Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 26 (29.3.1900)
- Date
- 1900-03-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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529 ) ) Schleßwig-Holstein, am Nordostsee- (Kaiser Wilhelm-) Kanal unmittelbar gelegen, Hauptstation der Schleswig-Holst.-Dänischen Eisenbahn, woselbst alle Züge halten, bietet also die günstigsten Verkehrsverhältnisse, von Hamburg in ca. l1/-] und von Kiel in etwa einer Stunde bequem und oft zu erreichen. Für jüngere Leute, insbesondere die sich in den genannten Branchen etabliren und im Lande sich redlich nähren möchten oder für gutbeleumundete Leute, die aus irgend welcher Ursache eine Domizil-Veränderung vorzunehmen wünschen, bietet Rendsburg bei seiner überaus gesunden Lage, billigen Haus- und Platzmiethen und mäßigen Arbeitslöhnen äußerst günstige Chancen, dabei darf bemerkt werden, daß von Rischuß daselbst keine Spur vorhanden ist. Die jüdische Gemeinde würde Neuhinzuziehende, namentlich religiös lebende und Schabbos haltende herzlich willkommen heißen, und wie ich höre, fände sich der Vorstand jederzeit bereit, mit vorherigen Auskünften und Rathschlägen freudig an die Hand zu gehen. Reflectanten dürfte es zu erfahren interessiren, daß die Israel. Gemeinde zu Rendsburg zwei sehr befähigte und religiös zuverlässige Kultusbeamte hält, schöne und vorzüglich ausgestattete, schuldenfreie Institute, sowie reiche Legate besitzt und daß Rendsburg eine Kreisstadt mit bedeutender Garnison und Kgl. Gymnasium ist. (Nachdruck gewünscht.) H. B. M.-Gladüach, 19. März. (Stadtverordneten-Versammlung.) Die Sessel der Stadtverordneten M. H ü s g e n und Jonas sind bekränzt und vor ihnen stehen große Blumensträuße. Der Vorsitzende nahm zu folgenden Ausführungen das Wort: „An den geschmückten Sesseln der Herren Stadtverordneten M. H ü s g e n und I. B. Jonas haben Sie bereits ersehen, daß wir heute eine festliche Handlung innerhalb des Kollegiums zu begehen haben. Die beiden genannten Herren sind seit dem 1. März 1876 ohne Unterbrechung Mitglieder der Stadtverordneten- Versammlung und feiern somit als solche heute ihr 26jähriges Dienstjubiläum. Es freut mich von ganzem Herzen, daß ich noch die Ehre habe, außer den beiden Senioren des Kollegiums, den Herren Franz Brandts und Kommerzienrath Croon, welche im Jahre 1896 ihr 26jähriges Jubiläum gefeiert haben, auch den Herren Hüsgen und Jonas an ihrem Ehrentage heute die Anerkennung und den Dank des Kollegiums, der Bürgerschaft und auch meinen persönlichen Dank für die rreue Mitarbeiterschaft während dieser langen Dienstperiode in herzlich empfundenen Worten auszusprechen. Seit den weltgeschichtlichen Ereignissen des Jahres 1870—71 hat auch die Stadt M.-Gladbach an dem gewaltigen Aufschwung des deutschen Reiches Antheil genommen. In diese Entwickelungsperiode fällt die Hauptthätigkeit unserer beiden Jubilare. Beiden ist die Vaterstadt, deren Wohl und Wehe an's Herz gewachsen; sie sind mit der Entwickelung der Stadt gleichen Schritt gegangen, kennen alle Verhältnisse und haben sich den Mühen und Arbeiten, welche das Wachsen und Gedeihen, der innere und äußere Ausbau eines solchen Gemeinwesens von Tag zu Tag in steigendem Maße erfordern, in voller Hingabe, treu und unablässig zu jeder Zeit unterzogen. Hierfür gebührt den Jubilaren die volle Anerkennung und der aufrichtige Dank der städtischen Vertretung und der Stadt. Möge es denselben in gleicher Weise wie bisher, in der vollen geistigen und körperlichen Frische noch auf lange Jahre hinaus vergönnt sein, ihre reichen Erfahrungen, ihre Kenntnisse und ihren praktischen Sinn in den Dienst der Stadt zu stellen und zum Blühen und Gedeihen der Vaterstadt, welches uns allen am Herzen liegt, nach Kräften freudig mitzuwirken. Das Kollegium wird stolz darauf sein, alte und treu bewährte Mitglieder, die durch langjährige Theilnahme an der städtischen Verwaltung mit allen Verhältnissen der Heimath auf's engste verbunden sind, in seinem Schoße zu besitzen! Möge die Stadt stets gewissenhafte und opferwillige Männer in ihrem Rathe besitzen, welche die Traditionen der alten Zeit mit dem vollen Verständniß der Anforderungen der Neuzeit zu vereinigen wissen! Und nun ersuche ich Sie, zur Ehrung unserer Jubilare sich von Ihren Plätzen zu erheben und hierdurch Ihr Einverständniß mit meinen Worten zu bekunden." Nachdem die Stadtverordneten dieser Aufforderung nachgekommen waren, sprach zunächst Stadtverordneter M. Hüsgen seinen herzlichen Dank für die ehrenden Worte aus und gab die Versicherung ab, daß sein Bestreben wie bisher, so auch fürderhin der Stadt M.-Gladbach gewidmet sein solle. Der Redner dankte auch allen Kollegen herzlichst. Stadtverordneter Jonas schloß sich diesen Worten an; er sei sich wohl bewußt, daß er nicht so Anerkennenswerthes geleistet habe, wie manche seiner Herren Kollegen, und namentlich die beiden Senioren, aber andererseits habe er doch stets mit bestem Wissen und Gewissen im Dienste der Stadt gearbeitet. Auch er spreche Allen seinen besten Dank aus. — Es wird Ihre geschätzten Leser interessiren zu erfahren, daß Herr Stadtverordn. I. B. I 0 n a s das einzige jüdische Mitglied des Stadtverordneten-Kolleqiums ill. Zugleich bekleidet Herr Jonas seit fast 30 Jahren die Stelle des ersten Vorstandsmitgliedes der jüdischen Gemeinde, gestützt von der allgemeinen Verehrung und Liebe seiner Gemeindemitglieder, ein Umstand, der sich schon dadurch erweist, daß Herr Jonas streng orthodox ist, während der größte Theil der Gemeinde der Reform zuneigt. Gottesdienst und religiöse Einrichtungen sind zum größten Theile Infolge der Bemühungen und des Einflusses des Herrn Jonas hier nach streng-jüdischer Sitte geregelt. Oe st er r. - Ungar. Monarchie. Wien, 26. März. (P u r i m - F e st.) Zu Gunsten des „Adaß-Jeschurun-Bethaus- und Talmüd- Thora-Vereins IV., Nußdorferstraße 12, fand am 16. März c. im Etablissement „zur schönen Schäferin" in