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Der Israelit · 1900-04-23 · Heft 32-33 (23.4.1900) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 32-33 (23.4.1900)
Date
1900-04-23
Page
– (sequence 18)
Language
German
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668 im jüdischen Schulwesen in Palästina auf und förderte die ganze Systemlosigkeit dieser Schulen zu Tage. Neben der Musterschule Beth-Sefer in Jaffa, mit dem Hebräischen als Unterrichtssprache, bestehen in Jerusalem, Jaffa, Chaifa, Safed, sowie in vielen jüdischen Colonien Volks- resp. Dorfschulen, in denen das Französische die Unterrichtssprache ist. Es wurde ferner angeführt, daß die Juden in Palästina, namentlich in Bezug auf die Schule, vollste Bewegungsfreiheit haben, ihre Schulen daher nach eigenem Gutdünken sich ausstatten dürfen, ohne daß der Staat modelnd und hindernd dazwischen fährt. Hier und nur hier allein könnten in Wahrheit jüdische Schulen entstehen und es wäre thöricht von uns, wollten wir uns die günstige Gelegenheit entgehen lassen und statt jüdischer Schulen in Palästina französische Unterrichtsanstalten gründen. Die Conferenz faßte daher den prinzipiellen überaus wichtigen Beschluß, in allen den Chowaweh-Zion unterstehenden Schulen weder Franzosen, noch Engländer, sondern Juden zu erziehen, Juden, die auf dem Boden des gesetzestreuen Judenthums stehend, nebst der Landessprache in erster Reihe Hebräisch sprechen sollen. Zur Ueberwachung der Ausführung dieser Beschlüsse wurde eine Commission eingesetzt, welche für die Ausarbeitung eines detaillirten Schulprogrammes sorgen soll. Wir sind überzeugt, daß die eingesetzte Schulcommission ebenso wie die anderen Commissionen vollauf ihre Schuldigkeit thun wird. Wie die anderen Commissionen für das leibliche Wohl unserer Brüder in Palästina sorgen sollen, so wird sie für ihr geistiges Wohl thätig sein. Sie wird das Ihrige dazu beitragen, daß in Palästina ein Geschlecht gesetzestreuer, des Hebräischen und der Landessprache mächtigen, erwerbsfähigen Juden entsteht, ein Geschlecht des Wissens und der Arbeit. Um dieses zu erreichen, muß auch die Schule beitragen. Dieselbe ist der archimedische Punkt, an den eingesetzt werden muß, will man die ökonomische Lage unserer Glaubensbrüder in Palästina von Grund aus reformiren. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Rußland. Wilna. Obwohl die Redaktion des „Israelit" die Auslassungen des Studenten Eliassohn in Heidelberg und damit ihn selber so genügend gekennzeichnet, hat, daß zur Sache selbst nichts mehr zu bemerken übrig bleibt, scheint es trotzdem geboten, die von dem sauberen Herrchen gegen Herrn Rabbiner Rabbino witsch in Poltowa ausgestreuten Verdächtigungen und Verleumdungen einer unbefangenen Würdigung zu unterziehen. Die Bewegung gegen den Zionismus, über die ich Ihnen in meinem Aufsatze „Der Niedergang des Zionismus" eingehend berichtete, macht nämlich ungeahnte Fortschritte, und werde ich Ihnen demnächst darüber referiren. Herr Rabbiner Rabbinowitsch r: war der erste, der mit offenem Visir gegen den verkappten Feind auftrat. Sein muthiges Auftreten hat Schule gemacht und hat viele andere Meister und Führer der russischen Judenheit bestimmt, ebenfalls in Schrift und Wort dieser Zeitkrantheit entgegen zu treten. Es liegt daher System in der Herabwürdigung dieses ersten, offenen Bekämpftes der Zionisten und des Zionismus. Mit der Verunglimpfung dieses Vorkämpfers hofft inan die große Schaar seiner Mitstreiter und die ganze antizionistische Belvegung zu treffen. Es ist deßhalb erforderlich, das Getoebe von Lügen und Verleumdungen zu zerreißen, so sehr es uns auch Ueberwindung kostet, den Namen des Poltowaer Rabbiners mit dem des Herrn Eliassohn auch nur in einem Athemzug zu nennen. Ich habe die wenig verschämten ersten Anzapfungen des Herrn Eliassohn nur auf Grund der aller Welt vorliegenden Publikationen in Nr. 18 des „Israelit" in ihrer Nichtigkeit und Wahrheitswidrigkeit dargelegt. Da Herr Eliassohn damit noch nicht genug hatte, so habe ich mich eingehend insormirt, so daß ich nunmehr in der Lage bin, noch etwas deutlicher zu reden. 1. Herr Eliasberg hat in Nr. 14 d. Bl. behauptet, Rabiner Rabbinvlvitsch habe kurz vor Schluß des zweiten Eongresses seine Kandidatur für das Aktionskomitee aufgestellt! Auf Grund zuverlässiger in Basel selbst eingezogener Erkundigungen erkläre ich diese Behauptung für erlogen! Niemals hat Herr Rabbiner Rabbinowitsch eine derartige .Kandidatur ausgestellt, niemals irgend einen Wunsch geäußert oder auch nur ein einziges Wort gesprochen, das auf Bewerbung um diese oder irgend eine andere Stelle hinzielte. Ich erkläre Jeden, der fortfährt, diese Angabe ohne Beweis und Zeugen weiter zu behaupten, für einen L ü g n e r. 2. Herr Eliasberg behauptet ferner, daß Herr Rabbiner Rabbinowirsch sich erst von der Religionsgesährlichkeit des Zionismus überzeugt habe, als er zu Gunsten seines Rivalen unterlegen war, dann sei er nach Rußland zurückgekehrt, um seine Schriften gegen den Zionismus zu verfassen. Auch das ist gelogen. Den Standpunkt, den Herr Rabbiner Rabbinowitsch in seinen Schriften gegen den Zionismus einnimmt, hat er bereits mit derselben Entschiedenheit in der Warschauer Vorversammlung vertreten, wie dies in den Rabbinrnvitsch'schen Schriften aktenmäßig n a ch g e w i e s e n ist. Ich füge hinzu, daß Herr Rabb. Rabbinowitsch am Sabbat „v o r" dem Eongreß einen öffentlichen Vortrag in Basel gehalten und darin seine Stellung gegen den Zionismus mit aller Schärfe betont hat. Ä ch t u n d v i e r z i g Stunden vor der Wahl des Aktions-Eomitees hat der Rabbiner von Basel, Herr Dr. Cohn, auf dem Nachhause lveg vom Casino Herrn Rabb. Rabbinowitsch gefragt, wie er jetzt über die Zionisten und den Zionismus denke,

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