Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 28 (5.4.1900)
- Date
- 1900-04-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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576 sank so vieles in's Grab! Wir werden es weiter tragen, das Panier, das Deinen Namen trägt. Wir werden den schmerzlichen Anlaß ergreifen und über den Gehalt nachsinnen, dem Dein Leben geweiht war. D>! möchtest Du nicht der Letzte vom Stamme Hirsch's sein! Zeitungsnachrichten und Torrefponvenzen. Deutschland. Frankfurt fl. M. 3. April. lieber das Auswanderungswesen liegt der Bericht der Neichskommisiare von 1899 dem Reichstage jetzt vor. Demnach hat die deutsche überseeische Auswanderung gegen das Vorjahr um eine Kleinigkeit zugenommen — von 22,221 auf 23,740 Köpfe. Vis dahin hatte die Auswanderung von 120.089 Köpfen im Jahre 1891 fortdauernd abgenommen. Die geringe deutsche Auswanderung wird in dem Berichte zurückgeführt auf die günstigen wirthschastlichen Verhältnisse und die bessere staatliche Fürsorge für die Arbeiter in Qeutfdjlanb. Weit größer als die veutsche Auswanderung war die Auswanderung von Ausländern über deutsche Häfen. Sie erreichte 1899 die Zahl von 130,046 Köpfen, darunter waren 37,394 Russen, 37,010 Oesierreiechr, 32,800 Ungarn. Von den ausländischen Auswanderern wunderten 103,151 nach den vereinigten Staaten von Amerika, von den 23,740 deutschen Auswanderern 19,016. Unter den deutschen Auswanderern waren 2241 landwirthschastliche, 2633 industrielle Arbeiter und 2323 Gehilfen der Handelsgewerbe. Tie in den beiden letzten Jahren bemerkbare große Zuwanderung der slavischen Völkerschaften nach Nordamerika dürfte ihre Erklärung darin finden, daß nach dem spanisch-amerikanischen Kriege in den Vereinigten Staaten Bergbau, Handel und Industrie einen gewaltigen Aufschwung genommen haben und die Landwirthschaft durch reiche Ernten hochgekommen ist, womit natürlich die Nachfrage nach Arbeitskräften entsprechend zugenommen hat. Nach Südafrika wurden über Bremen im vergangenen Jahre 343 Personen, 64 mehr wie im Vorjahre, befördert; darunter waren 34 deutsche Reichsangehörige, während der Rest zum größeren Theile aus russischen Juden bestand, die sich nach Transvaal, Portugiesisch- Ostafrika und nach der Kapkolonie wandten, um dort Handel mit Gold und Edelsteinen zu treiben. In Folge des Transvaalkrieges hörte die Auswanderung nach Südafrika im letzten halben Jahre gänzlich aus und es trat eine bedeutende Rückwanderung der jüdischen Handelsleute ein. Die deutsche Auswanderung nach Brasilien über Bremen zeigte die nicht unbedeutende Vermehrung um 460 Köpfe (1898 : 629, 1899: 1089), was zum größten Theil der Concessions-Ertheilung für die hanseatische Eolonisationsgesellschaft zuzuschreiben ist. Hamburg. Der „Verein zur Gesundheitspflege schvoacher israelitischer Kinder" hielt am 22. März im Hotel Eontinental, unter Vorsitz des Herrn Ludw. Ni a t h i a s o n , seine alljährlich ftattfindende Mitglieder-Vcrsammlung ab. Dem Berichte, welchen Herr Dr. P e l s erstattete, ist Folgendes zu entnehmen: Durch die am ersten Januar 1900 in Kraft getretenen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches und des Hamburgischen Ausführungsgesetzes zu demselben, ist, um dem Vereine die Rechtsfähigkeit zu erwerben, eine theilweise Aenderung der Vereinsatzungen nothwendig geworden. Diese Aenderungen sind abfetten des Vorstandes getroffen und ist dem Vereine alsdann durch die Senatskommission für das Justizwesen die Rechtsfähigkeit verliehen worden. Tie Mitgliederzahl des Vereins beträgt zur Zeit 626. An jährlichen Beiträgen sind im vergangenen Jahre Mk. 3586.50 und an einmaligen Zuwendungen Mk. 3093.03 eingegangen. Aus dem Gewinn -und Verlustkonto per 31. Dezember 1899 sei hervorgehoben: Ausgaben für Unkosten-Konto Mk. 336.60, Boden- Salair Mk. 228, Ferienkolonie und Unterstützung Mk. 6942.83. Außer den schon erwähnten jährlichen unb einmaligen Beiträgen gingen ein: Zinsen der israelitischen Gemeinde Mk. 1123, Zinsen der Emilie Harburger-Stistung Mk. 187.30, Zinsen des Kinderasylsonds-Conto Mk. 183.81 vom Jahre 97 und 98. Ter Berichterstatter spricht allen Gebern den aufrichtigsten Dank des Vorstandes aus für die zum Theil erheblichen (staben. Der Verein hat sich auch im abgelaufenen Jahre nach Kräften bemüht, die an ihn gestellten Wünsche zu erfüllen. Leider war es ihm jedoch, wie auch in früheren Jahren, nickt möglich, die sämmtlichen zur Ptlege sich meldenden Kinder zu berücksichtigen, da die erforderlich geivesenen Mittel nicht zu beschaffen waren. Es scheiden statutengemäß die Herren Ludw. Matbiason, Gotthelf und Katzenstein, Lehrer an der Talmud-Tbora-Schule, aus dem Vorstände aus. Dieselben werden per Akklamation wiedergewählt; deßgleichen. wurden die Herren M. W. Hinrichsen und David Rüben auf's Neue zu Revisoren gewählt. Angesichts der segensreichen Thätigkeit, welche der Verein entfaltet, geben auch wir dem Wunsche Ausdruck, daß in Zukunft demselben die Mittel in noch reicherem Maße zusließen mögen, bamit alle Gesuche berücksichtigt werden können. Hfllbcrftfldt, Ende März. Unter der Theilnahme wohl unserer ganzen Gemeinde und zahlreicher, von auswärts herbeigeeilter Leidtragender und Freunde fand heute hier die Beisetzung der gestern in Frankfurt a. M. dahingeschiedenen Frau Rabbiner Lange M statt. Die edle Verstorbene, die Wittwe unseres unvergeßlichen Klausrabbiners. R. Jizchak Lange hat es verdient, daß in ihrem Tode die Gemeinde ihr diese Ehre that. Eine Tochter des allerorten wegen seiner Gelehrsamkeit, seiner Frömmigkeit und seiner vornehmen Gesinnungsart hochverehrten R. Mordechai Wetzlar b'i in Gudensberg, hat sie die besten Tra-