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Der Israelit · 1900-02-12 · Heft 13 (12.2.1900) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 13 (12.2.1900)
Date
1900-02-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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355 Selbst nachdem der Auszug schon vollzogen, aber durch die Verfolgung der Mizrer noch am Gestade des Meeres in Frage gestellt schien, machte sich diese Gesinnung geltend und kleidete sich in die Frage (2. B. M., Cap. 14, V. 11): „Was hast D u uns gethan, uns aus Mizrajim zu führen?" Sie erblickten eben in dem Auszuge aus Mizrajim ein nur aus Moscheh's Initiative erfolgter Schritt, dem aber die göttliche Sanktion fehle. Daher sprach sich dieses Vertrauen in die Ueberlieferung der Väter und das Mißtrauen in die Führung Moscheh's auch noch wiederholt später in der Wüste mit den Worten aus: „Ihr habt uns in diese Wüste geführt, diese ganze Gesammtheit durch Hunger zu tödten." 2. B. M., Cap. 16, V. 3.) Dem entspricht denn auch der Sinn der Antwort (8 ibid. V. 6), welche die Mannaspende als Beweis dafür anfllhrt, daß Gott es war, der diesen Auszug gewollt und vollzogen hat. 'n *3 crijnr 3*ij? bxiV' '33 bz hu pnxi rtra icxi .anito pxa csnx X'iim Wenn sie daher in der Wüste von ihren Führern Wasser mit den Worten verlangten: nntr;i a'O ub un so liegt diesen und ähnlichen Ansprüchen immer die Voraussetzung zu Grunde: Ihr seid es ja, die ihr uns im Gegensatz zur Tradition unserer Väter veranlaßt habt, das bisherige Land unseres Aufenthaltes gegen die ungastliche Wüste zu vertauschen. Aus diesem Grunde verfielen sie auf einmal darauf, in der Wüste Gott um Gewährung der Mittel zur Erhaltung ihres Lebens zu bitten, denn sie wähnten sich mit ihrem ganzen Wüstenaufenthalte im Gegensatz zu dem Willen Gottes und im Zweifel, ob Gott diesen ihren Schritt billige, ob er trotz dieses eigenmächtigen Auszuges vor der bestimmten Zeit, bei ihnen weile, gibt die Frage Ausdruck (2. B. M., Cap. 17, V. 7): px sx i33ip3 'i v>'n.„Ist Gott in unserer Mitte oder nicht?" Aufmerksam beachtete dieses Mißtrauen in die göttliche Sendung Moscheh's jeden Schritt des Führers und fand in jeder Schwierigkeit, jedem Mißerfolg der Wüstenwanderung neue Nahrung, aber, wohlgemerkt, weil sie ihren schon jetzt erfolgten Auszug aus Mizrajim als unvereinbar mit ihrer väterlichen Ueberlieferung ansahen. Sie vertrauten Moscheh nicht, weil sie ihren Vätern vertrauten, weil sie '33 C'3'axa nir'cxa waren. Als daher Moscheh nicht rechtzeitig vom Berge zurückkam, wurde dieses Vertrauen und jenes Mißtrauen auf's neue bestärkt. Wenn Moscheh etwas Menschliches zugestoßen sein und er deßhalb an der Rückkehr verhindert sein sollte, so liege darin doch ein triftiger Beweis für die Annahme, daß Moscheh alle diese Schritte auf eigene Faust gethan und daher nicht auf den Schutz Gottes zu rechnen habe. Moscheh hatte ihnen vor seinem Scheiden gesagt, daß er ihnen bei seiner Rückkehr das Unterpfand der Anwesenheit Gottes in ihrem Kreise durch die beiden Tafeln bringen werde, die in die heilige goldene Lade niedergelegt werden sollten. Diese Lade mit den Tafeln des Zeugnisses für Gottes Vorhandensein und Fürsorge zog dem ganzen Wüstenzuge bahnweisend voran, wie dies im 4. B. M., Cap. 10 und Josua Cap. 3, V. 3 als Eigentümlichkeit der Bundeslade ausdrücklich angegeben wird. - Das durch Moscheh's Ausbleiben führerlose Volk verlangte keine Götter zur Anbetung, sondern die Bündes-Tafeln und die Bundes-Lade und mit ihr die Bekundung von Gottes Fürsorge, die mit diesen Emblemen verbunden ist, um ihnen wegweisend voranzugehen. Deßhalb legten sie diesen Emblemen das Attribut der Göttlichkeit bei, weil dieselbe in der Thät sich'in ihnen manifestirt. Wenn sonst andere Züge ihre Fahnen haben, denen die Massen folgen, so sollte das Israels Schaaren voranziehende Banner die heilige Lade mit dem von Gott selbstgeweihten Unterpfande seiner liebenden Nähe sein. Wie dem Soldaten die Ehre seiner Fahne über alles geht, wie er für ihre Rettung und'Erhaltung mit Gefahr seines Lebens einsteht, ohne daß diese Verehrung dem Holze der Fahnenstange oder dem flatternden Tuchzipfel der Fahne, sondern allen den Idealen gilt, die sich ihm an dieses Symbol knüpfen, so und in noch viel höherem Grade veranschaulichte die Bundeslade mit den Tafeln dem Volke seine Beziehungen zu Gott in dem Grade, daß sie von Gott sprechen, wenn sie dieser seiner Bekundung Ausdruck geben wollten. Dieser Hinblick auf die Lade mit den beiden Tafeln erklärt die Mehrzahl, deren sie sich bedienten. Nicht als Ersatz für Moses, sondern als Erfüllung dessen, was ihnen vom Sinai zu bringen der scheidende Führer nach seiner Rückkehr versprochen hatte, äußert sich ihr an Aharon gerichtetes Verlangen. Daß Moscheh nach der abgelaufenen Frist dieses Versprechen, ihnen jene Unterpfänder der göttlichen Führung zu bringen, nicht eingelöst hatte, und die Mahnung an seine Einlösung, das ist der Sinn der Worte: itpx trän rtpa nt '3 i3'3vb 13b' ipx 'x 13b new eip . ib rrn na 133H' xb cnxo pxa i3^3H (Schluß folgt.) ZeitungSnachrichte« und lkorrefpondenzen. Deutschland. Berlin, 9. Febr. Eine neue Aera ist in der Kolonisation Palästinas angebrochen. Ein beträchtlicher Theil der jüdischen Dörfer des heiligen Landes stand seit 17 Jahren unter dem Protectorate des Baron Edmund von Rothschild. Trotz aller Munificenz des Genannten gelang es aber dennoch nur einem Bruchtheil der Insassen dieser Dörfer, völlig selbstständig zu werden, so daß sie keiner weiteren Unterstützung bedurften. Seit dem ersten Januar ist die Verwaltung dieser Kolonien in Folge der Initiative des Barons auf die Je wish Colonization Association übergegangen. Baron

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