weise müßte sich unbedingt rentieren und 200 bis 300 Arbeitern stabile Beschäftigung bieten können. Insbesondere wäre daselbst ein Gebiet der Thätigkeit den jü bischen Arbeitskräften erschlossen, zumal als es be lanni ist, daß hierzulande die Handfabrikation von Bürsten seit Menschengedenken fast ausschließlich in jüdischen Händen ruht. Unsere Fachleute behaupten jedoch. und dies nicht ohne Grund, daß die Anlegung einer solcher? Fabrik just nur im Centrum des Landes und gerade in der Nähe unserer Hauptstadt praktischen Werth hätte, schon aus dem einfachen Grunde, als die daselbst zum Einkäufe herziehenden Provinzialkaufleute auch den erwähnten Artikel mitnehmen könnten, ja ge rade rnüßten, was bei dem Bestände eines gleichartigen Etablissements in einem entlegenen GebirgSwinkel nicht der Fall wäre, in der ersten Zeit gar nicht denkbar sein könnt.'. DaS zur Fabrikation erforderliche Buchenholz spielt bei derselben eine untergeordnete Rolle, vielmehr geben hier daS Borsten-, beziehungsweise Roßhaar Probt'kt und die geschulten Arbeiter den Ansschlag. An? Ende ist das Holz auch in der Nähe der Hauptstadt jederzeit praktisch zu beschaffen. Eine Finanzkraft, die stets den richtigen Sinn und das Gefühl für die jüdische Handroerterschaft hat, zeigte sich dem Schreiber dieses für die Sache recht geneigt, allerdings müßten die nöthigen Vorarbeiten, wie Einberufung einer fachmän nifchen Enquete und Zusammenstellung von Kosten anschlägen u. s. w., in Angriff genommen werden. I. A. B. Rußland. Petersburg, Ende April. Unter der Begründung, das Schmugglerunwesen treffen zu wollen, erläßt das Ministerium des Innern jetzt ein Edikt, das allen Juden, außer einigen Wenigen, die das Glück haben, eine besondere ministerielle Erlaubniß zu erlangen, verbietet, innerhalb eines Zwischenraumes von 40 Werst (ca. ebenso viel Kilometer) von der deutschen oder österreichischen Grenze ansässig zu sein. Das Edikt tritt, sowie die übliche Gnadenfrist verstrichen ist, sofort in Kraft und soll mit aller Strenge durchgeführt werden. Der Grund kür diese unglaublich klingende drakonische Vorschrift soll, wie gesagt, dem systematischen und in ungeheurem Umfange betriebenen Schmuggel, der in den letzten Jahren allerdings an der ganzen westlichen Grenze des russischen Reiches stärker als je zu Dage getreten ist, ein Ende zu bereiten. Aber selbst in deir russischen Kreisen, die sonst aus ihren antisemitischen Gefühlen kein Hehl machen, schüttelt man, wie der „Weserztg." aus Odessa geschrieben wird, die Köpfe überJüe Verfügung, und vielleich noch mehr über deren Begründung. Es ist nicht bekannt, daß die österreich ische Regierung ähnliche Maßregeln gegen die galizischen Juden an ihrer Seite der Grenze vor hat, oder daß die deutsche Regierung einen solchen Schritt für nothwendig gefunden hat. Die Regierung hat natürlich das Recht und die Pflicht, strenge Maßregeln zu ergreifen, wo ge tvöhnliche Mittel nicht ausreichen, aber die Schaffung eines ProhibitivstreisenS von 40 Kilometer Breite er scheint deßhalb nicht nothwendig und muß besonders an der westlichen Grenze die Wirkung haben, daß viele Dausenkc jüdische Familien, und ztvar sicherlich atiS schließlich die allerärmsten, zur Auswanderung ge zwangen werden. Die Juden sind im Südwesten Ruß lands schon hinreichend unterdrückt und nach dem letzten Edikt bleibt ihnen kaum eine Wahl, als die Auswanderung. > Vermischtes. *4 S. Giratzburg, 1. Mai. Die erste Preisaufgabe der hiesigen medizinischen Fakultät: „Die Jndicationen und Eontraindicationen der operativen Behandluna der hoch gradigen Kurzsichtigkeit" wurde von dem Candidaten Herrn Emil Levi aus Stuttgart gelöst und mit dem vollen Preise kM- 600) ausgezeichnet. Berichtigung. Heppenheim a. d. B., 30. Avril. In Ihrem geschün ten Blatte Nr. 34 v. 26. d. Mts. bringen Sie unter Rubrik „Vermischtes" eine von hier eingesandte Notiz, in der de richtigend zu bemerken ist, das; Re Herren H irsch in London nichr allein viel zum Bau der iLvnagoge deigesteuert haben, sondern den ganzen Bau aus ihre alleinige.kosten be, stellen ließen. Briefkasten der Expedition. Montabaur 66: -- M. 2 ^dankend erhalten und nach 26nnsch tveiterbefördert. Briefkasten der Redaction. Gabor Deutsch, Peetzburg Koscher Samatose gibt es unseres 'Wissens nicht. Präparate von ähnlicher Wir kung, wie Nutrose :c. sind, rituell hergestellt, bei David Bauer in Frankfurt a. M.. Börnestr.. zu haben. Soolbad Harzburg Pension par/^haus. Mit Genehmigung Sr. Ehrwürden Herrn Landrabb. Dr. Rülf, Braunschweig unter Aufsicht wr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. A u e r b ach, Halberstadt. Neu erbautes, streng rituelles, vornehmes, ruhiges Haus I. Ranges. -Volle Pension incl. Wohnung von 6,50 Mk. an. - 46 elegante Salons mit Balkons. — Extra gute Bervstegung. 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