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Der Israelit · 1900-03-19 · Heft 23 (19.3.1900) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 23 (19.3.1900)
Date
1900-03-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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462 reftirenben Jahre seinen Beitrag wie bisher weiter zahlen wird und erhält dann die fälligen 200 Gulden (.840 Mark). Wem ein jährlicher Beitrag von 20 Gulden zu hoch ist, kann sich mit noch zehn Genossen verbinden, von welchen jeder jährlich zehn Gulden zahlt. Der Betrag von 200 Gulden und die Reise eines der Beiheiligten ist auch auf diese Weise alljährlich gesichert. Wo sich Gesinnungsgenossen an einem Orte in genügender Anzahl finden, bedarf es keiner besonderen anderweitigen Beranstaltnng. Wo dies nicht der Fall ist, ist Herr Rabbiner I. S i l b e r st e i n in Waitzen lUngarn) im Verein mit Notabeln der dortigen Gemeinde bereit, Anmeldungen entgegen zu nehmen, und das Erforderliche zu veranlassen/') Inowrazlaw. Sonntag, den ID d. M., hielt im „Verein für jüdische Geschichte und Litteratnr" Herr Rabbiner B a m b e r g e r einen Vortrag über „Humanität im Judenthum," welcher, wie ich gleich vorweg bemerken null, sehr gut besucht >var und vielen Beifall fand. Es war dies eigentlich das erste öffentliche De but des Herrn Rabbiners, denn seine regelmäßigen Vorträge am Schabbos im Beth-Hamidrasch werden nur von Herren besucht. Es war somit diesesmal auch den Damen Gelegenheit gegeben. Herrn Rabbiner Bamberger zu hören. Die Vortragsweise desselben ist eine glanzende, das Organ durchdringend bis in die letzten treiben des Saales. Auch das Thema war ein sehr gutgcwäbltes. bietet es doch Stoff für eine ganze Reihe von Vorträgen. Der Herr Vortragende verstand es auch, in der für solche Vorträge stets zu kurz bemessenen Peit, das Tbema an vielen, aus der Heiligen Schrift entnommenen Beispielen in sehr leicht verständlicher Weise zu er'äurern: ganz besonders aber brachte er die Humanitäts-Gesetze, welche uns durch unseren großen Lehrer Moses geworden, in Erinnerung, welche >vir nicht allein an unseren Rebenmenschen und Sklaven, senden auch an allen lebenden Wesen zu bethätigen uns bestreben müssen. Ganz besonders lobend anerkannt :vurde der Umstand, daß der eine ganze Stunde währende Vortrag frei gehalten wurde. was auch der reiche Beifall am Schlüsse desselben bewies. Dem rührigen Vorstände des Litteratur Vereins fei hier ganz besonderer Dank ausgesprochen, daß er es Wege gebracht, den Herrn Rabbiner Bamberger für einen Vortrag gewonnen zu haben. Mögen diesem recht bald noch weitere folgen. Posen, l“. März. lD i e I u d e n in d e r P r o v i n z Po s e n.» Die Kölner Wochenschrin „Das neue Jahrhundert" veröffentlicht Artikel von studwig ällausner-Davor: „Einst und jetzt im Anstedelungs aebicte,“ worin die Ergebnisse der Germanisirungs beitrebungen in der Provinz Posen mit Unbefangen heit besprochen »verden. In dem Aufsatz der vor *» Das mühte eine Gesellschaft in die Hmid nehmen, die den /beilnelunern durch ihre aeschästliche Solidität die Garantie bietet, daß ihr Geld, falls auch der Eine oder der 'lndere sich seiner Verpflichtung entstehen sollte, nicht ver loren gehen kann. OOeb. wöchentlichen Rnmmcr führt der Verfasser u. A. Folgendes ans: „Nicht das geringste Uebel ist, daß die Deutschen dein geschlossenen „Feinde" gegenüber uneins sind. Die Osfiziersfamilien halten sich von den Civilbeamten, beide von den deutschen Bürgern, die noch untereinander gespalten sind, und alle von den Juden fern, die iminer waren und noch heutigen Tages sind die Vesten Stützen des Dcutschthums in den polnischen Distrikten. Ohne die Juden wäre noch heute in Posen beispielsweise von einem deutschen Theater oder sonst von deutscher .stunst keine Rede. Dabei sind die Juden jetzt nicht nur von Polen und Deutschen angeseindet, sondern auch wirrhschastlich in's Gedränge gekommen. Die Raufhäuser, die Geschäfte mit der jetzt so viele Verläufer vertretenden Ansiedelungskommisson, die im Submissionswege abgeschlossen werden und die Tendenz haben, in die Hände einiger loeniger mehr oder minder geschickt ooerirender Firmen überzugehen, und nickst minder die allgemeine Entwicklung des Gefchäftslebens. sowie die Eonkurrenz der polnischen Firmen erschweren den kleinen jüdischen Handelsleuten die Existenz. Ganze Genicindcn haben stch aufgelöst oder sind der Auflösung nahe. Die Aermeren ziehen in die größeren Städte, die Wohlhabenden nach Berlin und anderen Großstädten, wo sie wenigstens etwas Genuß von ihrem Vermögen sich verschaffen, ivenn nicht gar es noch ver inehrcn können, ivährend sie an dem Orte ihrer bisherigen Tbätigkeit >veder Genuß, noch Ansehen, noch Ge winn erbosten können. In unserem Städtchen beispielsweise ist die Palst der Juden auf die Hälfte zuriickaegangen. Binder und junge Paare gibt es dort überhaupt uickst mebr. Einen ..Religionslehrer" könnten sie nickst mehr besolden, selbst zur Anstellung eines „Schächters" reicht die Gemeinde nicht mehr aus, die nur noch einen! alten Manne Zuschuß gewährt dafür, daß er gelegentlich Geflügel schachtet." Pabcrn, in. März. «Einweihung der u e u e n S u n a g o g e.> Rach langem Hoffen und Harren sind nun auch die Israeliten Paverns zu einem neuen (üvneshaus gelanat. vln der Lützelburgerstraße e'-hebt f'nst der stolze Bau. der mit seiner weithinschauen den >luvpel und im sauberen Schmuck seines weißen '."ogesensandsteingeuvandes einen gar freundlichen Ein. druck uiackst. Der Einn-eihungstag am vorletzten Freitag >var ein Festtag für die israelitische Gemeinde, dem auch alle diejenigen Andersgläubigen theilnahmsvoll aegenübersranden, die on einem friedlichen Rebeneinan derioobnen der einzelnen Eonsessionen leinen Anstoß nebmen. Freitag Morgen wurde beim stRorgengottesdienste v-m ver alten Spnagoge Abschied genommen. Die Ge setzesrollen nnirden alsdann in die Wohnung des Herrn Rabbiners Dr. S t a r i v o l k s p verbracht, von Ivo sie um 0 11 br in festlichem Pu ge in die mit Fahnen und Tannenarün geschmückte neue Synagoge verbracht wurden. Als Festgäste waren zugegen Herr Bezirksprästdent H a l m und Herr Oberrabbiner I! r y aus Straß vnra, n. von hier die Herren Oberst Tecklenburg,

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