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Der Israelit · 1900-04-30 · Heft 35 (30.4.1900) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 35 (30.4.1900)
Date
1900-04-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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704 1899 erhobenen Ziffern stehen. Während bei einigen Schularten im Jahre 1898 noch die höhere Zahl derjenigen Zöglinge, welche weder jüdischen, noch anderen Religionsunterricht erhielten, den jüngsten drei Jahrgängen angehörte, ist an denselben Anstalten am 1. Oktober 1899 die Zahl der Zöglinge der älteren Jahrgänge eine höhere gewesen, doch findet sich bei zwei Schulkategorien auch das umgekehrte Verhältnist. Am bemerkenswerthesten must natllrlch auch in dieser Tabelle die Abnahme der ohne Unterricht befindlichen Zöglinge an den öffentlichen höheren Mädchenschulen sein. Im Jahre 1898 waren unter 1163 Mädchen in den älteren Jahrgängen 12 (gleich 1,04 pCt.), unter 672 Mädchen in den jüngsten drei Jahrgängen 297 (gleich 61,92 pEt.) ohne Religionsunterricht; im Jahre 1899 befanden sich unter 1136 Mädchen in den älteren Jahrgängen noch 16 (gleich 1,41 pCt.), dagegen unter 673 Mädchen in den jüngsten drei Jahrgängen nur noch 7 (gleich 1,22 pCr.) ohne Unterricht. Die Zahl der am Unterricht nicht Theil nehmenden Zöglinge ging vom Oktober 1898 bis Oktober 1899 zurück: an den höheren Lehranstalten in Berlin und dem Prinz Heinrich-Gymnasium in Schöneberg, für die älteren Jahrgänge, von 2,68 pEt. auf 1,69 pCt., und für die drei jüngsten Jc hi gange von 6,60 pCt. auf 3,06 pCt.; in den städtischen Gemeindeschulen beziehungsweise: Knaben von 6,98 pCt. auf 4,14 pCt. und von 14,61 pCt. aus 4,02 pCt.; Mädchen von 3,17 pEt. auf 2,14 pCt. und von 11,4? pCt. auf 4,32 pCt.; in den Privatschulen: Knaben von 16,47 pCt. auf 4,02 pCt., Mädchen von 8,44 pCt auf 4,87 pCt. und von 18,36 pCt. auf 13,11 pCt., dacngen stieg die Zahl für die jüngsten drei Jahrgänge in den Privatschulen von 26,29 pCt. bis 36,26 pCt. Ge ergeben sich für fämmtliche Schularten folgende Schlustziffern: ('in'ammtvifH. ofnio Un!mu1>t. •Imveiirtai; Knaben il!"! £ z j? ZH s'Mf- (1898 3787 2<)90 1 14s 199 ' 3,96 9,49 (1899 8678 2,(64 1: 86 lls 2,84 5,72 (1898 8986 1961 ' 167 477 : 4,24 24,32 (1899 ' 3910 1998! 198 112 2,76 5,62 er Professor B l a s ch k e hat sich der dankenseine Ergänzung zu geben, welche die Anzahl der jüdischen Schüler und Schülerinnen an den Gemeinde- und Privatschulen enthält, die am ch r i st l i ch e n Religionsunterricht Theil nehmen. Aus der Ergänzung wird ersichtlich, daß sowohl unter den Knaben >vie den Mädchen zum überwiegenden Theil die jüngeren Jahrgänge evangelischen Unterricht mitnehmen, während die Anzahl aus den älteren Jahrgängen nur eine relativ geringe — ca. 13 pCt. — gegenüber der ersten Zahl genannt werden darf. Wir erhalten folgende Ziffern Über die Beteiligung: ■ ohne Unterricht. u Procentsav Öfiammtjahl. j.; rjh f% £ i;; c%?? Für die riV*atiriui 1 o»: | Knaben 62 8 54! 12,9 87,1 Mädchen . . -i 45 6) 89 | 13,4 86,6 ,viir tue ttäMiulien (in-; mfiii&crrfuilnr. .3 naben . . . ( 82 32 , 0 100,0 Mädchen 50 6 44 12,0 38,0 Zur Gesammtzahl der schulpflichtigen jüdischen Kruder ergibt sich nachstehender Procentsatz für die städtischen Gemeindeschulen: Knaben 3,4 und Mädchen 2,4; für die Privatschulen: Knaben 8,6 und Mädchen 2,6. In Anmerkung ist der letzten Tabelle beigekügt, daß unter den für die Privatschulen aufgeführteu 32 .Knaben in der Kraft'schen Vorschule allein 23 an: christlichen Religionsunterrichte Theil nehmen, unke: den 69 Mädchen sich in der Heßling'schen Schule 17 Mädchen an diesem Unterrichte betheiligen. Leider schien in der Rubrik Privatschulen die Angaben für die Elain'sche, die bekannte DörstlingPche und die Dunkersche Mädchenschule, an welchen unzweifelhaft die Be theiliauna der jüdischen Zöglinge am evangelischen Unterrichte noch eine beträchtliche ist. Es wird sich somit der Procentsatz betreffs der Betheiligung noch verschie ben; wie groß der Grad der Verschiebung für die Ge sar.imtzabl der schulpflichtigen Kinder wie für die einzelner» Jahrgänge sein wird, läßt sich leider gar nicht beurt heilen. Die Tabellen ergeben gegen die Vorjahre ein recht erfreuliches Bild, zeigen sie doch für alle Schularten eine zum Theil sehr erhebliche Besserung. Der hiesige Gcweindevorstand kann es mit freudiger Genugthuung begrüßen, daß seine unausgesetzten Bemühungen bisher schon diesen Erfolg gezeitigt haben; er wird allerdings auch den zuständigen Behörden Dank wissen müssen, welche sich den religiösen Forderungen gegenüber sters wohlwollend gezeigt und die berechtigten Wünsche der israelitischen Staatsbürger nach Möglichkeit zu erfüllen bemüht gewesen sind. Der erzielte Erfolg must jedoch gleichzeitig ein Ansporn für den Gemeindevorstand sein, auf dem eingeschlagenen Wege rüstig weiter zu schreiten und seine unablässigen Bestrebungen aus die Erreichung jenes Zieles zu richten, >vo auch unseren Kindern die Möglichkeit gewährt wird, mit deiusclben Rechte ivie ihre andersglätlbigen Kameraden den sittl'chen Inhalt ihrer Religion und die Geschichte ihres Bekenntnisses in der Schule lernen ,311 dürsen.

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