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Der Israelit · 1900-04-26 · Heft 34 (26.4.1900) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 34 (26.4.1900)
Date
1900-04-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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684 WMWWW »^WMWMWWWWWWWWWW werden, wenn die Herren Hirsch aus London, von hier gebüriig, welche viel zum Bau beigesteuert haben, nach Deutschland kommen werden' München. Vor mehreren Wochen enthielt die »F. Ztg." einen Feuilleton Artikel, in welchem die Eisindung des Fahrrads (Velociped, Reitrads, ausschließlich dem Drais zugeschrieben wurde daher der Name Draisine) Allein aus II. B. M., Cap. 14, Vers 6 und 7 geht klar und deutlich hervor, daß schon die alten Aegypter sowohl das Bichcle. als die Draisine gekannt und gebraucht haben, ja sogar .militärisch" verwendet zur Verfolgung unserer Vorfahren ' bei ihrem Auszuge. Denn das Wort: 221 tan» nur heißen: Fahrrad, oder «etrrad, wie der Reiter ZDn heißt und die Wagen rraatD. Sk. Fürth Der ..Fränk. Kurier" schreibt: Wie wir hören, wurde dem Herrn Jnstizraih Jofephthal der Titel eines Geheimen Hofraths verliehen. Wie«. In den letzten vier Jahren sind hier 476 Juden zur evangelischen Kirche A. C. übergetreten und zwar 1v8 im Jahre 1896, 93 im Jahre 1897, 99 im Jahre 1898 und 176 im Jahre 1899. Feuilleton Wcrch einer wahren Wegebenheit. 19] Von Friedrich Rott Vor allem wurde der barmherzige Bruder wieder hereingerufen, den der Baron während seiner Unterhaltung mit dem jüdischen Arzte unter einem Vorwände hinausgeschickt hatte, und der nun über den Verlauf der Nacht genauestens Bericht erstatten mußte. „Hm, hm," machte der Sanitätsrath, das breite Haupt bedächtig wiegend, „demnach scheint die Nacht nicht besonders gewesen zu sein — trotzdem erscheint mir das Befinden des Patienten, namentlich, und daraus lege ich besonderes Gewicht — die Stimmung bedeutend besser, als in den jüngsten Tagen." „Ganz meine Ansicht," erklärte der Geheimrath Hopfen, die kahle Stirne in Falten ziehend. „Ich fand bei meinem Kommen die Stimmung des Herrn Barons durchaus unverändert im Vergleich zu den jüngst vergangenen Tagen," sagte Doktor Kühn, „aber der Herr Baron hat mir einen schon seit längerer Zeit gehegten Wunsch mitgetheilt, dessen Erfüllung ich zi'gesagt habe, das ist die Ursache der heiteren Stimmung —" „Auf die Ursache kommt es nicht an," bemerkte der Geheimrath, „uns kümmert nur die Thatsache." „Hm, hm," ließ sich der Sanitätsrath vernehmen, „der Erfüllung des erwähnten Wunsches wird hoffentlich kein sanitäres Hinderniß im Wege stehen." „Sonst hätte ich dieselbe doch nicht zugesagt," entgegnete Doktor Kühn, sich stramm aufrichtend. „Wenn kein Geheimniß dabei obwaltet, würde es mich interessiren, besagten Wunsch des Herrn Barons kennen zu lernen." „Dabei obwaltet kein Geheimniß," erwiederte der Baron, indem es um seine Mundwinkel schalkhaft zuckte. „Sie wissen doch, daß ich mich für ein kleines Mädchen interessire—" Der Sanitätsrath fuhr zurück, als habe ihn eine Viper gestochen. „Für das Judenkind!?" »Ja, ja," bestätigte Hugo lächelnd, „für das liebliche. kleine Judenmädchen. Ich habe Sehnsucht nach dcm holden Kinde und der Herr Doktor hat mir ihren Besuch versprochen. Das stimmt mich heiter." „Aber um des Himmelswillen! — haben der Herr Baron bedacht — das Judenkind —" „Judenkind oder Christenkind, das ist in dieser Beziehung wohl einerlei," fiel der Geheimrath ein, „in das Zimmer eines Scharlachkranken darf kein Kind — das hätte der Herr Kollege doch wissen sollen —" „Weiß ich auch," entgegnete Doktor Kühn frostig, „aber dieses Kind darf herein, denn es hat, wie dem Herrn Sanitätsrath, der dasselbe behandelt hat, bekannt ist, vor kaum sechs Wochen den Scharlach überstanden, da keine infectiösen Nebenkrankheiten vorhanden sind, ist daher keine Ansteckung für dasselbe." „Das ist etwas anderes," sagte der Geheimrath, „in diesem Falle, wenn der Herr Baron sich nach dem Kinde sehnen, habe ich auch nichts dagegen, daß es hergebracht wird — nur nicht auf gar zu lange Zeit." „Hm, hm," der Sanitätsrath schluckte und würgte, als gelte es, einen überaus bitteren Trank hinunter zu zwingen, „ich weiß denn doch nicht — man müßte doch zuvor hören, ob die Frau Baronin —" „Bemühen Sie sich nicht, Herr Sanitätsrath, ich werde selbst mit Mama darüber sprechen." „Hm, hm — wie der Herr Baron belieben — die Gnädige werden eine Freude haben. Na, mir kann's recht sein. Wünsche viel Vernügen." Er war bei diesen Worten aufgestanden, grüßte steif mit dem Kopfe und verließ das Zimmer. Der Geheinirath empfahl sich wie gewöhnlich. Doktor Kühn griff gleichfalls nach seinem Hute, blieb jedoch auf einen Wink des Patienten noch zurück. „Der Herr Baron wünschen mir noch etwas mitzutheilen?" fragte er, nachdem die Andern sich entfernt hatten. «Ja, ja, lieber Doktor — ich habe dem Sanitätsralh zwar gesagt, daß ich selbst mit meiner Mutter darüber sprechen werde — und das ist auch meine Absicht — wenn Sie aber vielleicht zuvor —" „Wt Vergnügen, Herr Baron." „Nein, nein, ein Vergnügen wird es keineswegs für Sie sein, Mama in Kenntniß zu setzen, daß ich die Kleine zu sehen wünsche und daß Sie mir ihren Besuch zugesagt haben. Aber Sie erweisen mir dadurch einen Freundschaftsdienst, den ich von dem Sanitätsrath nicht annehmen mochte, weil er mir denselben schwerlich in meinem Sinne geleistet haben würde." „Schwerlich — doch mir wird es in jedem Falle ein

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