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Der Israelit · 1900-03-05 · Heft 19 (5.3.1900) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 19 (5.3.1900)
Date
1900-03-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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371 Bestreitung der Höften für die Einrichtung und Ausstattung dieses Betsaales ca. MO Mk. durch freiwillige Gaben zusammen gebracht, was aber keinesfalls ausreichen wird. Freunde des Judenthums, welche diesen guten Zweck unterstützen wollen, mögen sich an Herrn I. H e u m a n n in Bruch wenden, welcher Gaben gerne entgegennimmt. Fulda. Dem löblichen Bemühen unseres hochverehrten Rabbiners, deS Herrn Dr. C a h n und der isr. Gemeinde dahier ist es nunmehr gelungen, am hiesigen Orte eine zweitlassige israelitische Bolksschule zu gründen, die am ersten April d. I. in einem neuerbauten, allen Anforderungen der Neuzeit ausgestatteten Schulhause eröffnet wird. Als Lehrer an dieser Schule sind von der Königlichen Regierung ernannt der derzeitige Neligionslehrer der israelitischen Gemeinde, Herr Lehrer L ö w e n st e i n und der Lehrer I. S p i r o aus Schenklengsfeld. Es wird mit der Gründung dieser Schule dem Zuge der Zeit und dem lokalen Bedürfnisse Rechnung getragen und wünschen wir dem Unternehmen Blühen und Gedeihen. Gleichzeitig sei auch der schon oft geäußerte Wunsch wiederholt, daß man überall, wo es nur irgend angängig ist, sich allen Ernstes bestreben möge, im hohen Interesse der Gemeinden und Lehrer israelitische Bolksschulen zu errichten. M. .Hanau. Ueber das Leben des verstorbenen Rabbiner Dr. K o r e f weiß die Prager „Israelitische Zeitung" noch Folgendes zu berichten: Der Verblichene war in Prag geboren, woselbst sein Vater ein achtbarer Kaufmann gewesen. Die streng-religiöse Erziehung, welche dieser seinem einzigen Sohne angedeihen ließ, sowie die frühzeitig entwickelte geistige Veranlagung desselben, waren für besten künftigen Beruf bestimmend. Nachdem der zarte Knabe die Volksschule verlassen, besuchte er das damalige Piaristen-Gvmnasium in Prag, woselbst er auch die Maturitätsprüfung mit Auszeichnung abgelegt hatte. Schon während jener Zeit oblag er den talmudischen Studien, in welchen er von dem berühmten Talmudgelehrten R. Herschmann Teweles unterrichtet wurde, mit glühendem Eifer und Vorliebe. Die pilpulistischen Discustionen Rappaports, die Kusari-Vorträge Wesselys waren für ihn sehr anziehend und zum weiteren Studium der jüdischen Wissenschaften anspornend. Mit reichem Wissen ausgestattet, wendete er sich nun nach Wien, studierte daselbst Philosophie und wurde nach abgelegten Rigorosen zum Doctor der Philosophie promovirt. Um sich immer mehr in das Studium der jüdischen Litteratur zu vertiefen und sich eine gewiste Weltanschauung zu erwerben, begab sich Dr. Koref nach Deutschland und zwar zuerst nach Berlin, wo er in dem unvergeßlichen Michael Sachs ein treffliches Vor- und Lebensbild gefunden hatte. In seiner Selbstverleugnung und Bescheidenheit hielt er sich aber trotz seines großen Wissens für ein Seelsorgeramt immer noch nickt reis genug, und von der Ansicht ausgehend, daß ein Rabbiner auch ein Bildner der Jugend sein müsse, entschloß er sich, zuvor in einer Unterrichtsanstalt zu Hamburg zu wirken, deren Leitung er dann später übernahm. Erst nach mehrjähriger Wirksamkeit in derselben hat er sich zur Annahme einer Rabbinerstelle in Rawitsch entschlossen. Bald nachher wurde er von der Religionsgemeinde in Hanau als Bezirksrabbiner berufen, wo er bis zum Erlöschen seines wahrhaft frommen und gottesfürchtigen Lebens sechszehn Jahre zum Wohle seiner Gemeinde, die ihn liebte und ehrte, mit voller Hingebung in seinem heiligen Amte ununterbrochen gewirkt hat. Seine Kanzelvorträge, die mehr ein realistisches Gepräge an sich trugen, zeichneten sich durch formschöne Sprache und Gedankenrerchthum aus, aus ihnen sprach die Ueberzeugungstreue eines festen Characters. In welchem Rufe übrigens Dr. Koref's Character und Gelehrsamkeit stand, beweist die Thatsache, daß, als es sich während des nach Rappaports Tode in der Prager Jsraeliten-Gemeinde eingetretenen Provisoriums um die Wiederbesetzung des verwaisten Oberrabbinates gehandelt hat, auch er in die Combination gezogen ward, die jedoch der von der damaligen Cultns-Repräsentanz gehuldigten Ansicht, daß Niemand der Prophet in seinem Vaterlande sei, gewichen ist. Dr. Koref lebte trotzdem glücklich und zufrieden in seinem Wirkungs- und Familienkreise, ein wahrer Priester, der seinen heiligen Beruf voll und ganz erfaßt und in demselben unermüdlich gewirkt hat. Oe st er r. - Ungar. Monarchie. Wien, 26. Febr. Die hier bestehende rührige „Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums," welcher das Verdienst gebührt, das Interesse der jüdischen Bevölkerung für unsere Religion und deren heil. Sache zu fördern und rege zu erhalten, veranstaltete im Laufe der eben zu Ende gehenden Wintersaison einen Cyclus von Vorträgen, deren letzter gestern Abend stattfand und einen würdigen und erhebenden Abschluß desselben bildete. Der erste Vicepräses der Gesellschaft, der in allen Kreisen auch außerhalb der schwarz-gelben Grenzpfähle hochgeachtete und gefeierte Künstler, Herr k. k. Hofschauspieler und Oberregisteur Adolph Ritter v. Sonnenthal übernahm es, den Schlußabend in solch glänzender Weise zu feiern u. z. durch die Wiedergabe Heinrich Heine's: „Rabbi von Bacharach." Wenn schon der Text allein genügen würde, die Stimmung der Hunderte und Aberhunderte zu beeinflussen, so war es doch noch natürlicher, daß unser geschätzter und unerreichter Künstler als Interpret den vollsten Sieg erringen mußte und wahrlich, wer Zeuge gewesen, wie Sonnenthal die Scene zum Vortrage brachte, welche den unangemeldeten Besuch zweier Fremder beim Rabbi eben während der Verlesung der Hagadah vermittelt, die ein todtes Kind unter den Tisch werfen, um die Juden des Ritualmordes zu bezichtigen, der wird sich des tiefen, nachhaltigen Eindruckes nicht erwehren können, der sich hier der Anwesenden bemächtigte, die der in Mähren vor wenigen Wochen veranstalteten Juden-

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