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Der Israelit · 1900-04-30 · Heft 35 (30.4.1900) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 35 (30.4.1900)
Date
1900-04-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
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-1s her Mangel an, daß sie in einem für unsere Zeit sehr , tvenig verständlichen Stil sich bewegen,- und was die neueren Uebersetzungen betrisst, so leidet die sonst recht brauchbare der Jüdischen Alterthümer von Kaulen an dem Uebelstande, daß sie nicht vollständig ist, während die wenig ältere des Jüdischen Krieges von Paret augenscheinlich etwas flüchtig gearbeitet wurde. Von jeher war es mein Wunsch gewesen, den Josephus in einer moderneren, dabei ganz vollständigen und möglichst worgetreuen deutschen Uebersetzung erscheinen zu lasten, und ich ergriff daher das Anerbieten der Hendel'schen Verlagsbuchhandlung, eine von mir ausgesührte Uebersetzung in die Bibliothek der Gesammtlitteratur ausnehmen zu wollen, mit Freuden, zumal Form, Ausstattung und Preis dieser Bibliothek einer weiteren Verbreitung, wie gerade Josephus sie verdient, entschieden günstig sind. Ich unternahm also zunächst die Uebersetzung der „Alterthümer" und des „Jüdischen Krieges." Geleitet wurde ich bei meiner Arbeit von dem Gedanken, daß die Uebersetzungen vor allem ein handliches und zuverlässiges Hilfsmittel für den Historiker, dann aber auch ein echtes und rechtes Volksbuch sein sollten, als welches die Werke des Josephus, besonders die „Alterthümer" und der „Jüdische Krieg" stets gegolten haben. Gab es doch vor 30 Jahren, als ich meine Studien begann, in meiner Vaterstadt Köln kaum eine Familie, in der nicht ein älteres Exemplar des Flavius Josephus vorhanden gewesen wäre. Dieses allgemeine Interesse für den Schriftsteller wieder zu beleben, war mein vornehmlichster Wunsch. Eine ganz besondere Sorgfalt habe ich dem Namensregister gewidmet, von der Erwägung ausgehend, daß ein gutes Register für den Gebrauch eines Schriftstellers unerläßlich ist. Als Grundlage diente dabei der der Dindorf'schen Textausgabe beigefügte Index nominuin et i'61'nm,-freilich waren viele Unrichtigkeiten des letzteren zu beseitigen. Die Brauchbarkeit des Registers meinte ich noch dadurch erhöhen zu können, daß ich den geographischen Namen erläuternde Bemerkungen bezüglich der heutigen Lage der im Werke vorkommenden Land- und Ortschaften beigab. An der Hand eines guten Atlas wird es nun nicht schwer sein, sich über die Lage der betreffenden Ortschaften zu orientiren und damit das Verständniß mancher Stellen der „Alterthümer" und des „Krieges" zu fördern. Nach alter Sitte glaubte ich dem Werke auch einige Illustrationen beigeben zu sollen, und ich hoffe, daß dieselben ihren Zweck, die Schilderungen des Josephus zu erläutern, hinreichend erfüllen werden. Der heikelste Punkt ist bei Josephus wohl die Chronologie. Bedenkt man aber, wie leicht durch das Abschreiben der Texte gerade die Zahlen, die im Griechischen durch Buchstaben bezeichnet werden, verdorben werden mußten, so wird man die heute vorhandenen Zahlenangaben wohl nicht als die authentischen bezeichnenkönnen. Ich dachte daher am besten zu verfahren, j wenn ich die bei Dindorf aufgeführten Zahlen ohne 1 besondere Anmerkungen beibehielt und nur bei den wichtigsten Zeitabschnitten entsprechende Angaben von Jahreszablen aus der allgemeinen Geschichte machte, mit deren Hilfe die Orientierung genügend ermöglicht wird. Die Uebersetzung des „Jüdischen Krieges" — der das Meisterwerk unseres Schriftstellers bildet — wird sich der der „Alterthümer" möglichst bald anschließeu, und ivenn sich das nöthige Interesse für die Uebersetz unaen kund gibt, sollen später auch die übrigen, kleine ren Schriften des Josephus — Gegen Apion, Selbst biographie, Ueber die Makkabäer — folgen und so die „Gesammtausgabe der Werke des Flavius Josephus" in guter deutscher Uebersetzung vollständig machen. Dr. H. C l e m e n tz. Das Werk ist zu beziehen durch alle Buchhandluu gen und von Otto Hendel Verlag, Halle a. S. lA. d. Red. Wir haben diese Empfehlung des Uebersetzers ausgenommen, weil auch nnr eine billige und handliche Uebersetzung des Josephus willkommen heißen. Wir müssen jedoch bei der Lektion dieser Ueber sctzung stets berücksichtigen, daß die Bearbeitung von einem Nichtjuden ausgeht. Einen schweren Tadel gegen beit Uebersetzer dürfen wir jedoch nicht unterdrücken, das ist sein gehässiges Vorurtheil gegen die Pharisäer, welches das ganze Buch, Einleitung und Anmerkungen, durchzieht. Unsere Ansicht ist, daß die Pharisäer zu den edelsten und besten Menschen gehören, und wir wundern uns darüber, daß der Charakter des Josephus so viele dunkle Seiten zeigt, obgleich dieser Historiker nach manchen Seiten hin sich den Lehren der Pharisäer geneigt zeigt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 30. April. (Eine Ehrenpflicht für die Judenheit.) Seit einer Reihe von Jahren befindet sich die Wittwe und die drei minderjährigen Kinder des Schriftstellers Leopold von Sacher-Masoch in den allerdürftigsten Verhältnissen. Ein Appell an die Öffentlichkeit ist seither unterblieben, da bekannte Frankfurter jüdische PHUantropen und wohlhabende jüdische Familien die Hinterbliebenen des Dichters reichlich unterstützt haben. Da man aber die Wohlthätigkeit Einzelner nicht dauernd in Anspruch nehmen kann und nachdem nun auch andere Blätter eine öffentliche Sammlung für die Betreffenden unternommen, stehen auch wir nicht länger an, unsere Freunde in weiterem Kreise für diese Angelegenheit zu interessiren. Ritter von Sacher-Masoch war bekanntlich Nicht-Jude, aber von so glühender Liebe für unser Volk und für unsere Sitten erfüllt, daß alle seine Werke als eine einzige Verherrlichung des Juden-

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