Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 35 (30.4.1900)
- Date
- 1900-04-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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41, Jahrgang eilage zu M 35 des „Israelit" Literarische Umschau Die beiden palästinensischen Münzstätten Nikopolis- (fmmaus von Leopold Hamburger. S. A. aus den Frankfurter Münzblättern. Jahrgang 1. 1899. Nr. 8 und 9. Mit einer Tafel. Neben dem Münzforscher hat der Geograph Palästinas das größte Interesse an den Forschungen und Resultaten des Verfassers. Im Buche Josua begegnen >vir dem Namen Emmaus, nxcn unter den Städten des Stammes Benjamin, dann weckt der Name Eminaus erhebende Erinnerungen in uns, indem er auf den ersten großen Sieg des Juda Makkabäus über die Svrcr in der Schlacht bei Emmaus hinweist. Der Verfasser zeigt hauptsächlich auf Grund von Münzinschriften, daß zwei Städte westlich von Jerusalem, auf der Straße nach Jaffa, den Namen Emmaus führen und daß beide den griechischen Römernamen Nikopolis tragen. Die eine römische Siegesstadt ist 60 Stadien, d. ist 1'- Meile von Jerusalem entfernt, die andere 172 Stadien, d. i. 41-j Meilen. Das Jerusalem nähere Emmaus wurde von den Römern Siegesstadt — Nikopolis — genannt, als sie jenen entsetzlichen Sieg über die Juden und Jerusalem errungen hatten, dessen Folge, die Tempelzerstörung, wir heute noch unaufhörlich betrauern und beweinen. Die Römer legten dort im Jahre 71 d. g. Z., kurz nach Eroberung Jerusalems, eine Kolonie von Veteranen an. Eine Spottmünze aus diesem Emmaus—Nikopolis zeigt uns den grausamen Helm, mit dem der übermüthige Sieger die Tapfersten aller Unterlegenen überschüttete. Sich selbst vergleicht Nom mit bem gefräßigen und raubgierigen Wolf, »röhrend es das von den Juden verabscheute Schwein als Sinnbild für diese wählt. Die zehnte römische Legion hatte auch nach der Einnahme Jerusalems durch ^itus das Bild eines Schweines als Spottsymbol gegen die Besiegten über dem jetzigen Jaffathore anbringen lassen. Zehn Münzen aus dieser Münzstätte beschreibt uns der Verfasser. Das zweite, von Jerusalem entferntere Emmaus, bat nach Ansicht des Verfassers keine eigene Münze gehabt. Die den Namen dieser Stadt tragenden Münzen sinkin Eäsarea geprägt. Die Erlvähnung Cäsarea's als Münzstätte gibt dein Verfasser Gelegenheit, uns die iin 14. Jahre des Nero (67—68) dort geprägten Kupfermünzen zu beschreiben, in ivelchen den zum Komps gegen die Juden iin dortigen Hafen ausgeschifften Heeresmassen der Sold aus bezahlt ivurde. Viele wird die Bemerkung interessiren, daß besonders zur Zelt des Kaisers Heliogabal in Naplus-Sichem c:tt> viele Münzen mit der Darstellung des Tempels auf dem Berge Gerisim ausgegeben wurden. Wir danken dem Verfasser, der aus dem etwas abgelegenen Gebiet der Numismatik uns eine Spende gebracht hat, die nach vielen Seiten hin hohes Interesse beanspruchen kann. £npj ',z r^np *»ec 8't pra- 'i rvr ::: \sn zr, xnrtp n nirrr db lyomeurc pns nzbt? -~xc ':zi Jerusalem 5659. 22 und 94 S. Der durch die Edition alter und neuerer werthvoller Handschriften bekannte Herausgeber verpflichtet uns durch die Veröffentlichung dieses kleinen aber inhaltreichen Heftchens zu großem Danke. Dasselbe enthält hauptsächlich bisher unbekannte Bescheide der Gaonen. Ein großer Theil derselben ist erst vor einigen Jahren aus den Genisen Egyptens wieder an das Tageslicht gekommen. Die ersten 22 Seiten enthalten lehrreiche Vorbemerkungen und Einleitungsworte aus der Feder Wertheimers, des Herausgebers, die Erläuterungen zu Nr. 56 sind von dem berühmten Petersburger Gelehrten Hartavy. Viele der Gutachten sind arabisch geschrieben u. gibt sie uns der Verfasser in hebräischen Uebersetzungen, größtentheils von bewährten Kennern des Arabischen. Der Herausgeber verfehlt jedoch nicht, auch den arabisch. Text in ffeiner Schrift am Schlüsse des Werkchens hinzuzufügen. Es wäre zu wünschen, daß der Herausgeber durch reichlichen Absatz seiner Editionen stets auf's Nene angeregt wird, unbekannte Schätze unserer heiligen Littcratur an das Tageslicht zu ziehen. TcS FlaviuS Josephus Jüdische Alterthümer. Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. Heinrich C l e m e n tz. Mit einer Anzahl bildlicher Darstellungen auf besonderen Tafeln, zwei Stammbäumen und einem ausführlichen Namensregister. Zwei Bände. Geheftet 6 Mk., Leinenband 6.50 Mk. Ueber diese neue werthvolle Ausgabe des in hohem wissenschaftlichen Ansehen stehenden Werkes gibt am besten die hier folgende Darlegung des Herrn Bearbeiters einen Ueberblick: Der jüdische Historiker Flavins Josephus, der nicht nur für die Profangeschichte seines Volkes und die gleichzeitige allgemeine Geschichte, sondern auch für die Erklärung und Ergänzung eines Theiles der Heiligen Schrift von hoher Bedeutung ist, hat von jeher bei den Gelehrten aller Nationen eine dieser Bedeutung entsprechende Beachtung gefunden. Infolgedessen sind seine Hauptwerke in fast alle Sprachen mehrfach übersetzt worden - - so auch in's Deutsche. Nun haftet aber den älteren deutschen Uebersetzungen, die im 17., 18. und zu Anfang des 79. Jahrhunderts entstanden sind,