Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 26 (29.3.1900)
- Date
- 1900-03-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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630 der Sechsschimmelgaffe, ein Purimfest statt, das in allen seinen Theilen als durchaus gelungen zu bezeichnen ist. Nachdem der Obmann des genannten Vereins, Herr Banquier S. Fischer, in einer gehaltvollen Ansprache die Gäste begrüßte und von lebhaftem Beifalle oft unterbrochen, die innere Bedeutung des Festes in geistvoller Weise erläuterte, trug seine Richte, Fräulein Bella Fischer, einen Festprolog vor, der in humoristischen Versen eine Wiedergabe des Buches Esther bot. Die liebenswürdige und feine Art des Vortrages fand wohlverdiente Anerkennung. Aus der Fülle der künstlerischen Productionen. erwähnen wir die vorzüglichen humoristischen Vorträge des Herrn Quastler, die solchen Anklang fanden, daß der genannte Herr eine im Programme nicht verzeichnete Nummer zugeben mußte, ferner das Quintett Rosen und die ausgezeichneten, mit sprühender Laune vorgetragenen heiteren Gedichte des Fräulein Bertha Conried. Die junge Dame, welche eine Vortragskünstlerin ersten Ranges ist, erntete rauschenden Beifall. Nach einer kleinen Pause folgte ein Lustspiel: „Die Ballschuhe," das von den Damen Frau Vera Rosenstein und Fräulein Malwine Singer vortrefflich gespielt wurde. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß für koschere Küche gesorgt war und daß das ganze Fest einen echt jüdischen patriarchalischen Stempel trug. Um das Arrangement haben sich neben dem Obmanne Herrn Fischer auch die Herren Rotier und Rosenstein verdient gemacht. Gegen Mitternacht brachte Herr Fischer ein Hoch auf S. Mas. den Kaiser aus, worauf unter lebhaftester Acclamation die Capelle die Volkshymne intonirte. Der Herr Regierungsvertreter wohnte dem Feste circa vier Stunden bei. Dasselbe war von einem zahlreichen distinguirten Publikum besucht und wird allen Theilnehmern in bester Erinnerung bleiben. Frankreich. Paris, 23. März. (K a m m e r.) Graf d'Aulan begründet die Interpellation über Verleihung der Ehrenlegion an den jüdischen Kaufmann Paquin. Graf d'Aulan beschuldigt den Kaufmann Paquin, das Gesetz über die Arbeitsdauer übertreten zu haben, und bringt allerlei kleinliche Verdächtigungen vor. Millerand antwortet, wenn kein Industrieller dekorirt werden dürfte, der die Sonntagsruhe verletze, so sei es schwer, einen Würdigen zu finden. Paquin vertrete einen wichtigen Zweig der französischen Großindustrie und habe eine Ermunterung durch eine Ordensdekoration verdient. Der Melinist Jean Goujon beantragt ein Tadelsvotum. Ferner liegen drei motivirte Tagesordnungen vor. doch verlangt Millerand die einfache Tagesordnung, die den Vorrang besitzt. Sie wird angenommen mit 271 gegen 226 Stimmen. Damit schließt die mehr komisch verlaufene Sitzung und die Versuche, Millerand von dem übrigen Ministerium zu trennen, sind wieder gescheitert. 'Personalien. ~<r Bielitz Soeben kommt die Nachricht, dass Samstag Nacht der große Talmudist. Herr Rabbiner Salomon Halber stamm d l-N, plötzlich gestorben ist. Marseille. 'Am 2H. Februar starb dahier Herr Nischel Rosenzweig, eine in hiesiger Stadt allgemein beliebte Per sönlichkeit. Seinem Leickenbe.mngnisse wohnten städt und Staatsbeamten, sowie ein zahlreiches Ge'olge aus der jüdi scheu und christl. Bevölkerung bei. Briefkasten der Redaetion. B. W. in Ursprings« Wenden Sie sich gef. mit Ihrer Anfrage an Herrn Rabbiner Ir. Salvendi, Dürkheim, da uns Ange'ragtes nicht bekannt M. W. in B.: Bon den Schriften Ihres Herrn Bruders haben wir ja verichiedentlich Notiz genommen. Briefkasten der Expedition. I. S. in D.: Betrag von sl. 4.— dankend empfangen. rr»>a»uz, 2*. DJicin. C'»ine al e srage, die die gläubige Gemüther seit dem Au blühen der Wissenschaften in der Reuzcit schon häufig beschäftigt hat, ist die, ob es gerathen ist, darauf hinzuweiien, daß viele unserer Religionsgcsetze mit den Forderungen der modernen Hygiene in oft meikwürdiger Weise übereinstimmen oder ob eS besser wäre, darauf nicht ausmerksant zu machen, da kleingläubige Geister durch derartige Auseinandersetzungen leicht straucheln könneu. Ohne uns nun auf diese Frage näher einzulasseu, möchten wir heute auf ein Fabrikat aufmerksam machen, das sowohl in religionsge'etzlicher, wie in sanitärer Beziehung unsere vollste Beachtung vcr ient. Seit einigen Jahren stellt Herr Mar Eassel, dahier, eine Cigarre her, die nach Anleitung des hiesigen Rabbinats den hstveck har, alle Befürchtungen, sonst bei dieser Waare an Resach zu D'ge treten, ,ui zerstreuen. Die Cigarre ist ohne Kleister zttsamwengeivickelr und am Ende durch einen Gummiring befestigt. Da die Furcht vor Uebertragung von Krankheilskeimen heute eine sehr große ist, so ist auch in gesundheitlicher Beziehung diese Eigarre jeder anderen vorzuziehen. Tie soeben zur Ausgabe gelangte 'Jir. 12 (Yi. Jahrgang/ des „Reporter", I > nitriertes Weltblatt, Berlin, Preis 10 Pfg . Postzeitungsliste 616t) hat folgenden Inhalt: Facet te (Fortsetzung). — Lisa. Ein Eisenbahn Ueberfall. — Eine Doppelbinrichtung in Lyon (mit 1 IUustr.). — Der Sturz in die Tiefe (mit 1 Illustr.). Die Gefangennahme General Cronjes 'mit 1 Illustr.). — Eine schwierige Berha'tung (mit 1 Illustr.). - Die Strandung des Post ampfers „Rer" (mit 1 Illustr.). Die neue Oberpostdirekiionögebäude in Potsdam (mit 11llustr.). — Eine Pariser Ehoristin mit 1 Illustr. . Die schöne Maske und ibre Verehrer «mit t Illustr). - Pariser Modelle (mit 2 Illustr ). Mixetlpiekles. Brief kästen. Ansichiökartenaustausch. Unter uns. Aufführung der Gewinner vom großen Preisausschreiben_1* Frankfurt a. M. Schillerstr. 41. 4r7r4f neben Caf£ Baner Sensal: Für fmmobilien-Hypotheken und Finanzirungen. [6857