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Der Israelit · 1900-02-28 · Heft 18 (28.2.1900) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 18 (28.2.1900)
Date
1900-02-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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/ZertrrngSrrach richten und Correspondenierr D e u t f ct) 1 n tt t>. Mölit, im Mär,;. („'Mflemeine deutsche Lehrer i'iTfammtun^.") Gelegentlich der in der Pfingstwoche dieses Jahres hier stattfindenden Versammlung der -ldgtssclmllehrer Deutschlands findet eine Lehru n d L e h r mittel a u s st e l l u n g für die Fächer > er V o l l s s ch >> l e statt. Da nun die Fachausstellung aus dem Gebiete des christlichen Religionsunterrichtes sehr reichbaltig sein tvird, ersuchen >vir die jüd. Ruch und Verlagshandlungen, auch ihre Lehr- und Lernmittel auf dem Gebiete des j ü d. Religionsunterrirlits Hebräisch, Biblische Geschichte, Rel. Bücher, Landkarten, Anschauungsbilder, Tabellen, Fibeln, Lehrmaschinen u. s. in. in möglichst vollständiger Weise ',nr Ausstellung ,',u bringen, um einerseits ein klares Bild über die jüdische pädagogische Literatur zu bieten, andererseits die in großer Zahl hier erscheinenden Kollegen aus neue Lehr und Lernmittel aufmerksam zu maebeu. lieber die näheren Bedingungen ertheilt Lebrer S u l m a n hier, Schildergasse 82, bereit-!>ülligs! Auskunft. Ich Höfte, daß diese jüd. pädagogische Literatur-Ausstellung recht viel Anregung und Belehrung geben wird zum Nutzen der jüdischen Schule. Lebrer E. Gut- Köln. D e st e r r. - ll n g a r. M o n a r ch i e. '-Wien, 2H. Febr. („Die Krakauer Kloster- Asfaire.") Abgeord. Kareis schickt an die „N. Pr." solgende Zuschrift: ..Die verehrliche Redartion würde mich durch Berbssentlichung nachfolgender Zeilen zu bestem Danke verpflichten: Die von Sr. Excellenz dem Minister für Galizien, Herrn Dr. Pientak, in der Sitzung des Polen-Clubs vom 24. d. Mts. abgegebene Crklärung, er habe die ihm zugeschriebene Aeußerung: „An den Klosterpsorten böre die Staatsgetvalt auf," nicht gemacht, muß ich - unter der Voraussetzung, daß die bezüglichen Zeitungsberichte zutreffend sind als der Wahrheit lvidersprechend bezeichnen. Der Herr Minister für Galizien hat diese Aeußerung, halte er sie nunmehr für albern oder nicht, thatsächlich vorgebracht, und sein etivas verspätetes Desaveu ändert durchaus nichts an dein bedauerlichen Factum, daß derlei Ansichten in einem Rechtsstaate überhaupt und von einem Minister insbesondere gehegt und ausgesprochen werden können. Wien, am 25. Februar 1900. Reichsrathsabgeordneter K a r e i s." - Die „Wiener Abendpost" veröffentlicht heute das solgende Cominunigue: „Der Herr Minister Dr. Viental ermächtigt uns zu der Crklärung, daß er die Aeußerung, „an den Klosterpforten höre de Staatsgewalt aus" — eine Aeußerung. welche ihm neuerlich in einem vom Reichsraths Abgeordneten Hofrath Kareis I an verschiedene Blätter gerichteten Briefe zugeschrie- > den tvird — nicht gethan hat. Se. Epcellenz hat lediglieh ein vom genannten Herrn Reichsrathsabgeordneten gestelltes Begehren auf Veranlassung der Durchsuchung eines Klosters dahin beantwortet, daß die Vornahme einer Durchsuchung in einem Nonnenkloster mit Rücksicht auf die Klosterregeln bedeutenden Schlvierigkeiten begegne." Eine Durchsuchung kann unseres Wissens nur vorgenommen werden wegen des Verdachtes eines Verbrechens oder Vergehens. Cs ist uns aber nicht bekannt, daß die Strafproceßordnung in einem solchen Falle für Nonnenklöster besondere Eautelen festsetzt. 4Lien, 28. Febr. Dr. Geßmann hat dem Abgeordnetenhause einen Antrag überreicht betreffend Erlassung gesetzlicher Maßnahmen, durch welche es den Juden verboten wird, Handel mit christlichen Andachtsgegenständen und Devotionalien aller Art zu treiben. Ans Ungarn. Die glorreichen Erfolge der verschiedenen Ritualmorde haben den Abgeord. Z. Zmeskal nicht schlafen lassen. Er beschäftigte sich viel mit dem in seinem Wahlbezirk vorgekommenen Kriminalfall, dessen Einzelheiten in. Nr. 2 des „Israelit" ansführlich daraelegt wurden und —richtete eine Interpellation an den ungarischen Justizminister. Der kuriose Kautz wußte es, daß er sich auf diesem Wege keine Lorbeeren holen tvird und deßwegen hat er es mit raffinirter Schlauheit so angestellt, daß er in seinen Tiraden Witz und Ernst miteinander gemischt. Er betheuerte vor allem, kein Antisemit zu sein und an keinen Ritualmord zu glauben. Indessen habe ihm doch ein bosnischer Rabbiner durch einen kroatischen Gymnasialdirector sagen lassen, daß die Juden Menschenblut brauchen und sich solches für 1.—2 Dukaten von Kindern armer Leute abzapfen lassen. Von einem Rabbiner im Arwaer Komitate habe er sogar gehört, daß dieser gesagt hat, er habe an einem Ritualmorde theilgenommen. Vor kurzem bat er auch von einem jüdischen Gast gebört, daß in Rußland, Galizien und in Marmaros fanatische Juden thatsächlich im Stande sind, solche Morde zu begehen. Was den in Rede stehenden Fall betritt, so sagt ein Dienstmädchen aus. es habe bei seinem Dienstgeber, einem gewissen Nürnberger, gesehen, wie mehrere Juden in dem Hemd, das sse beim Gottesdienst tragen, um ein Gefäß standen, in welchem sich angeblich Blut befand und in welches die anwesenden Juden hineinspuckten. Alle Verdachtsaründe richten sich darauf, daß der Mord von Juden begangen wurde. Nachdem aber eine jüdische Deputation beim Iustizminister vorgesprochen, frage er, ob die „Vertuschung" der Sache nicht als eine Folge dieses „Bittaanges " zu betrachten sei: Der Iustizminister bat die Insinuationen Zweskals unter allaemeinem Beifall entschieden zurückgewiesen und konstatirte. daß es sich hier um einen ganz aewöbnlicben Mord oder Selbstmord handle und nur s o wird die Anaelegenheit auch von den kompetenten Behörden beurtbeilt. Uebriaens lvird der Justizminister die Jntervellation nach Abschluß der noch im Zuge befindlichen Untersuchung ausführlich beantworten. Der hochgelehrte und allgemein verehrte Kirchenfürst von Zipsen, Bischof Paul Szmrecsanyi, hat aus

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