Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 26 (29.3.1900)
- Date
- 1900-03-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2449049-2449075--50380-2500807- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Darum r.12» ne ex nn5? *,npn gewöhnen wir uns selbst frühe schon an Geduld, Ergebung in den göttlichen Willen und das religiöse Leben, achten wir aber-auch genau Seh labojis auf unsere Familie, daß auch sie solche Lebensweise bethätigen. nee nnnv jrcn eye oxi Wenn aber einem Familienvater die Eigenschaft der Ergebung in den Willen Gottes und die der Geduld fehlt, wenn das religiöse gemüthliche Leben aus dem Hause entschwunden und die Kritik und das scharfe Messer des Verstandes zu vernünfteln suchen, wenn das zeremonielle Leben uns abhanden gekommen, welches unser Gefühl anregt, unser Gemüth und unser Herz bewegt, und unsere Augen in die Höhe richtet, von dannen Hilfe kommt, wenn es leer im Herzen, öde im Hause und der Väter Sitte daraus entschwunden ist, weil das Grübeln der unzureichenden Vernunft oder die Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit die Herrschaft über uns erlangt haben, esei x:n npbi »bx mp.-: dann soll ihn der Nachbar in den Gesetzen der Geduld unterweisen und ihn auf die Bahn der Ergebung bringen, D2ninT222 mn sagte jener sterbende Rabbi ebenfalls zu seinen Schülern: „haltet die Ehre Eurer Brüder aufrecht." Anhänglichkeit, Liebe, brüderliche Freundschaft sollen uns enge verbinden. So lange Haß oder Feindschaft der Menschen Herz erfüllen, so lange die Menschen einander verkleinern und beneiden, weil der Eine etwas mehr als der Andere hat, sich gegenseitig verfolgen, die Nahrung schmälern, des Bruders Grenzstein verrücken; so lange es Menschen gibt, die es sich zur Aufgabe machen, üble Nachreden zu verbreiten, um Unfrieden zu stiften und Unzufriedenheit hervorzurufen, so lange hat die wahre Religiosität noch keine Wurzel im Herzen der Menschen gefaßt, so lange ist auch das Gottesbewußtsein noch nicht in uns gedrungen, so lange wird auch der wahre Frieden über uns nicht lagern. Darum bedenken wir, sind nicht alle Menschen Nachbarn ceae, sind wir nicht alle C'2rip, sind wir nicht alle nies: nren in Hinsicht des Gedankens unserer Vergänglichkeit. Wenn unsere Tage dahin und wir des Lebens satt sind, wenn unser Pilgerlauf geendet hat und wir der Erde zurückgegeben werden, so will jeder 21p, jeder pe, jeder 2ns sein. „Er war die Liebe und Güte selbst, er ist brav gewesen, schade um ihn," hört man dann allenthalben. Nun wohlan! Warum sollten wir erst Anerkennung finden, wenn wir nicht mehr sind; geliebt werden, wenn wir nichts mehr davon empfinden. Deßhalb befiehlt uns die heilige Schrift, frühzeitig und jederzeit im Hause Liebe, Brüderlichkeit und Freundschaft zu bethätigen. Ist aber im Hause kein Sinn hierfür vorhanden 7>-2b ne, so soll der Nachbar dafür wirken, r^xenpn erei xn npb' Ja, der Nachbar soll es thun, denn ibyx 'eb trx. Welch' ein Thor ist häufig der Mensch! Er jagt dem Vergänglichen nach und vergißt das Ewige. Er gönnt dem Körper keine Ruh und vergißt die Seele. Er baut auf das Irdische und vergißt darob den Himmel. Wahrlich, wie bei dem Manna twst mnon rjn*n xb Tonnx^ber eine sammelte lange, er hatte nicht mehr, der andere sammelte kurze Zeit, er hatte nicht weniger," so geht es fast im Leben überhaupt icnb X2' 1^2. mit Mühe sammeln wir Brot. Der eine hat mehr, der andere weniger Plage, aber wir Alle arbeiten für den Mund, für die körperlichen Bedürfnisse. Doch e'x 62X 'tb der Arme unterscheidet sich insofern von dem Reichen, daß jeder nach seinem Maße ißt, von seinem irdischen Vermögen aber nichts in das Jenseits mitnehmen kann. Darum weg mit dem Hasse, die Liebe soll walten. Es gehe unter die Feindschaft und das Brüderliche wachse aus dem Boden hervor. Es verschwinde die Gleichgiltigkeit gegen das Religiöse und der Ernst trete an ihre Stelle nach den Worten der heiligen Schrift ne.n Sy gleichmäßig, mit gleichen Bestrebungen sollt ihr zählen, euch betheiligen an dem Heiligen. Zeitungsnachrichten und Horrejponvenzen. Deutschland. Mainz, 27. März. Vom Central-Comitee der vereinigten Aschkenasim-Gemeinden in Jerusalem geht uns die von Herrn Oberrabbiner S a l a n t unterstützte Bitte zu, an unsere geehrten Leser das Ersuchen zu richten, daß sie in Anbetracht der herrschenden großen Noth der Armen in den vier heiligen Städten gedenken, und dieselben zum herannahenden Peßachfeste zur Anschaffung von Mazzoth reichlich unterstützen.mögen. Hamburg, 26. März. Aus Rendsburg berichtet Ihnen in jüngster Nummer eine berufene Feder über das Hinscheiden des Herrn M. P. I a c 0 b s. A., der es in der That verdient hatte, daß man draußen verkünde, was er dem Judenthume, seiner Gemeinde und Familie gewesen, und was mit ihm zu Grabe getragen worden ist. Im Laufe dieses Winters hat Rendsburg außerdem noch drei alte, brave und fromme Gemeindemitglieder durch den Tod verloren und so schmilzt diese Gemeinde, die früher, namentlich in der dänischen Zeit bis 1864, nächst Altona die hervorragendste der Provinz Schleswig-Holstein gewesen, immer mehr zusammen, da anfänglich bei Neugestaltung der Verhältnisse viele Mitglieder theils nach Kopenhagen, theils nach Hamburg übersiedelten, denen später andere, namentlich junge Leute folgten. Schreiber dieses, der oft Gelegenheit hat, Rendsburg geschäftlich zu besuchen, mußte sich schon wiederholt darüber wundern, daß diese so günstige Voraussetzungen bietende Stadt, mancherlei lucrative Branchen, wenigstens unter Juden nicht aufzuweisen habe: weder ein Getreide-, Sämereien-, Viehsutter-, Düngemittel-, Holz-, Kohlen- und Eisengeschäft u. s. w., noch industrielle Unternehmungen. Rendsburg ist dabei der Mittelpunkt der fruchtbaren und reichen, vornehmlich Ackerbau treibenden Provinz