Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 32-33 (23.4.1900)
- Date
- 1900-04-23
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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669 lnpnuij bei: Gesenkte erwiederte: „Noch dem, was ich jetzt gesehen und gehört habe, halte ich cs für verbaten, in den vier C^flcn ihrer Umgebung sich zu bewegen." icrkv rros* "zv "cs) So spricht und handelt Niemand, der bei Verstand ist — und den IVreiten ja auch die Pianisten Herrn Rabbinowitsch »liebt ab— 'venu er ein Aemtchen bei den Zionisten er gattern ngöchte. Für die Richtigkeit dieser Angaben fützre iw als Zeugen die Herren Rabbiner Dr. (5 o h n - Basel und Herrn Rabbiner Dr. S ch lv e i g e r in Wag Z'eustadtl (Ungarn! an, die mich nicht desavou rren irerben. Dann: ist das unerquickliche Eapitel der Personliclieu Verunglimpfungen erledigt. Falls diese Zeilen Herrn Rabb. Rabbinolvitsch zu Gesicht lammen sollten, so rechne ich aus seine gütige 'st ach st äst dafür, wenn ieh darnit den Schein erweckt habe, als bedürfe er der Rechtserligung und 'Bertheidigung gegen diese Riederträchtigleiten. Sie sind eine schwache Probe von der "2bv Trm.-rrch m:jrr, mit dein die neologen russisch-jüdischen Zcil schritten ihre Spalten füllen. Zur Sache selbst habe ich noch Folgendes kurz hinzu,; u fügen: .">. > meiner Abfertigung des Herrn Eliassohn in ''Uv. IS des „Israelit" habe ich bei einem Eitat aus der Schrift: Tp-i: *2 nn;r auch eines zionistischen Rundschreibens kurz gedacht, das so recht die Verleugnung und den Abfall von Thora und Mizwoth veranschaulicht, lvelche die Ziorristen in die große jüdische Gesammtheit tragen rnöchten. Das ist Herrn Eliassohn etwas unbequem und er sucht deßhalb den Schein zu criveelen, als eristire so etwas gar nicht. Diesen Ableugnnngsversnchen gegenüber bemerke ich: Das Eitat läßt an offiziellem Charakter nichts zu wünschen übrig. -Es ist dem Rundschreiben Nr. 7 des zionistischen „Eorrespondenz-Centrums" entnommen, von dem es verfaßt unb an alle zionistischen Vereinigungen versandt ivurde. Es ist in russischer Sprache abgesaßt und die betreffende Stelle hat folgenden Wortlaut: „Zum Schluß sagen!vir zuin ziveiten Male, daß »vir den im Nolle schlummernden Kräften vertrauen müssen und der Möglichkeit ihrer baldigen, vollen und rationellen Belebung, die zu dem ursprünglichen Culturzustand und zu der früheren glücklichen ökonomischen Stellung führen. Dann wird jeder Anlaß zu Begehren wegfallen, wie wir sie erst dieser Tage erhielten: „Die Zionisten sollten den Sabbat nach Vorschrift des Schulchan Aruch halten unb nicht die Ecken ihres Haupt- und Barthaares abscheeren." „W i r sehnen uns i e d o ch ' n a ch dem Lichte der Zukunft, nicht nachher F t n st er nift der Ve r g a n g e nh e i t. Wem es gefällt, nrag seinen Bart und seine Peos ivachsen lassen und sich nach Belieben kleiden.' Unser auf jeden Einzelnen gerichteter Blick gilt jedoch nicht seiner Führung und Kleidung, sondern dem Menschen, dem Ebräer, dem Bruder .... Die Würdigung unserer gemeinsamen Anliegen, das Beivußtsein, Söhne eines Volkes zu sein, „nöthigt uns, diese äußeren Abzeichen zu vergessen," die uns von unserer in gemeinsamer Brüderlichkeit uns obliegender Thätigkeit abziehen!" Was null nach dieser offiziellen Erklärung das Bekenntniß des Herrn Eliassohn bedeuten, daß die religiösen Formen zu Grunde gehen mögen, wenn sie sich mit dem Zionismus nicht vertragen?! Herr Eliassohn ist ein enfanfc terrible des Zionismus. Wenn man, wie es der „Israelit" mit dem Bekenntniß des Herrn Eliassohn gethan, alle ähnlichen Expectorationen redimb schreibseliger Zionisten festnageln wollte, bedürfte cs vieler Nägel! 4. Auf die Frage des Herrn Eliassohn, warum man so strenge mit dem Zionismus in's Gericht geht und nicht auch mit Baron Hirsch und der „Alliance Jsraelite," hat die Redaction die rechte Antwort bereits gegeben. Es bleibt mir daher nur noch dieThatsache zu constatiren übrig, daß Derjenige, der eine solche Frage überhaupt stellen kann, sich als vollendeter jnr ir« bixVb qualisicirt: wie könnte er sonst beides auch nur fragend in Verbindung bringen! Baron Hirsch hat große Summen für die Besserstellung seiner jüdischen Brüder und Schwestern in verschiedenen Ländern gespendet. Er hat dabei von seinem Standpunkte aus nach bestem Ermessen gehandelt und nur tvollte ihm darüber Vorhaltungen machen? Den gottessürchtigen Glaubensgenossen, welche diesen Standpunkt nicht theilen, welche vielmehr die Baron Hirscb'schen Schöpfungen und Institutionen für bedauerliche, das Judenthum schädigende Einrichtungen ansahen, diesen stand es frei, Jedem, der die Wahrheit ivissen tvollte, sie mitzutheilen und von den W gen, Spenden und Beneficien abzurathen, welche von ihrem Begründer in bester Absicht angeboten worden waren. Bon diesem Rechte haben seiner Zeit die gottessürchtigen Rabbinen Galiziens Gebrauch gemacht und auch im „Israelit" ist diesen Bedenken wiederholt Ausdruck gegeben worden. Aehnlich verhält es sich mit der „Alliance." Dieselbe verfügt über große Geldmittel, mit welchen sie nach Belieben schalten und tvalten kann. Auch hier ist es jedem Einzelnen unbenommen, ihre Beneficien anzunehmen oder abzulehnen. Ganz anders aber liegt die Sache beim Zionismus und denjenigen Zionisten, toelche seine treibenden Elemente ausmachen. Die große Mehrzahl derselben gibt nichts oder so gut als nichts, und stellt nur ihr gesprochenes und geschriebenes Wort zur Verfügung, um die gesetzestreue jüdische Gesammtheit mit ihren Führern fort und fort zu verunglimpfen. Sie täuschen die große Masse unterer Gedrückten und Armen in Rußland durch alle Schliche und Kniffe, um ihnen die letzte Kopeke für ihre Schekel und Aktien zu entlocken u. s. w. u. s. w. Da sollte man denn doch meinen, hätte man wohl ein Recht, von den Herren, welche das Heft der Leitung beim Zionismus in Händen haben, zu verlangen, sie sollten wenigstens, wenn sie zu einem Congreß