Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 19 (5.3.1900)
- Date
- 1900-03-05
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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^35^^3^3? 19 R. Abigedor Cohen Zedek. Eine litterarhistorische Skizze von Jacob Bambergcr. A s ch a f f e n b u rg. Deigewaltige Einfluss. den K. Salomon b. Isak Raschi — (1040—1105) durch seine Schüler und durch seine Werke auf die jüdische Wissenschaft in ihrer Gesamtheit ausübte, erstreckte sich \\ww\\tteihftY auf das ganze Y2. und 18. Jahrhundert. Raschi ist die Sonne, deren Strahlen heute noch über die ganze jüdische Litteratur Licht verbreiten. Wem wären die Kommentare Raschrs zur Bibel und zum Talmud unbekannt geblieben, der sich auch nur einmal mit der jüdischen Litteratur beschäftigt hätten! Hunderte von Schülern strömten nach Worms am Rhein, um aus dem unerschöpflichen Wissensborn des grossen Meisters Weisheit zu schöpfen. Einer seiner Schüler war R. Simcha aus Vitry G, der häufig mit dem später lebenden R. Simcha aus Speyerv) verwechselt wird. Beide waren bedeutende Gesetzeslehrer. R. S i m c h a aus Vitry war der Lehrer des R. Ablgedor.* * 3) ner nSer ntrs rrntr *e -inrrx r-n -ns .'131 map ets>3 nnctt* 'i mca R. Abigedor Cohen Zedek, R. Abigedor b. Elia ha Koben genannt, entstammte einer Gelehrtenfamilie. Sein Vater, R. Elia ben Menachem, gehörte der Tossafistenschule an und verfasste Tossafoth zu Ketuboth. Des letzteren Vater, Rabbi Men ach em aus Joigny4) (Frank- 0 Über Simcha aus V’itry schreibt Gross, Gallia judnica 8. 196 ,,on eroit >jue Simcha est mort ä la meine epoque que Raschi “ Gewöhnlich hält man R. Simcha aus Vitry für den Verfasser des Machsor Vitry, vgl. ed. Hurwitz p. 739, pTV NP n ' V Q pin und Anmerkung. 2) Simcha aus Speyer war ein Schüler des R. Elieser aus Metz, s. Gross a. a. O. p. 34S le denn'er n’est pas identique avec Simcha de Vitry, mais avec Simcha de Spire, qui 6tais encore en vie en 1 223. Zunz, Lit. p. 310. 3) Hagaoth Mardochai Jehamoth 4. Abs 109. In unseren Alfasi- Ausgaben fehlen die Worte nnDt£M1*D")D. Dadurch polemisieit Salomon Kohn in de Approbation des Ozar hasfarim ed. Wilna Abs. 8 mit Unrecht gegen Asulai. Die richtige Leseart findet sich bei R. Jelmda Minz RGa Nr. 10 ed. Fürth 14 b. 4) Er war ein Zeitgenosse des R. Jacob Tarn, wie aus den Tossafoth Kiduschln f. 45 b und 62a ersichtlich. R. Menachem wird auch in den Tossafoth Erubin 65 a, Pesachim 116a, Joma 6a, Krach in 11b und 17a, Clmlin 11b zitiert. 5) In den erwähnten Tossafoth zu Chullin wird ihm das Epitheton tPHpn beigelegt. Nach meinem Dafürhalten ist R. Menachem ben Per ec mit R. Menachem Hakodosch identisch, welche Ansicht auch Zadok Kahn in REJ VIII, 176 ausspricht. Gross’ Zweifel a. a. 0. 8. 262 „car d’abord reich), mit dem Epitheton „der Heilige“ pnprr, starb als Märtyrer 5). R. Abigedor erwähnt in seinem Kommentar zum Pentateuch, Hamburg God. Uff. 235, Entscheidungen und Erklärungen seines Grossvaters.6) Durch R. Abigedors eigene Angaben im Kommentar und in den Responsen ist dessen Abstammung genau festgestellt, wodurch die Streitfrage über die Zeit des R. Abigedor gelöst evseheiwt. Asulai weiss wicht-, t>\> uv ihn als Schüler des ersten oder des zweiten R. Simcha ansei)en soll und ist deshalb geneigt, zwei R. Abigedor anzunehmen. R. Sabbathai Kohn, Kommentar zum 1 loschen Mischpat Kap. 46 Abs. 9, denkt sogar daran, dass es drei R. Abigedor gegeben hätte, welcher Ansicht auch Salomon Kohn, Haskamo zum Ozar hasfarim von Ben Jakob a. a 0., sich anschliesst, obschon Sabbathai Kohn seine Ansicht nur als Hypothese aufstellt,7) Die Vorlesungen des Simcha in Speyer und die des R. Schemarja des Jüngern hörte Abigedor als junger Mann, während er die des R, Eleasar ben Samuel aus Verona in reiferem Alter frequentierte. Diese Annahme dürfte richtig sein, da Abigedor von Geburt Franzose — sein Grossvater R. Menachem lebte in Joigny im Departement Jonne — und mit den französischen Minbagim, Gebräuchen, sehr vertraut war. Wahrscheinlich verliess R. Abigedor in Begleitung seines Vater R. Elia nach dem Tode seines notre Menachem n’est jamais qualifie de saint“, dürfte nach den erwähnten Citaten aus Abigedor’s Kommentaren beseitigt sein. °) In einem Responsmn Cod. Hbg. F. 184 h Nr. 242 unterzeichnet sich Abigedor QrUQ V3 “Ynj’3N, woselbst der Schreiber augenscheinlich die Worte n’?N"l"3 (“1HJ’2N) weggelassen hat. Es wäre aber auch nicht unmöglich, dass R Abigedor absichtlich hier so Unterzeichnete, um seinen Strmmlnum mitzuteilen, entsprechend dem Grundsätze O’IID ]7\ HH D*12 Diesen Grundsatz wendet R. Abigedor auch in religiösen Fragen au, so Pesakim 266 in Bezug auf Pflicht der Trauer um den heimgegangeneu Grossvater. 7) Das ganze Argument für die Annahme eines dritten R. Abigedor bildet ein Responsum bei R. Joseph Kolon Nr. 74, an R. Abigedor gerichtet. Dieses Responsum aber trägt keine Unterschrift, und ist daher anzunehmen, dass es nicht von Joseph Kolon stammt, sondern nur zufällig in dessen RGA — Sammlung geraten ist. Diese Annahme wird bestätigt durch ein im Or-Sarna I. p. 208 über dieselbe Frage enthaltenes GA des Isaak ben Mose aus Wien, das ebenfalls die Jahreszahl 5000 a. m. trägt. Dasselbe handelt wohl ausführlicher über den Gegenstand und stimmt nur im ersten Teil mit dem Wortlaute des RGA im Mahariq überein. Michel. Or-hacbaim 8. 5 Nr 12, ist durch erwähntes Responsum irregeleitet worden und schreibt infolgedessen das unserm R. Abigedor gehörige Scbaare hamussar Ms. Vat. 4 einem Zeitgenossen des R. Joseph Kolon zu.