Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 18 (28.2.1900)
- Date
- 1900-02-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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i'Ji ^u^iMWMWMWWWWSWM 342 und verurtheilte den Grafen Wrbna zur Anerkennung des Pachtverhältnisses bis zum Jahre 1906 und zum Kostenersatze. Frankreich. Paris. („Der antisemitische Thronprätendent.") Bei einem Empfange seiner vom Staatsgerichtshofe freigesprochenen royalistischcn Freunde hielt der Herzog von Orleans in London eine Rede, in welcher er den festen Willen bekundete, den Kampk nachdrücklichst fortzusetzen. Der Herzog appellirte an die Unterstützung Aller, welche Frankreich und die Armee lieben, und fügte hinzu, die Monarchie werde die Freiheit der Schule, das Recht auf Vereinigung vertheidigen, sowie die Macht des Judenthums!!! und der Internationale bekämpfen. Leider ist das Judenthum gegen solche Beschimpfungen machtlos! Im Uebrigen ließ es sich der noble Herzog ruhig gefallen, daß zu seiner Propaganda Juden ihm die Geldmittel stellten. England. London. Am 4. Februar hielt die Anglo Jewish Association ihre Monatsversammlung ab. Den Schalen wurden folgende Bewilligungen gemacht: Brussa 800 Mark., Chio 400 Mk.. Crajowa 400 Mk., Philippopel 300 Mk. In Crajowa wird der Zuschuß der Anglo Jewish Association dazu verwendet, die Abtheilung für Handel im Gang zu erhalten, die sonst aus Mangel an Mitteln hätte eingehen müssen. Alsdann erstattete H. A. Franklin den Bericht der Commission, die zur Prüfung der österreichischen Angelegenheiten eingesetzt war. Dieselbe ist zu dem Schluß gekommen, daß mit Rücksicht auf die eigenartigen Verhältnisse in dem Kaiserstaate an der Donau eine Einmischung der englischen Juden unthunlich ist. Ueber diesen Bericht entspann sich eine längere Discussion, indem Stimmen laut wurden, die es für eine Pflicht der englischen Judenheit erklärten, den Brüdern in Oesterreich zu helfen. Schließlich wurde indessen der Bericht doch mit großer Stimmenmehrheit zur Kenntniß genommen, das heißt gebilligt. Zum Schluß erstattete Miß d'Avigdor einen sehr interessanten Bericht über die Eindrücke, welche sie von ihrem jüngsten Besuche im heiligen Lande mitgebracht hat. Speziell beschäftigt sie sich mit der Evelina Rothschild-Schule. Es sei doch merkwürdig, daß bei einer jüdischen Bevölkerung von 45,000 Seelen nur 370 Mädchen die Schule besuchten, obwohl für 500 reichlich Platz in der Schule ist. Dabei existirt keine andere jüdische Schule und viele jüdische Kinder gingen sogar in die Missionsschulen. Freilich sei es schwer, die großen Differenzen zu überbrücken, die dadurch entstehen, daß sich in der heiligen Stadt die Juden nach Landsmannschaften organisiren. Einzig und allein die hebräische Sprache bilde ein gemeinsames Verständigungsmittel und habe daher für Jerusalem die allergrößte Bedeutung. Wolle man den Besuch der Schule haben, so müsse man vor allem für gute Lehre in der hebräischen Sprache sorgen, die viel wichtiger sei, als der Unterricht in der englischen Sprache. — Es ist erfreulich, daß auch bei den englischen Juden die Erkenntniß der Bedeutung der hebräischen Sprache Platz greift. Belgien. Brüssel, 16. Febr. Der Brüsseler Correspondent der „Frankfurter Zeitung" schreibt: In der Unterredung, die ich mit Herrn Dr. Leyds, dem Gesandten der Transvaalrepublik, hatte, nahm ich auch Anlaß, einige Fragen über die staatsrechtliche Stellung der Katholiken und Israeliten in Transvaal zu stellen. Der Herr Gesandte erklärte, daß ein Gesetz, welches Nichtprotestanten von allen Aemtern ausschlösse, nur im Jahre 1858 bestanden habe und noch in demselben Jahre wieder aufgehoben worden sei. Gegenwärtig könnten Andersgläubige das Bürgerrecht erwerben, nur seien sie vom passiven Wahlrecht und von den hohen Beamtenposten ausgeschlossen; auch die höchsten militärischen Grade seien ihnen nicht zugänglich. Wohl aber gäbe es z. B. in Transvaal israelitische Friedensrichter. Einen Antisemitismus kenne man nicht, das Verhältniß sei ein gutes, weit eher könne man eine gewisse Abneigung gegen die Katholiken konstatiren. Holland. Amsterdam. Der südafrikanische Krieg zieht die hiesige jüdische Arbeiterbevölkerung leider sehr in Mitleidenschaft. Da die Diamantenminen fast gar nicht arbeiten, so kommen wenig rohe Diamanten auf den Markt und die zahlreichen Diamantschleifereien haben wenig zu thun. Sie sind gezwungen, Arbeiter zu entlassen und da die meisten Juden sind, so trifft diese die Arbeitslosigkeit am härtesten. Lord Rothschild in London und die Pariser Rothschilds haben je 10,000 Frcs. gesandt, um der Noth einigermaßen zu steuern. Feuilleton Zlcrch einer rvnhren Wegebenheit. 5J Von Friedrich Rott. „Aber um Gotteswillen," fiel Baron Hugo ein, „wie wollen Sie mit dem Kinde fertig werden, wenn es nichts anderes als Brod ißt? — Für die Dauer geht das dock, mcht." „Dafür lassen Sie mich sorgen, Herr Baron. Milch wird es wohl auch trinken, und mit Milch und Brod kann man ein Kind schon längere Zeit erhalten. Und längere Zeit würde ich ihm auch gar nichts anderes geben, als Milch und Brod und würde ihm auch nichts anderes anbieten und würde namentlich gar keine Bemerkung weder über sein noch über unser Essen machen. Dann würde es ccklmählig daran vergessen, daß es aus