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Der Israelit · 1900-03-22 · Heft 24 (22.3.1900) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 24 (22.3.1900)
Date
1900-03-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
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482 WWWMWMWWWM „Ist der Herr Doktor zu Hause?" wandte er sich an j das Mädchen, das ihm die Thür geöfsnet hatte. „Der Herr Doetor ist gerade jetzt nach Hause ge kommen und eben im Begriffe, sich zu Tische zu setzen, ich weiß daher nicht —" „Bringen Sie dein Herrn Doktor diese Karte, ich lasse dringend sofort uin eine Unterredung bitten. Sagen Sie ihm. es ist Gefahr im Verzüge." „Dann bitte, sich hier hinein zu begeben." sagte! bas Mädchen, die Thüre des Ordinationszimmers öffnend, „der Herr Doetor ivird vermuthlich sofort kommen." Es loar in der That tauin eine Minute verstrichen, als der Arzt von der anderen Seite her eintrat. Hugo war aufgestanden und ihm einige Schritte entgegengegangen. „Ich muß sehr, sehr nur Entschuldigung bitten, Herr Doetor —" „Wüßte nicht weßhalb. Herr Baron, der Arzt muß zu jeder Zeit bereit sein. Das Mädchen sagte mir, daß Gefahr im Verzüge, haben der Herr Baron einen Wagen bei sich, oder soll ich ansvannen lassen?" „Ich muß mir vor allein erlauben, die Angelegen heit, die allerdings keinen Verzug verträgt. Ihnen ein gehend mitzutheilen und mir Ihren Rath erbitten. - Daß Sie sich heute noch hinausbemühen, dürfte nicht erforderlich fein." „Dann bitte abzulegen und sich gefälligst niederzulaffen. — Wollen Sie mich einen Augenblick entschuldigen, ich bin sofort wieder hier." I Hugo warf den warmen Ueberzieher ab und ließ,! sich in ein Fauteuil gleiten: der Arzt, der seit vielen > Stunden nichts genossen hatte, trank inzwischen rasch ein Glas Wein, dann trat er wieder in das Zimmer und setzte sich seinem Besucher gegenüber. „Nun, Herr Baron, wenn ich bitten darf, Ihre Mittheilung, ich bin ganz Ohr." Gingehend theilte ihm Hugo mit, um lvas es sich handelt, aufmerksam lauschte der Arzt seinen Worten. „Ich gestehe, Herr Baron, Ihr Vorgehen erfüllt ntich mit Staunen. --- Ob es möglich sein wird, das Kind unter den obivaltenden Umständen nach D. . . . zu überführen, darüber habe ich kein Urtheil, bevor ich es gesehen." „Dann muß, ich doch ersuchen, noch heute mit mir hinausfahren zu wollen, denn, wie bereits erwähnt, die Sache duldet keinen Aufschub, meine Mutter pflegt in Dergleichen energisch vvrzugehen, schon heute Abend war der Pfarrer Weber bei ihr, vermuthlich ivird er morgen in der Frühe draußen sein." Hugo >var bei diesen Worten aufgestanden, auch der Doktor hatte sich erhoben. „Ich bin selbstverständlich bereit, sofort hinaus zu fahren. Gestatten mir der Herr Baron nur noch die Frage, was geschehen wird, ivenn ich die Ueberführung des Kindes nicht gestatten tönnte?" „Dann bleibe ich draußen in der Villa und setze inich mit Tagesanbruch an des Kindes Bett und weiche nicht von dort, bis der Pfarrer kommt, und dann mache ich mein Hausrecht geltend. Der geistliche Herr wird nicht in die Lage komnten, sein Vorhaben auszuführen, datür stehe ich. Gleichzeitig setze ich aber die Behörde in K.enntniß, daß, ein unerlaubter Zwangsakt an dem Kinde verübt werden soll. Die Behörde muß es schützen." „Sie müßte es schützen, allerdings," stimmte der Ar:t bei, „ob sie cs aber würde? -- Bei der heutigen Zeitströmung —" er zuckte die Achseln. „Und haben der Herr Baron auch den Skandal in Betracht gezogen? Der Pfarrer würde sich aus seine Auftraggeberin berufen —" (Fortsetzung folgt.) Der „JSraelit" erscheint wöchentlich zweimal. Monin«» nnd Honnef**ars, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Posi S Mark ohne Besiellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Mstellunaen an. — Der Buchhandel verkehrt durek D. 3*. Slriuarker, PrtpUrn Rastplatz lb. — Inserate 25 Pfennig die viergesvaltene Petitzeile oder deren Raum. Preis oer Zeile im Neelamethcil 75) Pfennig. - Dircete Franeozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder!6 Kronen öftere , für s Ausland 1<> Reichs-Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste WM'. Telephon 815. Eine Rücksendung der an die Redaction eingesandten Manuskripte findet nicht statt, man bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Kopie zurückznbehalterr Ltellcnsuchende erhalten auf Wunsch die Inseraten Beilage vier Wochen lang gratis nnd franco zugesandt. Ebenso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des Jnsertiousvetrags an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Anhalt: (Hauptblatt). Leitender Artikel: Rabb. Tr. .Hildesheimer 7"i*; als Prediger Zeitungsnachrichten und Korretpondcnzen: Deutschland: Berlin nöln Hamburg. Barbn. Oesterr.-Ung. Monarchie: Budapest. Ans Böhmen. Rußland: Libau. Afrika' Bloemforteiu. — Feuilleton: Elsa. (Fortsetzung). Indalt der erben Beilage: Leitender Artikel: Rabbi SAimeon Hurivitz in Leipzig. -Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Berlin. Karlöiube Breslau. Nonitz. Schweiz: Bern. — Vermischtes. Inhalt d»r rweiten Beilag : Leitender Artikel: Straßburger Briefe. Zeitungsnachrichten u. Korrespondenzen: Deutschland: Köln. Kleinwallstadt. Inhalt der driitrn Beilage Zeitungsnachrichten und Eorrespeiideiizen: Deutschland: Be>lin. Jnorvrazlaw. München. Kitzingen. Oesterr.-ktngar. Monarchie: Prag. Personalien. - Vermischtes. _ 5UJLL..J_jgj."?■.!■?*”■ "■.■'■■»—■■■■»■: ■ ■■ ■' ■■■i — -—rr Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen

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