Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 19 (5.3.1900)
- Date
- 1900-03-05
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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Löb Kohn Rapoport war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war Gella, die Tochter des Vorstehers Wolf in Fürth. Nach ihrem Tode schloss Rapoport eine zweite Ehe mit Esther, einer Tochter des Gumpei Emrich von Wien4); sie war die Gattin des Jakob Speier in Frankfurt a. M., nach dessen Ableben sie dem Rabbiner Lob Rapoport in die Ehe folgte; sie starb 1768 in Frankfurt. Ein Sohn des R. Löb Rapoport, namens Isak, wird von Carmolv 1. c. erwähnt; er bezeichnet ihn als Thoragelehrten und gewandten Schreiber. Der zweite Sohn des Fürther Rabbiners Rain ch Kohn Rapoport hiess Zwi Hirsch und war Rabbiner in Wallerstein mit Harburg und Umgebung. Er stand wegen seiner Klugheit und Frömmigkeit in hohen Ehren und bekleidete das Rabbinat Wallerstein bis zu seinem A. 1763 erfolgten Ableben.5) Sein Nachfolger wurde sein Sohn Isack, der zuerst als Rabbinatsassessor in Lissa amtierte, von da nach Wallerstein übersiedelte (da er noch vor Beerdigung seines Vaters einstimmig zu seinem Nachfolger erwählt wurde, eine Ehre, die man dem Vater schon vor seinem Ableben mitteilte) und schliesslich a. 1772 als Land- Rabbiner für den Kölner Kreis nach Bonn berufen wurde. Hier wirkte er segensreich sowohl als Thoragelehrter, wie auch als Mensehenfreund. Besonders machte er sich um den Wiederaufbau der am 28. Februar 1784 durch eine Überschwemmung zerstörten Synagoge in Deutz verdient, indem er Aufrufe zu Beiträgen erliess, wie er auch selbst ein grosser Wohlthäter der Armen war. Er starbin Bonn am 3. Adar II (12. März) 1788 und wurde in Reindorf beerdigt6). Ein anderer Sohn7) des Wallensteiner Rabbiners Zwi Hirsch hiess Simcha Bunem. Er widmete sich in H e i d in g s f e 1 d nach seiner Verheiratung dem Kaufmannstande, fand aber hierin nicht die gewünschte Befriedigung; deshalb zog er es vor, dem Talmudstudium sich ganz hinzugeben und übernahm eine Zeitlang die Stellvertretung seines Onkels Löb bei auswärtigen dienstlichen Funktionen. Dieses be- 4) Nach Frankl Inschriften No. 397 starb Gumpei Em; rieh 1746; das. No. 570 (und 587) ist die Grabschrift seiner Frau ZirJ, Tochter des Wolf Jaffe; das No. 526 sein Sohn Wolf und No. 397 seine Tochter Dina Sara. 5) Carmolv a. a. 0. Approbationen von ihm linden sich 1752 zu nonn und 1762 zu neun nW7 (cd. Fürth). 6) Vgl. Carmolv 1. c. Jellinek, Deutzer Memorbuch S. 66; Löwenstein, Nathanael Weil 8. 75. Anfragen von ihm s. im rfP!T3 JHU I No. 1 und II No. 189 (der Verfasser 23 liagte ihm jedoch auch nicht; er verliess He i - dingsfeld, um das Rabbinat von Marktbreit und dem Schwarzburger Kreis zu übernehmen. Von hier übersiedelte er a. 1772 nach Wallerstein (wo er Nachfolger seines Vaters und Bruders war) um schliesslich nach dem Tode seines Bruders 1788 dessen Naclifo'gerschaft in Bonn zu übernehmen. Unter seinem Vorsitz wurden, laut Mitteilung von Brisch (Gesch. der Juden in Köln II, 148), am 5. Cheschwan 1801 (der aber nicht auf Samstag Nacht fiel, wie Brisch das. schreibt, sondern auf Montag) die Satzungen der neu gegründeten jüd. Gemeinde in Köln entworfen. Er ist Verfasser der Werke p'rtp“: fnn auf pswi rra-ro und 8) f**2«sn nene auf Ps. 118 und nn» ’p-ie. Diese beiden Bücher liess er, schon bejahrt, auf eigene Kosten drucken und nach allen Richtungen kostenlos versenden, um dadurch das Thorastudium zu fordern. Er starb am Vorabend auf Dienstag, 11. Nissan (8/9. April) 1816 in Bonn und wurde in Reindorf begraben. Sein Sohn Samuel befand sich unter den Vorstehern der neugegründeten Gemeinde Köln und unterzeichnet als solcher die oben erwähnten Satzungen. (Fortsetzung folgt.) Zur Namenkunde. Von D. A. Berliner. I. 1. Jüngst las ich in einer israelitischen Wochenschrift im Briefkasten als Antwort mitgeteilt, dass an einer näher bezeichnten massoretischen Stelle die Abbreviatur tro auf Meier Spira hinweise, während sie den T nruo von Norzi bedeutet. 2. In den Anmerkungen p*ar zum Tractat mmn Perek I, 8. 8 führt der Verfasser eine Antwort an, die er an bwiiy vm rnn 2*n trwBWpr’K p’pn tbk gerichtet hat. Natürlich ist hier Hildesheimer zu lesen. 3. Bei Zunz in den gottesdienstlichen Voi - trägen, sowohl in der ersten als in der zweiten Auflage, findet sich irrthümlich Jacob Etteuheim statt Jacob Ettlinger angeführt. bezeichnet ihn als 2U&). Approbationen von ihm finden sich 1762 zu HDDn rvtMO (s. o.) 1764 zu "IWDH miJD, zu Nin in’PN (ed. Fürth 1768), 1776 zu )DD HfOD (ed. Frankfurt). Auch Simon Kopenhagen in seinem nmi '22 8. 14 erwähnt seiner und bezeichnet ihn als grossen Gelehrten. 7) Eine Tochter des Zwi Hirsch Rapoport, namens Lea, war an 8ekel Bär Falkenau in Fürth verheiratet. s) p"nar» >22 -q dud 71I1I2W »m.