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Der Israelit · 1900-03-15 · Heft 22 (15.3.1900) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 22 (15.3.1900)
Date
1900-03-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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435 Der „Dreassurer of (Staates of Indiana" Leopold Levi stammt von hier. Ein Bruder desselben lebt noch hier. Leopold Levi ist 62 Jahre alt. Er bekleidete schon einigemale Staatsämter in Indiana. Einer illustrierten Zeitung aus Indiana, die Levi's Bild und Biographie brachte, entnehmen wir: Eine außerordentliche Ehre für alle Hebräer der Vereinigten Staaten ist die mit großer Stimmenmehrheit erfolgte Wahl des Leopold Levi zum Staaksfchatzmeister von Indiana. Levi war früher schon Staatsgefängnißdirector, Stadtrath von Huntington, Senator. Daneben war er Vorsteher einer jüdischen Gemeinde in Huntington, Jnd. Levi lvird für die nächste Wahlperiode keinen Gegenkandidaten haben. So vorzüglich hat er in der laufenden Periode die Finanzgeschäfte des Staates geleitet. daß der Gouverneur ihm seine ganz besondere Anerkennung in der Vorrede zur diesjährigen Rechnungsablage des Staates ausdrückte. Dabei hat Levi keine andere Schule, als die hiesige israelitische Volksschule betucht. Sein Lebenslauf macht nicht nur dem Judenthum, sondern auch der jüdischen Volksschule und ihrem dermaligen Lehrer, dem frommen und gelehrten Samuel Selz s. A. alle Ehre. O eher r. - II n g a r. M o n a r ch i e. Budapest, 12. März. Der Erbauer der Akademie der Wissenschaften, August Stiller, ehemaliger geheimer Oberhofbaurath zu Berlin, hatte am 28. Fevruar seinen hundertsten Geburtstag. Stüler war durch Graf Szechenyi. den weltberühmten Staatsmann und Gründer des Instituts, zum Ban dieses, durch seine stilvolle Einfachheit ausgezeichneten, von edlem Geschmackc zeugenden Gebäudes herberufen. Aus diesem 'Anlässe legte die Akademie zur Seite des auf dem ersten Absätze der Hauptstiege befindlichen Denkmals einen herrlichen Lorbeerkranz nieder, mit langer Schleife, welche eine Widmung zur Erinnerung an den Verstorbenen trägt. Die andere Seite der auf einer Säule ruhenden Büste schmückt ein Lorbeerkranz, den die jüdische Frau Antonie Seligmann im Namen der Familie Stüler als Zeichen der Pietät gelvidmet hatte. Der jüdische Schriftsteller Joseph Spitzer wird binnen Kurzem ein Büchlein herausgeben unter dem Titel: „Das Leben und Wirken August Friedrich Stüler." Budapest, im März. Das Budget der hiesigen großen Eultusgemeinde beträgt fiir's laufende Jahr eine Million und zweiundfünfzigtausend Kronen. Hiervon entfallen für den Gottesdienst ea. 124,000 Kronen und zwar: für den Reformtempel in der Tabakgasse 80,000 Kronen, für den Rombachtempel 80,000 Kro^ neu und für den Jugendgottesdienst und kleinere Bethäuser 14.000 Kronen. Die Ausgaben für Schulen sind mit 228,692 Kronen präliminirt, für den Reliaionsunterricht 102,000 Kronen und für sogenannte Talmud-Thora 6000 Kronen. Zu Wohlthätigkeitszwecken uuirden 088,840 Kronen präliminirt, für das Rabbinat und Beamtenpersonal sind 90,840 Kronen und für Zinsen 128.471 Kronen ausgenommen worden. Es sind große Summen, die hier für Kultuszweck'e verwendet werden. Indessen ist es allbekannt, daß religiöse Juden, die aus sozialen Gründen Mitglieder dieser großen Gemeinde sind und selbst Angestellte derselben für die eigenen rituellen Bedürfnisse die Institutionen der viel kleineren Orthodoxen-Gemeinde benützen müssen. Letztere hat nämlich ein Rabbinat und Schochtim, die in Punkto Kaschrus die vollständigste Garantie bieten, Synagogen und Bethäuser, in denen täglich früh und abends mehrere Mal Gottesdienst abgehalten wird und Lehrstätten, wo jeder Thorabeflissene “C'ö hdd. sr, ‘ tr-i, pffin oder trpo® uw nach Herzenswunsch lernen kann. Für den Religionsunterricht bringt auch diese Gemeinde große Opfer, aber in ganz anderer Form. Die Religionslehrer unterrichten nicht ohne Kopfbedeckung und entweihen nicht öffentlich Sabbat- und Festtage. In der orthodoxen Volksschule werden die Zöglinge auch für die Jeschibah vorbereitet und es wird mit der Talmud-Thora-Jnstitution kein Kinderspiel getrieben. Eine Mikwah besitzt nur die orthodoxe Gemeinde, wie überhaupt sämmtliche für die praktische Erfüllung des jüdischen Gottesgesetzes nöthigen Anstalten nur in dieser Gemeinde in traditionellem Sinne gepflegt und erhalten werden. In humanitärer Beziehung steht die große Eultusgemeinde unerreicht da. Keine Krrchengemeinde im Lande kann sich einer gleichen Wirksamkeit rühmen. Ganz besonders werden die hiesigen jüdischen Spitäler in maßgebenden Kreisen als Musteranstalten ersten Ranges gewürdigt. Hier werden die Kranken ohne Rücksicht auf ihr religiöses Bekenntniß unentgeltlich behandelt. — Universitätsprof. Dr. Ignatz Goldzieher hat den Lehrstuhl für Religionsphilosophie am hiesigen Rabbinerseminar übernommen. In neologen Kreisen wird diese Aauisition mit Jubel begrüßt, die conservativen Juden überzeugen sich aber tagtäglich, wie vollkommen recht die gesetzestreuen Rabbinen gehandelt, als sie über diese Anstalt einhellig den I ß u r ausgesprochen und deren Professoren u. Lehrlinge als crr-iDi cwoc declarirt haben. Auch der neue „Rabbi" der zukünftigen Rabbinen hat die Göttlichkeit der Thora in seinen Werken längst geleugnet. Aus (Galizien. Herr Rabbiner Wolf G e r st l in Jaryczow (Galiziens theilt uns mit, daß die armen Israeliten in seiner Umgegend, um nothdürftig ihr Leben zu fristen, wildwachsende Pflanzen für Apotheken und Droguengeschäfte sammeln. Jüdische Apotheker und jüdische Inhaber von Droguengeschäften werden hiermit darauf aufmerksam gemacht, daß sie daselbst ihre Einkäufe machen möchten. Genannter Herr Rabbiner übernimmt gern die Vermittlung. England. Laudon. Der Lord Mayor von Belfast, Otto I a f f e, hat von der Königin von England die Ritter würde erhalten in Anerkennung der großen Verdienste,

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