Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 22 (15.3.1900)
- Date
- 1900-03-15
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2449049-2449071--50305-2500746- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Aleppo 1× ep/1047811
- Safed 1× ep/1046078
OCR text
brechen. Die Wechselfieber und die Angenübel, welche in Jerusalem herrschten, haben unsere jungen Zöglinge nicht verschont. Die Fieber, verursacht durch die Nähe der Holzlager, waren besonders andauernd. Auch der Tod selbst hat uns heimgesucht. Er hat den in Konstantinopel geborenen armen Schmiedelehrling Pascal weggerafft. Es liegt mir am Herzen, hier zu danken: dem Herrn Dr. Wallach, dessen Hingabe für unsere Schüler sich stets bewährt hat; ferner dem Herrn Dr. d’ Arbe 11a, welcher stets zugänglich und bereit war, reichlich seine eifrigsten Bemühungen uns zu Theil werden zu lassen; dann’den Hospitälern Bikkur-Cholim und Misgab- Ladach, welche unseren Kranken nie ihre Betten verweigerten, und endlich dem Verein Bene Iisrael für seine Arzneimittel. Das Jahr 189 9 lässt sich besser an. Wir wünschen, dass unsere Hoffnungen in Erfüllung gehen möchten! Entlassene Lehrlinge. Die 42 entlassenen Handwerker vertheilen sich wie folgt: 9 wurden durch die Jewish (Kolonisation Association untergebracht, 13 hatten ihr Handwerk ausgelernt und betreiben es in verschiedenen Städten des Orients, besonders in Jerusalem und Jaffa, 10 haben uns aus verschiedenen Gründen vor Beendigung ihrer Lehrzeit verlassen, setzen jedoch ihr Gewerbe anderswo fort, 1 ist nach Mikweh-Iisrael gereist, 1 gestorben und endlich 7 aus Unlust zur Arbeit entlassen, oder sind wegen Ungehorsam oder Unfähigkeit weggeschickt worden. Die grossmüthige That der Jewish-Colonisation Association hat die Thätigkeit unserer Schüler angespornt. Sie sehen, dass ihre Vorgänger in den Städten und Kolonien, wo sie sich niedergelassen haben, fast alle Glück hatten. Sie haben die Gewissheit, dass wir sie nach dem Abgänge von der Schule nicht verlassen. Die Erfahrung, welche wir in diesem Jahre gemacht haben, war überzeugend. Indessen, damit sie alles, was wir erwarten, er¬ Mesopotamien, Bagdad m „Es regnet wenig in der Assyrer Land", sagt Herodot, „und was die Wurzel des Getreides ernährt, ist Folgendes. Nämlich vom Flusse bewässert, gedeiht die Saat und wächst das Korn; nicht dass der Fluss, wie in E g y pten, selbst auf die Aecker über träte, sondern durch der Hände Arbeit und durch Pumpen werden diese bewässert. Denn das ganze babylonische Land ist, wie Egypten, von Gräben durchschnitten, und der grösste derselben ist schiffbar und reichen, wird es fernerhin nothwendig sein, unsere Schüler in Privatwerkstätten vor ihrer Selbstständigkeit arbeiten zu lassen. Sie lernen dort, was ihnen hier fehlt: die Praxis der Kundschaft und die Geduld. Unsere entlassenen Handwerker hatten in diesem Jahre nichts auszustehen. Nach den natürlichen Schwierigkeiten des Anfangs konnten sie unsere Unterstützung entbehren, und sind heute im Stande, sich selbst helfen zu können. Sie werden bald mit der Abtragung des Vorschusses beginnen müssen, welchen ihnen die Jewish Colonisation' Association gewährt hat. Wir verdanken dieses L-sultat unseren Collegen, die diesem Werke ihre Zeit und ihre Ermunterungen reichlich zu Theil werden Hessen. Wir haben nur zwei Misserfolge zu beklagen, zu Aleppo und Barn leb, Misserfolge, welche anderswoher und aus vorübergehenden Ursachen hervorgegangen sind. Frühere Lehrlinge aus Jerusalem sind zu den Wohlthaten, welche die Jewish Colonisation Association grossmüthig gewährt, zugelassen worden. Auf diese Weise war es möglich, dass wir einen Kupferschmiedmeister in Safed, einen anderen in Jerusalem und einen Mechaniker in Bagdad einsetzen konnten. Verschiedene Städte wünschen noch, dass man ihnen zu entlassende Handwerker liefere. Diese Forderung ist die beste Ermuthigung. Wir haben auch vor, unsere Lehrlinge immer besser heranzubilden, um sie nach auswärts zu schicken. Sie in Jerusalem zu lassen, hiesse, die schon so grosse Konkurrenz noch vermehren. Die Schule würde dann in die Notwendigkeit versetzt werden, alle zehn Jahre andere Handwerke lehren zu müssen. Die Frage der Niederlassung der entlassenen Lehrlinge, welche eine Frage von der grössten Bedeutung für unsere Bestrebungen bildet, ist, dank der Jewish Colonisation Association, gelöst. (Fortsetzung folgt.) 1 die geplante Eisenbahn. geht vom Euphrat bis an einen anderen Fluss, den Tigris, daran die Stadt Ninus (Niniweh) gelegen. Und das Land ist unseres Wissens von allen Ländern weitaus am besten geeignet zum Getreidebau. Bäume trägt es gar nicht, keinen Feigenbaum, keinen Oelbaum; aber zum Getreidebau ist es so vortreflich, dass es immer an zweihundertfältige Frucht trägt, und in recht guten Jahren wohl an dreihundertfältige Frucht. Die Weisen- und Gerstenblätter