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Der Israelit · 1900-02-08 · Heft 12 (8.2.1900) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 12 (8.2.1900)
Date
1900-02-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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239 überhaupt nicht existirt hatten. Sie sollten von einer Vereinigung mit den Religiösen zurllckgehalten werden, wurden cajotiert, erhielten Versprechungen, die auch theilweise realisirt wurden und — bewährten sich tatsächlich zum großen Theil als brauchbare Bundestruppen. Sie begriffen die Situation, waren und sind bis heute der tert. ^mdens- Augenblicklich sind sie die von den „Drahtziehern" der Gemeindeorgane benutzten Agenten, um demjenigen Fleischer, der sich der „Adaß Jsroel" angeschlossen hat, wo irgend möglich, die Kund schaft zu entreißen. Doch dem ist vorgegriffen. (Fortsetzung in der zweiten Leilage.) Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen Deutschland. Berlin, tz. Februar. (Repräsentanten- V e r s a m m l u n g.) Der Vorsitzende Herr Louis Sachs eröffnete die Sitzung mit der Mittheilung von der Constituirung des Vorstandes. Vorsitzender ist Herr Justizrath Meyer, die Herren Julius I a - c o b y und Dr. Eduard L a ch m a n n sind zu Stellvertretern gewählt worden. Herr Netter gehört der BeerdigungScommission, Herr E i s n e r der Altersversorgungs- und Bibliothekscommission an, sonst bleibt es beim Alten. Auf eine Denunziation gegen den hochwürdigen Herrn Rabbiner Dr. Weiße erklärt der Vorstand, daß keinerlei Material vorliege. Dieses Verfahren, in privaten Kreisen gemachte Aeußerungen falsch aufgefaßt, in die Öffentlichkeit zu tragen und sie zum Gegenstand einer Anklage zu machen, richtet sich selbst! Bei der Wahl eines Vorsteher-Stellvertreters erhält Herr Max Mecklenberg von 17 abgegebenen Stimmen 13, ist somit gewählt. Die Satzungen der Waisenhaus-Commission werden in zweiter Lesung angenommen. Bei Punkt 3, unentgeltliche Plätze für Synagogen, schwelgt Herr L e w i n in Jugenderinnerungen. „Während des Turnunterrichts gab es zwei Kategorien von Schülern beim Springen, die einen sprangen vom Sprungbrett ab und setzten über den Strick fort, die andern nahmen den Anlauf und liefen an der Seite vorbei. Herr Profeffor Lewin entblödete sich nicht, dieses Gleichniß auf den Sohn unseres unvergeßlichen Dr. Michael Sachs anzuwenden. Es wurde ihm aber von Herrn Leonhard Sachs selbst entgegnet, daß er zum Fenster hinausspräche, es sei leicht Reden zu halten, ohne sich um die Ausführbarkeit der Dinge zu kümmern. Das ist der Dank, den Herr Leonhard Sachs für sein langes und gesegnetes Wirken erhält! Die Versammlung nahm hierauf den Gegenantrag Sachs—Vlaschke an, welcher dahin geht, daß die billigen Plätze noch billiger vermiethet und noch mehr Freiplätze vergeben werden sollen. An Punkt 4, Zuwendung des Herrn Selmar S o l w i tz im Betrage von 10,000 Mk. an das Krankenhaus, knüpfte sich eine sehr unnütze Debatte, bei welcher der Vorsitzende treffend bemerkte, daß sie in Zukunft den Gebern das Schenken verleiden werde. — Es folgt eine Abänderung der Satzungen der Armencommiffion. Bisher durften die einzelnen Abtheilungen nicht über 80 Mk. in einem einzelnen Falle bewilligen, nun soll es jeder Abtheilung gestattet sein, mit zwei Drittel-Majorität auch höhere Bewilligungen auszusprechen. Beschlüffe sind aber von einem besonderen Collegium gut zu heißen und soll das Collegium aus dem Vorsitzenden sämmtlicher Abtheilungen und dem Vorsitzenden der Armencommiffion bestehen. Bei Punkt 7, Interpellation die Ludwig Bamberger-Stiftung betreffend, entsteht eine erregte Debatte, welche leicht hätte vermieden werden können, wenn ein kluger und friedlicher Mann sich vor den Riß gestellt hätte. — Herr Landgerichtsrath Löwe richtete an den Vorstand die Frage, ob ihm bekannt sei, daß Mitglieder der Repräsentanten-Versammlung, um die landesherrliche Genehmigung zur Annahme der Stiftung zu verhindern, die christliche Behörde angerufen haben. Von Seiten des Vorstandes erklärte Herr Justizrath Meyer, daß demselben nichts bekannt sei. Dagegen erklärt Herr Geheimrath Senator, daß er im Verein mit den Herren Geheimrath Blumenthal, den Professoren Lewin und Baginsky sowie Justizrath Apolant sich an die christliche Behörde habe wenden müssen, da es keine jüdische gebe. Herr Justizrath Apolant betont, daß der Herr Minister von der Angelegenheit Kenntniß erhalten und er mit den anderen Herren zur Audienz befohlen sei. Was nun folgt, übergehe ich gern, da es mir unlieb ist, leidenschaftliche Aussprüche dem Drucke zu übergeben. In Folge eines Rufes von der Tribüne befahl der Vorsitzende. dieselbe zu räumen und nur den Vertretern der Presse wurde zehn Minuten später auf ihren ausdrücklichen Wunsch gestattet, wieder einzutreten. Zum Schluffe bittet Herr Landgerichtsrath Löwe um Annahme einer Resolution folgenden Inhalts: Die Versammlung erklärt ihr Bedauern über das Vorgehen der genannten Herren, daß, nachdem der Beschluß der Annahme der Schenkung von einer Majorität von 13 gegen 4 Stimmen gefaßt war, auch der stellvertretende Vorsitzende sich dabei betheiligt habe. Dieser zweite Theil der Resolution wurde zurückgezogen, nachdem Herr Justizrath Apolant sein Amt als stellvertretender Vorsitzender niedergelegt hatte. Wegen der vorgerückten Zeit mußten alle anderen Punkte auf die nächste Sitzung verlegt werden. E. R. Würzburg. Herr Districts-Rabbiner Bamberger dahier versendet nachfolgendes Circular an zahlreiche Gemeinden in Bayern und auch außerhalb Bayerns und wünschen wir dieser Aufforderung besten Erfolg. Der Wortlaut ist folgender: Die Lage unserer Glaubensgenossen im heiligen Lande ist bekanntlich eine derartig bedauernswerthe, daß dieselben stets auf die Unterstützung vom Auslande angewiesen sind. Nun rückt die heilige Pesachzeir heran, welche es

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