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Der Israelit · 1900-02-28 · Heft 18 (28.2.1900) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 18 (28.2.1900)
Date
1900-02-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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344 ..mwu »x 4I.JJ-jgjJftUl WMZUMW „Armes, liebes Kindchen!" — „Es ist eigentlich Schade, Werner meint, die Polizei ivürde die Kleine in's Waisenhaus geben." „Das werde ich nicht zugeben," erklärte die Baronin mit Bestimmtheit, „aus meinem Hause kommt kein Kind in's Waisenhaus, wo die Erziehung gar nicht so recht christlich zu sein scheint. Ich weiß, ich habe einmal eine Kammerjungfer gehabt, die im Waisenhaus erzogen worden, die war nicht zu bewegen, an unseren häuslichen Andachtsstunden Theil zu nehmen — ich habe sie deßhalb auch fortgeschickt." „Aber wenn die Verwandten des Kindes nicht zu ermitteln sind — die Polizei —" „Wird nichts dagegen haben, wenn ich erkläre, daß die Kleine im Hause meines Verwalters erzogen werden soll." Hugo athmete erleichtert aus, daß seine Mutter seinen Wunsch erfüllen wollte, ohne daß er sie darum ersucht hatte, gewährte ihm besondere Befriedigung. Er zog die Hand der Baronin an seine Lippen: „Wie gut Du bist. Mama. Ich glaube, wenn Du mit der Werner sprichst, wird sie gerne bereit sein, Deinen Wunsch zu erfüllen." „Ob sie ihn gern erfüllen wird oder nicht, das ist mir einerlei, aber daß sie ihn erfüllen wird, ist selbstverständlich, denn sie weiß sehr gut, wenn es sich darum handelt, unserer heiligen Religion eine Seele zu retten, so bin ich unerbittlich, — und, wie gesagt, die Erziehung im Waisenhaus —" Hugo preßte die Lippen aufeinander. Der Gedanke an die Andachtsstunden seiner Mutter, an die Eonventikel etc., durch die er sich von jeher abgestoßen gefühlt hatte, wenn er sie in Verbindung brachte mit dem kleinen lieblichen Mädchen, dessen einfache, ungeheuchelte Frömmigkeit ihn ergriffen hatte bis in das Innerste seines Herzens, so drängte sich ihm doch die Frage auf, ob denn sein gegenwärtiges Vorhaben sich rechtfertigen lasse vor seinem Gewissen, vor seinem inneren Richter. Der junge Baron!var gleich seinem verstorbenen Vater ein gottgläubiger Mensch, seiner Confession nach ein protestantischer Christ. Und seine Mutter hatte es ausdrücklich hervorgehoben, daß sie für die Kleine sorgen wolle, damit dieselbe eine echt christliche Erziehung erhalte. Durste er dem Vorschub leisten? Doch das Kind war noch so jung, daß, seiner Ansicht nach, nach dieser Richtung vorläufig nichts zu fürchten war, in einigen Jahren >var es noch immer Zeit, die Sache weiter zu erwägen. (Fortsetzung folgt.) Wochen-Kslenöer. Donnerstag, 1. März 30. Adar. n"Ti 'n dv. Freitag, 2. März, 1. Weadar, rv'-n er. Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M. 5 Uhr 40 Min. Samstag, 3. März. 2. Weadar, npD^n ,mps. Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt a. M. 0 Uhr 50 Min Berlin 6 klhr 32 Min. — München 6 Uhr 40 Min — Hannover 0 klhr 45 Min. — Stuttgart 6 Uhr 53 Min. — Prag 6 Ubr 25 Min. — Straßburg 0 Uhr 55 Min — Posen <> klhr 1H Min. Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montass und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Dev Buchhandel verkehrt durch D. K. S l r i n a ch r r, Vriprig, NohplrrK lb. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. - Tirecte Francoznsendnng unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3863. Telephon 315. Eine Rücksendung der an die Redaktion eingesandten Mannscriple findet nicht statt, man bittet deshalb, fich von alle« Einsendungen eine Eopie zurückzubehalten. 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